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Havelland Acht Monate Haft für Nauener
Lokales Havelland Acht Monate Haft für Nauener
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00:26 20.11.2015
Parkscheinautomaten werden häufig angegriffen. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Bis zum Abschluss der Verhandlung beteuerte Mark Peters (Name geändert) seine Unschuld. Vor dem Nauener Amtsgericht musste sich der 33-Jährige am Montag wegen des Vorwurfs der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion an einem Parkscheinautomaten in der Nauener Marktstraße in Tateinheit mit zwei versuchten Diebstählen in besonders schwerem Fall verantworten. Im Bezug auf die Explosion wurde der Nauener zwar freigesprochen, aufgrund der erdrückenden Beweislast und seines langen Vorstrafenregisters jedoch wegen versuchten schweren Diebstahls zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt.

In der Nacht zum 23. Januar 2013 wurde der 33-jährige Angeklagte gegen 4.20 Uhr auf seinem Fahrrad von der Polizei in der Nauener Mittelstraße angehalten. Während der Durchsuchung übergab Peters den Beamten einen Kuhfuß und einen Feuerwerkskörper, die er in der Tasche seines Kapuzenpullis mit sich trug, sowie einen Rucksack. Er gab an, von einem Freund zu kommen.

Die Beamten waren zuvor von einem Anwohner der Nauener Marktstraße verständigt worden. Dieser hatte bereits um 1.15 Uhr einen lauten Knall gehört, jedoch nichts weiter beobachtet. Gegen 4.15 Uhr habe er allerdings erneut verdächtige Geräusche vernommen und eine dunkel gekleidete Person beobachtet, die sich an dem Parkscheinautomaten vor seinem Fenster zu schaffen machte. Ein Hundeführer der Polizei, der etwa fünf Minuten nach dem Anruf am Tatort eintraf, bestätigte den Verdacht des Anwohners und informierte seine Kollegen, die den 33-Jährigen bereits gestellt hatten. „Die Straßen waren menschenleer. Herr Peters war die einzige Person im weiteren Umfeld“, so der Polizeibeamte gestern. Nachdem auch die aufgenommene Spur des Fährtenhundes zu dem verdächtigten Nauener geführt hatte, wurde er festgenommen. Den Rucksack in dem sich nach seinen Angaben zuvor sowohl der Kuhfuß, als auch der Böller sowie weiteres Werkzeug befunden hätten, habe er einem Freund geliehen, der Inhalt gehöre ihm nicht. Er habe sich in dieser Nacht lediglich sein Rad sowie den verborgten Rucksack abholen wollen, sagte er damals aus. Während der Verhandlung und nachdem der besagte Freund diese Aussage widerlegt hatte, gab er jedoch an, auf dem Weg nach Hause an dem bereits aufgesprengten Automaten vorbeigekommen zu sein und den Rucksack dort gefunden zu haben. „Ich habe ihn einfach mitgenommen“, so der Nauener, der in der Vergangenheit mehrfach wegen Diebstahls verurteilt worden war. Weil sich der 33-Jährige mehrmals in Widersprüche verstrickte und der Abrieb des Kuhfußes mit den Farbspuren am beschädigten Automaten übereinstimmte, war das Gericht jedoch davon überzeugt, dass der Angeklagte den Automaten angegriffen hatte und sprach ihn wegen schweren versuchten Diebstahls schuldig. Die Sprengung des Automaten konnte dem 33-jährigen nicht nachgewiesen werden, da er die Nacht bis 4 Uhr mit seiner damaligen Freundin und einem weiteren Freund verbracht hatte, die diese Aussage bestätigten.

Von Laura Sander

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