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Havelland Ärger um „grünen Abfall“
Lokales Havelland Ärger um „grünen Abfall“
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07:49 27.10.2015
Bis 2020 soll jeder Bürger 30 Kilogramm Biomüll pro Jahr in der grünen Tonne sammeln, so sieht es das Gesetz vor. Quelle: dpa
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Havelland

Zum 1. Januar 2016 führt der Landkreis Havelland die Biotonne ein (MAZ berichtete), zunächst auf freiwilliger Basis. Damit ist der Landkreis eigentlich schon etwas spät dran, denn das Kreislaufwirtschaftsgesetz – das zentrale Bundesgesetz des deutschen Abfallrechts – verlangt, dass Bioabfälle seit 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln sind.

Nun sollen also auch im Havelland Hausmüll und Küchenabfälle in getrennte Tonnen wandern, so sieht es das vom Kreistag beschlossene Abfallwirtschaftskonzept für die Jahre 2015 bis 2019 vor. Bis 2020 sollen dann jährlich mindestens 70 Kilogramm Bioabfälle je Einwohner eingesammelt werden, davon allein 30 Kilogramm über die Biotonne, so verlangt es das Bundesgesetz.

Unmut unter vielen Bürgern

Bei vielen Bürgern ruft die Einführung einer zusätzlichen Tonne für die Entsorgung der im Haushalt anfallenden biologisch verwertbaren Abfallstoffe nicht nur Fragen, sondern vor allem auch Unmut hervor. Insbesondere Grundstücksbesitzer auf dem Land, die ihre Abfälle selbst kompostieren, sehen nicht ein, warum sie für etwas bezahlen sollen, dass sie gar nicht in Anspruch nehmen.

Zunächst einmal gilt: Die Grundgebühr ist für alle Havelländer gleich, unabhängig ob jemand gesondert Bioabfälle oder Papier sammelt. Sie wird auch nicht gestaffelt, wenn jemand keinen Sperrmüll oder Tannenbaum entsorgen lässt. Wer sich freiwillig für eine Biotonne entscheidet, zahlt pro Leerung eine Gebühr von 3,50 Euro. Zum Vergleich: Die Leerung einer Tonne Hausmüll schlägt mit 4,20 Euro zu Buche.

Befreiung bei „Eigenkompostierung“

In der Anlaufphase wird es ähnlich wie beim Sperrmüll sein. „Bei der Service-Nummer der Havelländische Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH (HAW) wird dem Biotonnen-Nutzer ein Termin mitgeteilt, wann die nächste Abholtour an seinem Wohnort ist. Feste Abfuhrtermine wird es geben, wenn nach der Einführungsphase abgeschätzt werden kann, wie viel Nutzer in welcher Häufigkeit eine Abfuhr benötigen“, erklärt Oliver Kratzsch, Pressereferent des Landkreises. Die Bioabfälle sollen anschließend in der Abfallbehandlungsanlage des Landkreises in Schwanebeck kompostiert werden.

Wo die Tonnen stehen, das entscheidet jeder Grundstückseigentümer, der eine Biotonne bestellt selbst, so Kratzsch. Er verspricht, dass es im Abfallkalender für 2016 umfangreiche Informationen zur Einführung der Biotonne geben wird. Außerdem sollen mit dem nächsten Jahresgebührenbescheid auch ein Bestellformular für die Biotonne in die Haushalte flattern.

Übrigens, die Einführung der freiwilligen Biotonne entspricht gerade mal den Mindestanforderungen des Bundgesetzes. Sollte die Biotonne zur Pflicht werden, gibt es für alle, die eine „ordnungsgemäße Eigenkompostierung“ nachweisen, die Möglichkeit der Befreiung.

Von Christin Schmidt

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