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Landrat Schröder im Havelland verabschiedet

Nach 26 Dienstjahren Landrat Schröder im Havelland verabschiedet

Nach 26 Dienstjahren ist Havellands Landrat Burkhard Schröder am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Zum Empfang auf Schloss Ribbeck kamen fast alle Weggefährten, mit denen er gestritten und Erfolge erzielt hat. Auch zwei Ehrengäste waren zum Abschied gekommen.

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Eines von vielen Abschiedsgeschenken: Der Spandauer Brückenpass. Links Burkhard Schröder, rechts der Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Felix Doepner war sicher nicht der prominenteste Redner beim Abschiedsempfang für Landrat Burkhard Schröder am Donnerstag auf Schloss Ribbeck. Aber er hatte eines der nettesten Bonmots für den scheidenden Landrat: „Ich wünsche Ihnen, dass die Leute Sie in Ruhe lassen. Und lassen Sie auch die Leute in Ruhe!“ Gelächter im Festsaal. Davor hatte Doepner für die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gelobt und getadelt. Seinen Wunsch für den Landrat hat er sich übrigens selbst auch zu Herzen genommen. Nachdem der Pfarrer Felix Doepner in den Ruhestand getreten war, zog er weit weg von zu Hause nach Nennhausen.

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Auf Schloss Ribbeck wurde am Donnerstag Burkhard Schröder verabschiedet, der bis dahin dienstälteste Landrat des Kreises Havelland. Zahlreiche Ehrengäste kamen, darunter Wegbegleiter aus der Verwaltung, Landratskollegen aber auch Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe und Ministerpräsident Dietmar Woidke sowie viele Minister.

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Der letzt große Auftritt

Viele Wegbegleiter waren nach Schloss Ribbeck gekommen, um beim letzten großen Auftritt von Landrat Burkhard Schröder dabei zu sein. Holger Schiebold zum Beispiel erinnerte mit Humor an die ersten Jahre des Kreises Havelland, in denen er mit dem Landrat keine Freunde waren. Das hat sich geändert, als CDU und SPD im Kreistag eine Zählgemeinschaft bildeten und Schiebold fünf Jahre als Vorsitzender des Kreistages an Schröders Seite stand. Kein Wunder also, dass Schiebold vom „lieben Burkhard“ sprach.

Umarmung zum Abschied

Umarmung zum Abschied. Manuela Vollbrecht und Landrat Burkhard Schröder.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Seine Verdienste um die Partnerschaft mit dem Berliner Bezirk Spandau wurde am Donnerstab mit dem „Spandauer Brückenpass“ gewürdigt, eine Art Ehrenbürgerschaft. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank hatte den Pass dabei. Kreishandwerksmeister Michael Zieseke dankte dem Landrat für die jahrelange Unterstützung „im Namen von 2226 Betrieben mit weit über 10 000 Mitarbeitern“.

Schwerer Anfang, jetzt gut aufgestellt

Und was hat das Havelland Burkhard Schröder nicht allles zu verdanken: Ministerpräsident Dietmar Woidke erinnerte an schwierige Anfangsjahre, in denen zunächst der Landkreis Nauen aufzubauen war und später die Fusion der Kreise Rathenow und Nauen zum Havelland gemeistert werden musste. „Damals ging es noch um das wirtschaftliche Überleben des Kreises“, sagte Woidke. Inzwischen stehe das Havelland wirtschaftlich stark da mit den Industrieschwerpunkten Optik und Chemie in Rathenow und Premnitz sowie den Güterverkehrszentren an der B 5, von wo auch bekannte und große Konzerne ihre Geschäfte lenken.

Der Landrat und die Großtrappe

Den Zusammenklang von Natur und Kreisentwicklung, Straßenausbau, Tourismus, die stetig wachsende Einwohnerzahl auf bisher über 150 000 und das Engagement im Landkreistag. Woidkes Aufzählung endete nicht. Und ja: Landrat Schröder stand dem Landkreis vor, in dem sich die Zahl der selten gewordenen Großtrappe prächtig vermehrt hat.

