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Havelland Abwasser könnte bald Gymnasium beheizen
Lokales Havelland Abwasser könnte bald Gymnasium beheizen
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19:39 20.10.2017
Ab Sommer 2018 könnte die Wärmeversorgung der Schule auf eine neue Weise erfolgen. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Noch wird das Goethegymnasium in Nauen ausschließlich mit Gas beheizt. Doch das könnte sich bald ändern. Falls alles klappt, wird die Einrichtung demnächst von den Abwässern der Nauener Einwohner und Betriebe profitieren. Denn die Stadt hat jetzt einem Fernwärmeversorgungsvertrag mit dem Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH) zugestimmt.

Das Grundprinzip: Mittels Wärmepumpen wird dem Schmutzwasser die Wärme entzogen und für die Beheizung der Schule verwendet. „Die Idee dazu hatte der WAH und es wäre ein Pilotprojekt fürs Land Brandenburg“, sagt Verbandsvorsteher Thomas Seelbinder. Dann zwar gebe es durchaus schon Projekte zur Wärmerückgewinnung, dabei würden die Abwasserverbände aber nur ihre eigenen Gebäude beheizen. „Nunmehr wäre es erstmalig, dass wir einen Dritten, ein öffentliches Gebäude, versorgen“, so Seelbinder. Beim Goethegymnasium biete es sich wegen der räumlichen Nähe an. Denn das Prinzip funktioniert nur dann, wenn sich der Abnehmer in einem Umkreis von höchstens 200 Meter zum Hauptpumpwerk befindet. Das ist in dem Falle gegeben. Auf dem Gelände des WAH gegenüber dem Gymnasium kommen sämtliche Abwässer der Stadt an und werden von dort zum Klärwerk gepumpt.

Doch noch ist die Umsetzung des Projektes nicht sicher, es hängt letztlich von Fördermitteln ab. „Nur wenn es zu 80 Prozent gefördert wird, ist es wirtschaftlich“, so der Verbandsvorsteher. Der Antrag dazu ist eingereicht. „Wir hoffen, dass er bis Dezember entschieden ist.“ Werden die Fördermittel bewilligt, dann sollen im Sommer 2018 die Bauarbeiten erfolgen.

Die Stadt könnte anschließend 90 Prozent des Wärmebedarfs, den das Goethegymnasium hat, auf diese Weise decken und würde weniger bezahlen. Der restliche Wärmeverbrauch wird weiterhin mit Hilfe von Gas abgedeckt. Die Stadt hätte zudem den Effekt, dass sich die Laufzeit der Gaskesselanlage verlängert, die sonst als Altersgründen bald erneuert werden müsste.

„Wir waren froh, dass die Stadtverordnetenversammlung zugestimmt hat. Es ist auch ein wunderbares Projekt zur CO2-Vermeidung“, sagt Thomas Seelbinder. 63 bis 75 Tonnen Kohlendioxid werden pro Jahr eingespart. Und die Schüler können das Projekt zudem im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts begleiten.

Der Vertrag mit der Stadt läuft erst einmal über zehn Jahre, nach neun Jahren könnte sich die Anlage amortisiert haben.

Von Andreas Kaatz

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