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Achtung Kunst!

Werkfreunde Strodehne bringen Dorf zum Grübeln Achtung Kunst!

Buga-Besucher, die auf dem Weg vom Fliegerpark in Stölln zum Dom in Havelberg das Dorf Strodehne streifen, ahnen nicht, dass sie nur wenige Meter davon entfernt waren, Teil eines Kunstprojektes zu sein. Mitten im Strodehne gibt es einen „Versorgungsengpass“, der nicht zu übersehen ist.

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Hier werden Landbewohner und Touristen versorgt, manchmal gibt es sogar Kuchen.

Quelle: Ch. Schmidt

Strodehne. Ein grellgelber Steg, der sich von der Hauswand über den Gehweg streckt und sogar einen Teil der Fahrbahn einnimmt. Das ist ganz klar ein Eingriff in den Straßenverkehr und in das sonst so idyllische Dorfleben.

Es ist zwar genügend Platz, um den Engpass zu umfahren, aber das erfordert gegenseitige Rücksichtnahme. Wenigstens warnt ein Schild Autofahrer vor der „Kunst“. Trotzdem, es bleibt ein Eingriff und zwar einer, der den Geist anregt und die Gemüter erhitzt. Zum Runterkühlen bieten Gabriele Konsor und Birte Hoffmann Erfrischungen für die Sinne, Lesestoff, Infos und Tratsch. Aber Vorsicht, wer sich hier niederlässt, wird – wenn man es genau nimmt – selbst zu Kunst. Der Steg ist Aktionsfläche und Begegnungsraum zugleich und hat bereits für einige Diskussionen gesorgt.

„Wir finden es gut und auch für uns äußerst spannend, wie das Dorf die Auseinandersetzung über den Engpass annimmt und unserem Kunstprojekt gegenüber offen ist – auch wenn nicht alle dafür sind“, erklärt Gabriele Konsor. Fast scheinen die beiden Betreiberinnen des temporären Kunstprojekts selbst ein wenig überrascht, was solch ein Versorgungsengpass bewegen kann. „Auch wir haben durch diese Interaktion, die aufgrund der Vorlage von Arndt Hermann entsteht, viel Stoff zum nachdenken“, sagt Hoffmann.

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Wer es selbst nicht bis dorthin schafft, versorgt sich unter www.kulturversorgung.de

Der Versorgungsengpass entpuppt sich als Inspirationsquelle, ein Ort zum Verweilen der jede Menge Raum für Gedankenspiele gewährt und der mit Kaffee, Wasser und „Brigitte“ – eine Kartoffel aus regionalem Anbau – Hunger und Durst stillt. Einmal im Monat finden bis Oktober öffentliche Veranstaltungen in Form von Filmabenden, Vorträgen, Lesungen, Präsentationen und Diskussionen statt. Dabei steht jeweils ein Aspekt des Themas „Dorf im Wandel“ im Fokus.

Die nächste Veranstaltung am 12. Juni ist als Bürgerversammlung mit öffentlicher Diskussion über die Kunstaktion geplant. Unter dem Motto „Ist das Kunst oder hat das Zweck?“ dreht es sich nicht nur um das Für und Wider dieser temporären Beanspruchung öffentlichen Straßenraums. Es geht auch um die Meta-Ebene der Aktion. Gerrit Golhke vom Brandenburgischen Kunstverein Potsdam wird die Veranstaltung moderieren. Dabei ist auch Arndt Hermann, der Architekt des Versorgungsengpasses. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr direkt am Versorgungsengpass, Großdorf 2.

Von Christin Schmidt

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