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Abgeordnete lehnen Legehennenanlage ab

Nennhausen Abgeordnete lehnen Legehennenanlage ab

Bio-Lebensmittel sind gefragt. Darum will ein Investor in Nennhausen Bioeier verkaufen und dazu eine Legehennenanlage mit 12 000 Tieren errichten. Die Gemeindevertreter lehnen das ab. Zu viele Fragen sind aus ihrer Sicht bisher nicht beantwortet.

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Bis zu 12 000 Legehennen sollen in Nennhausen Bioeier legen. Die Gemeindevertreter lehnen das Projekt aber ab.

Quelle: Björn Wagener

Nennhausen. Die Entscheidung der Gemeindevertretung Nennhausen war einstimmig. Die Abgeordneten haben auf ihre jüngsten Sitzung der Bauvoranfrage zur Errichtung einer Legehennenanlage auf dem Wirtschaftshof am Ortsrand von Nennhausen nicht zugestimmt. Die Gemeindevertretung lehnt das Vorhaben ab.

Der Investor plant die Errichtung einer Anlage für insgesamt 12 000 Legehennen in Biohaltung. Vorgesehen ist dafür der Bau von zwei Ställen mit einer Eierpackhalle und Futtersilos sowie die Einrichtung von Freilaufvolieren, für jedes Tier vier Quadratmeter. Eier legen sollen in Nennhausen etwa 16 bis 18 Wochen alte Junghennen für ein Jahr.

Zweimal in der Woche soll der Hühnerkot aus den Ställen gebracht werden, geht aus einem Schreiben hervor, das der Investor der Gemeinde zur geplanten Legehennenanlage geschickt hat. Investor ist der Betreiber der Biogasanlage auf dem Wirtschaftshof in Nennhausen mit Geschäftssitz in Osnabrück. Betreiben soll die Anlage die Nennhausener Bio-Ei GmbH & Co.KG.

Die Bauvoranfrage hatten die Abgeordneten bereits im November 2016 auf der Tagesortung. Damals vertagte sie eine Entscheidung, weil der Investor nicht teilnehmen konnte und die Planungen noch nicht vollständig erarbeitet waren. Gern hätten die Abgeordneten nun mit dem Investor zur geplanten Legehennenanlage diskutiert. Der kam aber auch diesmal nicht und schickte stattdessen nur das bereits erwähnte Schreiben mit Erläuterungen.

Das erneute Fernbleiben nehmen die Abgeordneten dem Investor übel. Sie erwarten von ihm Zuverlässigkeit und eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Dies ist nicht gegeben“, sagte der Alexander von Stechow in der Gemeindevertretersitzung, zu der zehn Einwohner gekommen waren. Sie lehnen die Legehennenanlage ebenfalls eindeutig ab.

Die Abgeordneten und Einwohner hätten sich vom Investor nähere Erläuterungen gewünscht. „Das Schreiben lässt Fragen offen“, sagte Ralf Albrecht. Er würde gerne wissen, was mit dem Hühnerkot geschieht. Dazu stehe nichts in dem Schreiben. Bürgermeisterin Brigitte Noel sieht offene Fragen zur Verkehrsanbindung der Anlage und Manfred Bölle befürchtet, dass nicht alle Belange des Emissionsschutzes berücksichtigt sind.

12 000 Legehennen seien keine Massentierhaltung, erklärte Thomas Richter. Dennoch verwehrte er der Bauvoranfrage seine Zustimmung, weil auch für ihn nicht alle Detailfragen geklärt sind.

Amtsdirektorin Ilka Lenke verwies darauf, dass die Legehennenanlage auf einer Gewerbefläche entstehen soll. Sie wird die Stellungnahme der Gemeindevertretung dem Landkreis zur abschließenden Bearbeitung der Bauvoranfrage übermitteln. Der Landkreis ist die dafür zuständige Behörde. Sollte der Investor nachfolgend einen Bauantrag stellen, würde die Gemeinde an dem Verfahren beteiligt und könnte erneut eine Stellungnahme abgeben. Sollte diese Stellungnahme geltendem Baurecht widersprechen, müsste der Landkreis das Gemeindevotum ersetzen. Will heißen: Verwehrt die Gemeinde Nennhausen dem Investor die Zustimmung zu einem Bauantrag, obwohl dieser Antrag allen gesetzlichen Erfordernissen entspricht, wird der Investor dennoch eine Baugenehmigung.

Nicht auszuschließen ist, dass der Investor aber doch noch zu einem GTespräch nach Nennhausen kommt, wenn es dann tatsächlich um den Bauantrag selbst geht. Wie die Stimmung in dem Dorf ist, hat er nun ausgelotet. Sicher ist: gibt es wieder nur einen Brief, dann sagen die Gemeindevertreter wohl wieder Nein zu den Legehennen.

Von Norbert Stein

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