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Agrargenossenschaft testet neue Methode

Kompostierung von Gras Agrargenossenschaft testet neue Methode

Die Agrargenossenschaft Gülpe hat einen Modellversuch zur Kaltkompostierung von Gras mit niederem Futterwert gestartet. Das Gras stammt von den Naturschutzflächen entlang der Havel, die nicht bewirtschaftet werden dürfen.

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Frieder März (li.) und Enrico Voigt von der Agrargenossenschaft Gülpe vor einer Miete zur Kaltkompostierung.

Gülpe. Die Agrargenossenschaft Gülpe (AG) hat einen Modellversuch zur Kompostierung von Gras mit niedrigem Futterwert gestartet. „ Wir haben sehr viel Grünland im Naturschutzgebiet Untere Havel Nord“, sagt Geschäftsführer Frieder März. Dies war der Ausgangspunkt für den Modellversuch der Agrargenossenschaft. Rund 750 Hektar Grünland bewirtschaften die Gülper Landwirte. 90 Prozent davon sind Naturschutzflächen. Auf den besonders im Frühjahr sehr feuchten Wiesen brüten selten gewordene Vogelarten.

Vertraglich ist mit dem Naturpark Westhavelland vereinbart, dass deshalb die Flächen von den Landwirten nur eingeschränkt bewirtschaftet werden dürfen. Gras mähen und für Silage einfahren, ist ihnen erst im Juli gestattet. Einige Flächen dürfen sogar erst Ende Juli gemäht werden. Das Gras steht dann schon sehr hoch, ist von krautigen Pflanzen durchwachsen und hat nur noch eine geringwertige Futterqualität. „Binsen und Seggen eignen sich nun einmal nicht als Tierfutter“, nennt Enrico Voigt, Kollege von Frieder März, als Beispiel aus der Großen Grabenniederung. Dies ist eine Kernzone im NSG Untere Havel Nord.

Von solchen Wiesen, 250 Hektar insgesamt, hat die AG Gülpe nun 600 Tonnen Gras für den Modellversuch geerntet. Das Gras wurde gehäckselt, mit Mist vermischt und Gülle durchsetzt. Zur Kaltkompostierung aufgeschüttet wurde das Gemisch in Mieten und dann nochmals mit Gülle besprenkelt. Drei Monate wird das Gemisch in Mieten lagern, dabei die Bodenlockerheit förderndes Kohlendioxid bilden und Kompostreife erlangen. Dann wird der Kaltkompost auf nährstoffarme Felder ausgebracht und in den Boden eingearbeitet. Das CO 2 im Kaltkompost bewirkt eine Porenbildung im Boden und bindet natürliche Nährstoffe länger im Boden. Ziel sei die Steigerung des Humusanteils im Boden von derzeit einem auf drei Prozent, erläutert Frieder März. Von den mit Kaltkompost versorgten Feldern sollen so höhere Ernteerträge erzielt werden.

Bereits im Sommer 2014 hatte die AG gewelltes Gras von Naturschutzflächen mit Mist und Gülle zu Kaltkompost verarbeitet. Das Gras vor der Kompostierung welken zu lassen, habe sich nicht als günstig erwiesen, berichten März und Voigt. In den Boden eingearbeitet wurde „das Lehrgeld“ auf Feldern, die nun mit Mais bestellt sind. Der Mais ist gut gewachsen, das werten die Landwirte als einen ersten erreichten Erfolg mit dem Modellversuch.

Dieses Jahr kam das Gras frisch von den Wiesen in die Kaltkompostierung. Damit hofft die AG auf ein noch besseres Ergebnis als im Modellversuch. Nun sind auch der Landwirtschaftshof Dech aus Hohennauen und Udo Schäfer mit seinem Gartenbaubetrieb für Heilgewürze und Aromapflanzen in Wolsier beteiligt. Udo Schäfer ist auch der Initiator für den vom Landkreis Havelland unterstützten Modellversuch.

Von Norbert Stein

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