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Havelland Agrargenossenschaft verzichtet auf Herbizide
Lokales Havelland Agrargenossenschaft verzichtet auf Herbizide
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17:40 11.03.2018
Ilona Langgemach und Enrico Voigt auf einem mit Wintersaat bestellten Feld im Naturschutzgebiet. Quelle: Norbert Stein
Gülpe

Im Westhavelland wirtschaften die meisten Landwirtschaftsbetriebe auf konventionelle Weise. Diese ist aus früheren Betriebsformen hervorgegangen und setzt im Ackerbau neben der üblichen Fruchtfolge die von den Behörden und der EU zugelassenen Saatgutsorten, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel ein. Besonders der Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat zur Bekämpfung von Unkräutern auf den Feldern ist zunehmend umstritten.

Weil Totalherbizide auch Insekten und Bienen vernichten und die Natur ärmer machen, fordern besonders Umweltschützer einen Verbot. Als erster Landwirtschaftsbetrieb im Naturpark Westhavelland ist die Agrargenossenschaft Gülpe eine Selbstverpflichtung eingegangen. Die AG verpflichtet sich für fünf Jahre, auf 152 Hektar Acker in den Naturschutzgebieten „Untere Havel Nord“ und „Gülper See“ kein Totalherbizid einzusetzen.

Auf 25 Prozent der Ackerflächen keine Totalherbizide mehr

Auf weiteren Flächen wird ein Humusprojekt zur Verbesserung der Bodenqualität realisiert. „Damit verzichten wir auf 25 Prozent unserer Ackerfläche auf Totalherbizide“, sagt Enrico Voigt, Vorstandsvorsitzender der AG Gülpe. Auf 720 Hektar Naturschutzgrünland darf die AG ebenfalls keine Pflanzenschutzmittel ausbringen. So ist es im Nutzungsvertrag geregelt.

Ilona Langgemach, Leiterin der Naturparkverwaltung Westhavelland, begrüßt die Selbstverpflichtung und hofft, das weitere Betriebe dem Beispiel folgen. Totalherbizide setzen Landwirte auf Feldern ein zur Bekämpfung von Wurzelkräutern wie Quecke und Distel. Die Unkräuter vermehren sich schnell und behindern Getreide, Mais und andere Ackerkulturen im Aufwuchs, auch die Reife wird beeinträchtigt. Der Verzicht auf Totalherbizide bedeutet für die AG zusätzliche Arbeit und die Suche nach alternativen Mitteln, damit sich Quecke und Co. auf den Feldern nicht ausbreiten. Die Bodenbearbeitung durch mehrmaliges Grubbern nennt Enrico Voigt als eine Möglichkeit. Dies sorge aber wieder für Humusabbau.

Vorsitzender hofft, keine Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen

Auch der Anbau von Zwischenfrüchten und die Untersaat von Gemengen mit Erbsen und Gräsern auf Feldern, die mit Getreide bestellt werden, soll helfen, die Flächen von Unkraut sauber zu halten. Ob damit die gewünschte Wirkung erzielt werden kann, muss die Praxis zeigen. Der Vorstandsvorsitzende hofft, keine Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen. Das könne der Betrieb sich wirtschaftlich nicht leisten, betont er.

Für die AG Gülpe ist die Selbstverpflichtung die Konsequenz aus einer Verfehlung. Gesetzlich zulässig wurde im letzten Jahr eine Naturschutzfläche mit Glyphosat bearbeitet. Dabei sei das Pflanzenschutzmittel versehentlich über den gesetzlich vorgegebenen Abstandstreifen zum Feldrand hinaus ausgebracht worden, erklärt Enrico Voigt. Das habe dem Betrieb eine Ordnungsstrafe eingebracht.

Von Norbert Stein

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