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Havelland Abenteuercamp am Beetzsee
Lokales Havelland Abenteuercamp am Beetzsee
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21:04 10.08.2018
Feriencamp für Kinder von Diakonie und Kreissportjugend Havelland. die Teilnehmer bauten ein Floß. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow/Mötzow

Noch bis diesen Samstag verlebten 21 Kinder aus dem Westhavelland eine tolle Woche im Feriencamp in Mötzow. Für elf Mädchen und zehn Jungs im Alter von neun bis 13 Jahren ist die „PerspektivFabrik“ des Christlichen Vereins junger Menschen, direkt am Beetzsee, ihre Urlaubsunterkunft – ohne ihre Eltern.

Gemeinsames Erlebnis

Doch eine Woche ohne Eltern bedeutet für die Kinder kein Leben ohne Regeln. Dazu gehört, dass alle Handys zu Beginn eingesammelt wurden. Für zwei Stunden am Tag erhielten es die Kinder zurück. Das gemeinsame Erlebnis soll für die Kinder im Vordergrund stehen.

Das Grundgerüst für das Floß ist fertig. Quelle: Uwe Hoffmann

Während der Woche erwarteten sie unter anderem sportliche Aktivitäten, zusätzlich zum Schwimmen im See. So stellen die Brandenburg Patriots ihre Sportart American Football im Lager vor. Auf die Kinder warteten noch das Bergfest und eine Nachtwanderung.

Stricke und Grundgerüst

Am Dienstag bauten sie Floße. Das abenteuerliche Projekt fand viel Anklang bei den Kindern. Zunächst mussten die Holzstangen zusammengebunden werden. Als Schwimmkörper wurden Schläuche von Traktorenreifen oder leere Plastiktonnen montiert. Auf Brettern, die mit Stricken auf dem Grundgerüst befestigt waren, konnten die Kinder sitzen.

Auf das Holzgerüst des Floßes werden Schläuche von Traktorenreifen gebunden: Joanne Schröder (li.) und ihre Freundin Laura Schaffranek. Quelle: Uwe Hoffmann

Danach wurden die Floße getauft. Dazu schrieben die Kinder eine kleine „offizielle“ Rede. „Titan“, „No Name“ und „BTK“ bestanden ihre kleine Jungfernfahrt auf dem See. Auch eine gemalte Flagge bekamen sie. Die drei Floße entstanden gemeinsam mit einer Gruppe von Asylbewerberkindern aus Berlin, die sich derzeit ebenfalls in der „PerspektivFabrik“ aufhalten. „Dadurch ergab sich noch einmal eine ganz andere Gruppendynamik“, sagt der Premnitzer Schulsozialarbeiter Rick Smyczek. Das Material stellte die Kreissportjugend.

Begeisterte Kinder

„Das Floß bauen war toll. Und es schwamm auch. Jetzt könnte ich auch beim Zelten selbst ein kleines Floß bauen“, sagt Joanne Schröder aus Premnitz. „Am Tag vorher waren wir über zwei Stunden im Wald wandern und es gab einen Turmbauwettbewerb mit Ästen und Stöcken. Unterwegs standen viele Brombeeren, die wir gegessen haben. Auch die gemeinsamen Spiele haben viel Spaß gemacht.“ Die Zwölfjährige fährt sonst in den Sommerferien jedes Jahr mit ihrer Familie in Urlaub, war aber auch schon mit ihrem Onkel zelten.

„Das Angebot des Feriencamps richtet sich nicht vorrangig an Kinder sozial schwacher Familien“, sagt Diakonie-Geschäftsführer Guido Panschuk. „Aber es gibt viele Familien im Westhavelland, die mit ihren Kindern nicht jedes Jahr in den Urlaub fahren können. Zum Feriencamp konnten sie aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bis zu 120 Euro Zuschuss beantragen.“

Bedrückende Zahlen

So stellte auch das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2030“ für Rathenow, das im letzten Jahr vorgestellt wurde, fest, dass der Sockel an Langzeitarbeitslosen, absolut und relativ, wächst. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen in Rathenow, die in SGB-II-Haushalten leben, liegt bei 30 Prozent. Der Anteil der Rücksteller bei den Einzuschulenden liegt seit Jahren bei rund 20 Prozent. Der Anteil der Erstklässler mit niedrigem sozialem Status liegt mit ebenfalls rund 20 Prozent doppelt so hoch wie im Durchschnitt des Havellandes.

21 Kinder aus dem Westhavelland nahmen am Feriencamp teil. Quelle: Uwe Hoffmann

Ab 20. August beginnt für die Kinder und Jugendlichen im Havelland wieder die Schule. Da haben die 21 Teilnehmer des Feriencamps in Mötzow immer noch ihre Erinnerungen an eine tolle Ferienwoche – auch mit neuen Freunden.

Von Uwe Hoffmann

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