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Havelland AfD: Kein Rechtsruck befürchtet
Lokales Havelland AfD: Kein Rechtsruck befürchtet
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00:36 10.07.2015
Die neu gewählte AfD-Vorsitzende Frauke Petry spricht auf dem Parteitag der AfD in Essen. Quelle: dpa
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Hennigsdorf/ Falkensee

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht vor der Spaltung. Nachdem sich beim Bundesparteitag in Essen am Wochenende der rechte Flügel um Frauke Petry durchgesetzt hatte, erwägt AfD-Gründer Bernd Lucke, mit einer neuen Partei an den Start zu gehen.

Bernd Lucke zuletzt zu Ich-bezogen

Den etwa 60 Mitglieder der AfD Oberhavel bereiten diese Pläne keine Sorgen, sagt Andreas Galau, Landtagsabgeordneter und Chef des Kreisverbandes. Stattdessen sei die Freude groß, dass Frauke Petry zur Vorsitzenden gewählt wurde. Andreas Galau, der mit neun Oberhaveler Parteifreunden in Essen dabei war, spricht sogar von einer Befreiung. „Die Streitereien hören jetzt endlich auf und wir kommen wieder zur inhaltlichen Arbeit“, so der Hennigsdorfer. Bernd Lucke habe zuletzt zu Ich-bezogen agiert, das sei ein Problem gewesen.

Einen Rechtsruck seiner Partei befürchtet der Brandenburger Landtagsabgeordnete nicht. Der existiere ohnehin nur in den Köpfen der Journalisten. „Mein Kreisverband ist nicht rechts, wir haben hier dieselben Themen, mit denen wir 2013 angetreten sind“, so Andreas Galau. Wichtige Punkte seien nach wie vor Grenzkriminalität, Zuwanderung und der Euro.

Austritte in Oberhavel werden nicht befürchtet

Dass Frauke Petry sich nicht von der Pegida-Bewegung distanziert, sieht Galau nicht als Problem. Linie der Partei sei es, sich anzuhören, was diese Menschen wollen. Galau selbst sei aber noch nie bei einer Pegida-Demo gewesen. „Ich bin kein Fremdenfeind, der gegen Menschen hetzt. Wenn ich jemanden angreife, dann ist es die Politik, die zulässt, dass die Bedingungen untragbar werden“, so Galau. Austritte in Oberhavel befürchtet er nicht. Galau habe bislang noch von keinem Mitglied in Oberhavel gehört, das unzufrieden mit der Wahl von Frauke Petry sei.

Im Nachbarkreis Havelland gibt es zumindest einen, der lieber Bernd Lucke an der Spitze gesehen hätte. „Wir werden aber alles dafür tun, dass dieses Mitglied in der Partei bleibt“, erklärt Ulrich Storm, stellvertretender AfD-Vorsitzender im Havelland. Auch bei den 60 Mitgliedern im Kreis herrsche Zufriedenheit über die Wahl Petrys. „Sie stellt nicht ihr Ego in den Vordergrund, sondern ist an programmatischer Arbeit interessiert.“ Dass es bundesweit Austritte geben werde, damit sei zu rechnen. „Aber wir sind stark genug, das auszuhalten“, so Storm. Einen Rechtsruck seiner Partei befürchtet auch der Falkenseer – Anfang der 1980er-Jahre noch bei den Grünen - nicht. „Ich habe während des Bundesparteitags nicht eine einzige rechtsextreme Äußerung gehört“, so Storm.

Von Marco Paetzel

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