Erst Gegner, dann Partner

Erst Gegner, dann Partner. Holger Schiebold bei seinem Grußwort.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Verschiedene Kartoffelsorten hatte Woidke dabei, um den Hobbygärtner Schröder zur Züchterarbeit zu animieren. „Und wenn das alles gut wächst, essen wir zusammen Kartoffelpuffer.“

Viel Wertschätzung in den vergangenen Monaten

Manuela Vollbrecht hat den Landrat von Anfang an begleitet. „Ich war in Nauen Kreistagsabgeordnete, als er zum ersten Mal zur Wahl stand und jetzt bin ich beim Abschied dabei.“ Diesmal als Vorsitzende des Kreistages, die ihm die Urkunde überreichte, mit der Schröder in den Ruhestand versetzt ist. Viele „kleine Abschiede“ habe es in den vergangenen vier Monaten schon gegeben sagte Vollbrecht. Auf Jahreshauptversammlungen und bei Tagungen sei dem Landrat noch einmal viel Wertschätzung entgegengebracht worden.

Die wahrscheinlich längsten Ferien der Welt

Das Büro ist geräumt, für Burkhard Schröder beginnen die längsten Ferien der Welt, wie Manuela Vollbrecht ihm mit auf den Weg gab. Und ganz zum Schluss, als Felix Doepner seine kritischen Worte und sein Bonmot längst losgeworden war, da packte es Schröder noch einmal und man erlebte ihn, wie früher oft im Kreistag: „Wenn ich Sie höre Herr Doepner, dann weiß ich, dass Sie mich im Kreistag vermissen werden.“

Schlussapplaus im Schloss

Für Frank Wasser, der seit einigen Wochen alleine Geschäftsführer der Schloss Ribbeck GmbH ist, war der Abschiedsempfang für Burkhard Schröder die erste große Bewährungsprobe. Die hat er bestanden. Schloss Ribbeck war stets ein Herzensprojekt von Burkhard Schröder, es war nur logisch, dass er hier seinen Schlussapplaus entgegen nahm.

Applaus gab es auch für Wolfgang Blasig. Er hatte am Donnerstag Geburtstag und nutzte die Gelegenheit sich eine tolle Party zu gönnen. Und Blumen gab es obendrein – obwohl sich Blasig und Burkhard Schröder in der Auseinandersetzung um Havelbus alles andere als freundschaftlich gesinnt waren.

Für Roger Lewandowski beginnt jetzt die Zeit der Vakanz. Er wird Landrat Burkhard Schröder vertreten und hat auch die volle Entscheidungsmacht. Übt er etwa schon für den Fall, dass er als CDU-Kandidat zum Landrat gewählt wird? Der Empfang auf Ribbeck war ein Stelldichein der Bewerber um die Nachfolge von Schröder. Fast alle Kandidaten wurden gesichtet.

Dietlind Tiemann überbrachte die Grüße aus der Nachbarstadt Brandenburg, die – noch – kreisfrei ist. Es gibt viele Protagonisten, der erwarten, dass Brandenburg an der Havel dem Landkreis Havelland zugeschlagen wird – mit einer Brückengemeinde. Ob die Oberbürgermeisterin dann Ambitionen hat selbst Landrat zu werden?

Nicht nur Ehrengäste der ersten Reihe sahen sich am Donnerstag in Ribbeck wieder. Es kamen auch seine ehemaligen Pressesprecherinnen und -sprecher. Harald Sempf, Annett Kleinke und Bruno Kämmerling. Familientreffen auf Schloss Ribbeck.

Ganz vorbei ist es für Landrat Burkhard Schröder nicht. Er wurde vom Kreistag in verschiedene Aufsichtsräte von kreiseigenen Unternehmen gewählt. Und dennoch gelobt er: „Ich bin nicht der, der sich in die Zuschauerreihen setzt und von dort aus meckert.“

 

Von Joachim Wilisch

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