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Abwechslung für Flüchtlinge aus Spandau

Begegnungstour zum Festival of Lights Abwechslung für Flüchtlinge aus Spandau

2500 Flüchtlinge leben im Spandau. 5000 sollen bis zum Jahresende noch in dem Berliner Stadtbezirk untergebracht werden. Um etwas Farbe und Abwechslung in ihren Heim-Alltag zu bringen, haben sich Spandauer Unternehmer für 30 Flüchtlinge etwas Besonderes ausgedacht.

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Altberliner und Flüchtlinge hatten zusammen Spaß.

Quelle: Annett Lahn

Spandau. Stockfinster war es als am Mittwochabend der große rote Reisebus mit 25 Altberlinern vor dem Flüchtlingsheim am Spandauer Askanierring hielt, um 30 Flüchtlinge und ihre Betreuerin auf eine Tour durch ihre Heimatstadt zum Festival of Lights mitzunehmen. 29 Männer und zwei Frauen, die aus Syrien und dem Irak stammen, stiegen zu und genossen die zweistündige Tour durch das beleuchtete Berlin. Sie bot ihnen vor allem Abwechslung vom Alltag im Heim.

Neben den illuminierten Sehenswürdigkeiten, die Stadtführerin Claudia Bombach den gut gelaunten Fahrgästen auf deutsch und englisch präsentierte, gab es gute Gespräche zwischen den neuen und den alten Berlinern, die flachsten als würden sie sich schon lang kennen.

Zwei junge syrische Männer, die gut englisch konnten, ließen sich ausfragen. Sie berichteten von ihrem Alltag vor dem Krieg, ihren Gründen zur Flucht und über ihr heutiges Leben im Heim. Während der Fahrt durchs Spandauer Wohngebiet stellten sie fest, dass Berlin unglaublich groß ist. Ein Neuberliner meinte: „So ähnlich sah es bei uns in Damaskus vor dem Krieg auch aus.“ Dann flohen die Männer aus Angst vor der Willkür der syrischen Armee. Sie verkauften alles, um genug Geld zu haben. Von der Türkei aus waren sie drei lange Wochen zu Fuß und mit Autos unterwegs bis sie Deutschland erreicht hatten. Eine Frau fragte: Kommt die Familie nach? Der Syrer antwortete: „Wir hoffen, aber es ist sehr gefährlich.“ Jeden Tag seien sie mit dem Daheim gebliebenen über Internet im Kontakt. Seit drei Monaten sind sie in Berlin, haben Deutschunterricht und sind Gaststundenten an der Humboldt-Universität.

Zwei ältere Herren aus Syrien berichteten vom schmerzhaften Verlust ihrer Heimat. Sie freuten sich aber über die Gastfreundschaft der Deutschen. Vor dem Brandenburger Tor, dass mit den farbigen Lichtspielen sehr imposant wirkte, fotografierten sie sich gegenseitig. Betreut werden die derzeit 312 Flüchtlinge von Er Asmahan. Die junge Frau, die sich liebevoll um ihre Schützlinge kümmert, kam selbst Anfang der 80er Jahre aus Syrien nach Deutschland als der Libanon-Krieg tobte. Sie spricht arabisch und muss während des Abends viele Fragen beantworten. Solch ein Kulturprogramm war bislang einmalig. Er Asmahan wünscht sich, dass öfter Ausflüge angeboten werden, denn viele Flüchtlinge seien sehr neugierig und würden auch gern mal die Berliner Museen erkunden.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Tour hatte der bekannte Radio-Moderator Sven Oswald, der zudem PR-Berater des Shopping-Centers Spandau Arkaden ist. Er sagte: „Centermanager Andreas Keil wollte was tun und wir haben uns überlegt, eine Chance zur Begegnung und eine Möglichkeit die Stadt kennen zu lernen zu bieten.“ Auch an die Details hatten sich Sponsor und Organisator wohl überlegt. Das Goodie-Bag mit Getränken und Naschwerk und der Snack beim Imbiss am Spreeufer waren halal.

Das kam an. Als der Bus mit den Neu- und Altberliner nach dreistündiger Fahrt wieder das AWO-Refugium am Askanierring erreicht hatte. Es gab Applaus und ein Liedchen für den Busfahrer.

Eine Urberlinerin sagte: „Es tat gut die Menschen direkt zu erleben. Wir konnten uns zwar nicht gut verständigen, aber hatten ganz viel Spaß.“

Von Annett Lahn

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