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Abriss der Viskose geht dem Ende entgegen

Premnitz Abriss der Viskose geht dem Ende entgegen

Die Revitalisierung der alten Viskose-Brache im Industriepark Premnitz geht dem Ende entgegen. Im Herbst letzten Jahres hatte für Überraschung gesorgt, dass die unerwartet im Kellergeschoss der Produktionshalle gefundenen Schutt- und Abfallmengen für eine beträchtliche Kostensteigerung sorgen sollten. Dieser Schreck ist nun kenntnisreicher Entspannung gewichen.

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Berge von Betonbrocken, Hügel von feinem Sand, große Gruben und immer mehr planierte Flächen – der Abriss der Viskose geht dem Ende entgegen. Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Das große Erschrecken ist der kenntnisreichen Entspannung gewichen. Ende vergangenen Jahres hatten die Abrissarbeiten auf der großen Viskose-Brache im Industriepark Premnitz allseits für Überraschung gesorgt, weil Aufwand und Kosten plötzlich erheblich zu steigen anfingen.

Als der Rückbau der ehemaligen gewaltigen Produktionshalle begann, zeigte es sich, dass deren Kellergeschoss, das aus Gründen der Statik erst zu diesem Zeitpunkt geöffnet wurde, ebenso umfangreiche wie unerwartete Mengen von altem Bauschutt und Abfall enthielt. Immerhin hat diese Halle eine stattliche Grundfläche von 120 mal 170 Metern gehabt, da passte viel hinein: Eine erste Abschätzung ergab, dass die ursprünglich angesetzten Kosten von zehn Millionen auf 14 Millionen Euro steigen sollten. Wenig erfreutes Erstaunen war die Folge...

Bescheid über Erhöhung auf 12,9 Millionen Euro liegt vor

Mittlerweile ist klar, dass die Investitionssumme nicht ganz so stark klettern wird. „Nach baufachlicher Prüfung der Mehrmengen, mit denen absolut nicht zu rechnen war“, sagt Fritz Meier von der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (ipg) in Premnitz, die für die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) i.L. die Revitalisierung erledigt, „liegt jetzt der Bescheid über eine Erhöhung auf 12,9 Millionen Euro vor.“

Auf eben die zusätzlichen Mengen von altem Bauschutt und Abfällen sei nun zurückzuführen, dass das ursprünglich auf insgesamt 150 000 Kubikmeter kalkulierte Volumen nunmehr um rund ein Drittel größer wird. Dieses Anwachsen sei auch der maßgebliche Grund für die gestiegenen Kosten. War der Abschluss der Rückbauarbeiten zu Beginn auf Ende April 2017 festgesetzt, ist diese Frist nunmehr auf Ende September verlängert worden.

Die Viskose-Gebäude kurz vor dem Beginn der Abriss-Arbeiten

Die Viskose-Gebäude kurz vor dem Beginn der Abriss-Arbeiten.

Quelle: Bernd Geske

Auch das bringt jetzt niemanden mehr aus der Ruhe. „Die Maßnahmen für den Grünausgleich“, teilt Fritz Meier mit, „sind kurz vor dem Abschluss.“ Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für die künftige Nutzung der rund zehn Hektar großen Viskose-Fläche hat die Untere Naturschutzbehörde wie üblich bei Bauprojekten Ausgleichsmaßnahmen für die Beseitigung bzw. Veränderung Lebensräumen festgelegt. Weil die städtische Baumsatzung auch noch zu beachten war, kam es, dass für die Viskose 151 Bäume und rund 2000 Sträucher neu angepflanzt werden mussten. Etwa zu gleichen Teilen fanden die Pflanzungen im Stadtgebiet und auf der Viskose-Fläche statt.

Vor einem Jahr war von allen Bauwerken auf dem Grundstück nur die große Produktionshalle übrig geblieben. Jetzt schon seit Monaten ist dort kein einziges Gebäude mehr zu sehen. Ungefähr 10 000 Kubimeter Stein und Beton von einstigen Fundamenten müssen noch aus der Erde geholt werden – „Tiefenenttrümmerung“ lautet das Zauberwort. Diverse Berge von Schutt, Haufwerke genannt, warten auf den Abtransport. Größere Berge von Erde sind ebenfalls zu sehen. Mit denen sollen die Baugruben am Ende bis zur Begradigung des Bodens aufgefüllt werden.

Vor etwa einem Jahr, da stand die große alte Produktionshalle noch da

Vor etwa einem Jahr, da stand die große alte Produktionshalle noch da.

Quelle: Bernd Geske

„Das alte Werksanschlussgleis haben wir im Frühjahr aufnehmen lassen, damit es nicht im Weg ist“, berichtet Fritz Meier. Im Herbst solle der Bahnanschluss dann wieder neu verlegt werden, das Ausschreibungsverfahren laufe gerade. Die Angebote würden Ende Mai erwartet. Wenn dann Ende September der gesamte Rückbau samt Bodenauffüllung beendet ist, sind im Rahmen der Revitalisierung nur noch Tätigkeiten dran, die nicht mehr so aufwendig sind.

Transformatoren-Häuschen mit Stromanschlüssen sind bereits vorhanden. Auch die Gasanschlüsse liegen schon in der Erde. Von außen heranzulegen an das Grundstück sind noch Leitungen für Trinkwasser und Abwasser sowie das im Industriepark so wichtige Brauchwasser, das von der Havel herbeigepumpt wird. „Wir wollen die gesamte Revitalisierung bis Ende des Jahres komplett abgeschlossen haben“, sagt Fritz Meier. Alles deute darauf hin, dass das noch vor dem nächsten Winter auch gelinge.

Von Bernd Geske

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