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Ärger um Wohnprojekt „Baumschulwiese“

Ketzin/Havel Ärger um Wohnprojekt „Baumschulwiese“

Anwohner kritisieren die Verwaltung und Stadtverordnete in Ketzin/Havel (Havelland) wegen des geplanten Vorhabens „Baumschulwiese“ im Zentrum der Havelstadt. Nach letztem Planungsstand würden Gebäude der „Baumschulwiese“ hinter dem Turm des Feuerwehrdepots zu sehen sein. Der Bürgermeister behält sich rechtliche Schritte vor.

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Hinter dem Turm des Feuerwehrdepots würden die neuen Gebäude der Baumschulwiese auftauchen.

Quelle: Leonwert

Ketzin/Havel. Das größte Wohnbauprojekt in Ketzin/Havel seit der Wende – Baumschulwiese – erhitzt die Gemüter. Immer wieder wurde der Entwurf des Bebauungsplanes für das Areal im Zentrum der Havelstadt geändert, mussten die Interessen des potenziellen Investors mit denen der Stadt in Einklang gebracht werden. Jetzt geht es um etwa 160 Wohneinheiten in drei-und viergeschossigen Gebäuden.

Das aber passt der Neu-Ketzinerin Saskia Schulz und ihrer Familie offenbar nicht. Sie sieht die „dörfliche und ruhige Umgebung“ gefährdet, wenn in der Nähe ihres denkmalgeschützten Bauernhofes, auf den sie vor sechs Jahren gezogen ist, neue und moderne Häuser entstehen. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung und die Stadtverordneten. „Die haben das Vorhaben Baumschulwiese klammheimlich und ohne es an die große Glocke zu hängen durchziehen wollen“, wie sie sagt. Der geplante Wohnpark würde „im direkten Anschluss an das denkmalgeschützte Sanierungsgebiet liegen“, das wäre den Anwohnern „zu viel“.

„Nachdem wir eine Bürgerinitiative gegen den B-Plan gegründet hatten, fing der Spaß erst an. Wir bekamen von der Stadt beabsichtigte Falschinformationen, ohne uns zu fragen, wurden plötzlich Wege über unsere Grundstücke gezeichnet, und wir wurden bei Anfragen und der Bauausschuss-Sitzung geradezu rausgeworfen“, schildert Saskia Schulz. Die BI habe informativen Aushänge mit Fotos des Bebauungsprojektes ausgehängt, die nach kurzer Zeit verschwunden waren.

„Nach Recherchen und Augenzeugenbefragungen ist festzustellen, dass ein Mitarbeiter der Stadt Ketzin wohl mit der Falschinformation, der B-Plan sei bereits beschlossene Sache, rumging und die Aushänge und Unterschriftenlisten teils ungefragt abgerissen hat“, so Schulz. Nach ihrer Auffassung, würde kaum ein Ketziner etwas von dem Wohnprojekt mitbekommen. „Ich möchte wissen, was wirklich hinter diesem dubiosen B-Plan und der Heimlichtuerei der Stadtverwaltung steckt“, so Saskia Schulz.

Ketzins Bürgermeister Bernd Lück (FDP) weist alle Vorwürfe „entschieden zurück“. Er geht sogar noch weiter: „Gegen einige Behauptungen von Frau Schulz behalte ich mir rechtliche Schritte vor“, so Lück. Zunächst sei ihm einen „Bürgerinitiative Baumschulwiese“ offiziell nicht bekannt. „Ich habe weder einen Ansprechpartner, noch liegt mir ein Schreiben vor.“

Er sei vom Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Jürgen Tschirch informiert worden, dass in einigen Läden und Supermärkten Unterschriftslisten gegen das Wohnprojekt ausgelegt waren. Diese seien aber nicht von Mitarbeitern der Stadtverwaltung abgenommen worden. „Mein Kenntnisstand ist, dass die jeweiligen Geschäftsstellenleiter selbst die Listen entfernt haben.“

Inhaltlich zum Wohnvorhaben „Baumschulwiese“ stellt der Bürgermeister klar, dass das Sanierungsgebiet Ketzin nicht denkmalgeschützt ist. Es gibt einige denkmalgeschützte Gebäude innerhalb des Sanierungsgebietes.“ In vielen öffentlichen Sitzungen im Zeitraum vom Februar 2016 mit dem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan bis zur Bekanntmachung im September-Amtsblatt, dass die Planunterlagen im Verwaltungsgebäude Rathausstraße 29, in der Zeit vom 25. September bis 25. Oktober öffentlich ausliegen und Stellungnahmen abgegeben werden können, sei das Thema stets in öffentlichen Sitzungen besprochen worden.

Und Lück sagt auch: „Meine zuständige Mitarbeiterin hat in einem Gespräch mit Frau Schulz keinerlei Falschinformationen zum B-Plan geäußert, sondern ihr das Planverfahren erläutert, inklusive der Information, dass sie im Rahmen der erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung, eine Stellungnahme abgeben kann, die in den Abwägungsprozess mit einfließt.“

Von Jens Wegener

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