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Havelland Afrikanische Delegation auf dem Havellandhof
Lokales Havelland Afrikanische Delegation auf dem Havellandhof
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19:00 11.09.2018
Landwirt Peter Kaim (links) mit Vertretern der afrikanischen Delegation beim Rundgang über seinen Hoff in Ribbeck. Quelle: Ralf Stork
Ribbeck

Besuchergruppen ist Peter Kaim durchaus gewohnt. Schließlich ist sein Havellandhof in Ribbeck einer von nur zehn Betrieben in Deutschland, in denen neue Ansätze für mehr Artenvielfalt auf konventionellen Höfen modellhaft ausprobiert werden. Und weil Berlin gleich um die Ecke liegt, finden immer wieder Delagationen den Weg aufs Land, um sich dort über Franz-Projekt zu informieren.

Aber dass er in kurzen Worten die Wirkweise seiner Biogasanlage erklärt, während links und rechts von ihm zwei Dolmetscherinnen das Gesagte simultan ins Englische und Französische übersetzen, ist dann doch eher ungewöhnlich. So international sind die Delegationen nämlich selten. Vertreter aus gleich sechs afrikanischen Landwirtschaftsverbänden – aus Uganda, Tansania, Senegal, Simbabwe, Burkina Faso und Kenia – haben Station in Ribbeck gemacht. Darunter auch die Geschäftsführer einiger Länder übergreifender Bauernorganisationen, die insgesamt rund 60 Prozent der afrikanischen Landwirte repräsentieren. Zu den deutschen Delegationsteilnehmern gehörte unter anderem, Gerd Sonnleitner, langjähriger Präsident des Deutschen und des Europäischen Bauernverbandes.

Situation deutscher und afrikanischer Bauern ist sehr verschieden

Fast alle Teilnehmer haben in ihren Heimatländern selbst landwirtschaftliche Betriebe, so dass sie den Ausführungen von Peter Kaim sehr interessiert verfolgten und eifrig fragten: Wie viel Milch geben die Kühe? Wie viel Geld gibt es für den Liter Milch? Wie werden die Kühe besamt? Welche Pestizide setzt Kaim auf welchen Flächen ein?

Trotz einiger Gemeinsamkeiten wurden dabei vor allem auch die unterschiedlichen Situationen zwischen europäischen und afrikanischen Landwirten deutlich: „In Deutschland sind die Bauernverbände viel besser organisiert. Bei uns fehlen zum Beispiel solche Strukturen auf lokaler Ebene“, sagt Kenneth Katungisa, der in Uganda selbst einen Hof mit Milchkühen hat.

Keine Subventionen für Landwirte in Afrika

Bauernverbände und -lobbyisten, die die Interessen der Landwirte so lautstark und vehement vertreten wie in Europa haben für die afrikanischen Landwirtschaftsverbände durchaus Vorbildcharakter.

Auf einen anderen gravierenden Unterschied weist Elisabeth Nsimadala hin: „In unseren Ländern müssen die Bauern komplett ohne staatliche Subventionen auskommen. Wenn das so bleibt, können wir mit den europäischen Bauern und anderen nicht konkurrieren.“ Die 34-Jährige ist Vorstandsmitglied des Verbandes Ostafrikanischen Landwirte, der die Interessen der Bauern in neuen Ländern Ostafrikas vertritt. Den Aufbau und die Stärkung regionaler Verbandsstrukturen findet sie grundsätzlich wichtig und richtig.

Die Entwicklungzusammenarbeit muss verändert werden

Damit das gelingen kann, wünscht sie sich auch neue Ansätze bei der Entwicklungszusammenarbeit. „Es kommen immer wieder Organisation mit Geld für Projekte in verschiedenen Bereichen“, sagt sie. Mal geht es vielleicht um Bildung, mal um Nachhaltigkeit, mal um sauberes Trinkwasser. Alles sinnvolle Projekte. Aber die Gelder sind immer zeitlich begrenzt und an ein bestimmtes Projektziel gebunden. „Ich würde mir wünschen, dass die Geldgeber nicht immer die Hilfsprogramme vorgeben, sondern den Menschen vor Ort erst einmal zuhören, was wirklich benötigt wird“, sagt Nsimadala. Wenn schon Hilfsmittel aus dem Westen fließen, dann doch bitteschön in möglichst langfristige Projekte wie z den Aufbau lokaler Strukturen der Bauernverbände.

Austausch in beide Richtungen

„Der Austausch muss in beide Richtungen laufen. Deshalb ist die Perspektive der afrikanischen Partner für uns natürlich sehr wichtig“, sagt Andreas Quiring, Geschäftsführer der Andreas Hermes Akademie. Die Akademie betreut den Dialog zur Zukunft der ländlichen Räume Afrikas gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Von Ralf Stork

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