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Havelland Ärger auf den Großbaustellen
Lokales Havelland Ärger auf den Großbaustellen
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00:21 04.01.2016
Geschafft: Heiko Müller gewinnt die Wahl und bleibt Bürgermeister von Falkensee. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Einen solchen Wahlkampf und eine solche Wahl hatte Falkensee bisher noch nicht gesehen. Erstmals gab es eine Stichwahl für die Besetzung des Bürgermeisterstuhles. Am Ende gewann im Oktober Amtsinhaber Heiko Müller von der SPD.

Von Jahresanfang an war das politische Leben in der Stadt von diesem Wahlkampf geprägt. Schon im Januar hatte Barbara Richstein von der CDU bekannt gegeben, den Amtsinhaber herauszufordern. Die 25-jährige SPD-Ära in Falkensee wollten auch Barbara Nonnemacher (Grüne), Norbert Kunz (Linke) und Andreas Breinlich (Alternative für Deutschland) beenden. Am Ende war aber nur Barbara Richstein eine wirkliche Konkurrenz für Heiko Müller. Geführt wurde der Wettstreit mit großem persönlichen Aufwand (die CDU-Kandidatin kochte für potenzielle Wähler und lud zu Wahlkampf mit Häppchen) und propagandistischem Aufwand (das Wahlkampfteam verpasste dem SPD-Mann eine Flut an Druckerzeugnissen auf hohem Niveau). Schließlich hieß es am Abend des 10. Oktobers: 51,3 Prozent für Heiko Müller, 48,7 Prozent für Barbara Richstein. Das war knapp, aber eindeutig.

Nicht so eindeutig war es an anderer Stelle, nämlich auf Falkensees Großbaustelle. Die neue Stadthalle sorgte im Mai für negative Schlagzeilen: Der Putz fiel von den Wänden. Wer ist Schuld? Der Untergrund? Der Putz? Die Putzfirma? Die Antwort fällt bisher nicht eindeutig aus, die Gutachter begutachten noch. Mindestens ein halbes Jahr verzögert sich die ganze Bauerei. Von dem erträumten Eröffnungstermin im Spätsommer oder Frühherbst mussten sich die Falkenseer verabschieden. Neugierig und gut gelaunt waren sie trotzdem. Beim Stadtfest im September stürmten sie geradezu die Baustelle. Tausende wollten schon mal einen Blick in die neue Halle werfen.

Auch bei anderen Baustellen in Falkensee lagen in diesem Jahr Freud und Leid nah beieinander. Ende April wurde der Grundstein für die neue Feuerwache gelegt, im September konnte schon Richtfest gefeiert werden; aber dann verzögerte sich der Bau doch leicht, weil einige Ausschreibungen wiederholt werden sollen. Schlimmer sieht es in der Finkenkruger Straße aus, hier wurde Ende Mai der Grundstein für die neue Feuerwache des Havellandes gelegt, doch Mitte Dezember wurde in dem Rohbau ein Brand gelegt; wie lange sich dadurch der Bau verzögert ist derweil ungewiss.

Mit Verzögerungen hat auch die nächste Großbaustelle zu kämpfen. Zwar wurde das alte Trafogelände aufgeräumt und für Kommendes vorbereitet. Aber nicht wie geplant wurde mit dem Bau des Einkaufszentrums See-Carré und des Kreisels an der Dallgower Straße begonnen, die Baugenehmigung kam erst im Herbst.

An anderer Stelle ging jedoch alles ganz schnell. Das kleine Asylbewerberheim in der Kremmener Straße wurde im Sommer eröffnet. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Während an einem zweiten geplanten Standort ein Bau in Modulbauweise entsteht, wurde fast über Nacht die alte Agon-Möbel-Halle für hunderte Flüchtlinge hergerichtet, eine weitere Fläche wurde für das Aufstellen einer Traglufthalle vorbereitet. Das Ganze wurde in diesem Jahr von einer aktiven, stetig wachsenden Willkommensinitiative begleitet, aber auch von heftigen Diskussionen über rechte Äußerungen eines Fußballtrainers.

Von Marlies Schnaibel

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