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Havelland Agro-Betrieb mit eigenem Hofladen
Lokales Havelland Agro-Betrieb mit eigenem Hofladen
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06:40 29.08.2016
Andreas Walczuch und Marion Hupke verkaufen im Hofladen in Zachow. Die Kunden freuen sich über frisches Fleisch und frische Wurst. Quelle: Wolfgang Balzer
Zachow

Ruhig grasen die 110 Mutterkühe mit ihren Kälbern in kleinen Gruppen, einige blinzeln wiederkäuend in den Sommertag auf der Koppel zwischen dem Deich am Trebelsee und Zachow. Ländliche Idylle in Sichtweite der Stadt. Die Herde gehört zur örtlichen Agro GmbH Tier- und Pflanzenproduktion. Im Stall stehen außerdem 60 Mastschweine.

Stehen müssen an diesem Augusttag auch die Erntemaschinen. Die Getreideernte geht auf den Weizenfeldern in die letzte Runde, nur nicht an diesem Tag, und auch nicht am Vortag. Zu feucht ist das Getreide und zu allem setzt auch noch auf die Minute genau der auf dem Wetterradar angezeigte Nieselregen ein. Für eine erste Bilanz der Erträge des Jahres reicht es aber schon. „Knapp durchschnittlich“, meint Geschäftsführer Sven Balmer.

Das trifft allerdings für die Preise nicht zu. 140 bis 150 Euro erlöst der Betrieb für die Tonne Weizen. Es waren auch schon 170 Euro. Also in diesem Jahr eine Mindereinnahme von rund 50 000 bis 80 000 Euro im Vergleich zu guten Jahren, schätzt der Geschäftsführer.

Kaum Wertschätzung für die Landwirte

Heute ist der Betrieb wirtschaftlich stabil. Das war allerdings nicht immer so. Nach der Liquidation der Zachower LPG in der Nachwendezeit kaufte die neu gegründete Agro GmbH alle benötigten Produktions- und Arbeitsmittel von der LPG. „Keine einfache Zeit. Es gab auch bei uns manchmal Liquiditätsprobleme“, blickt Balmer zurück und lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Brandenburger Bank, die die Probleme zu überbrücken half. „Geld bestimmte die gesamte Zeit die Entwicklung“, betont Balmer. Das jüngste Beispiel: Die Agrarbetriebe erfüllen ihre Aufgaben im Kulturlandschaftsprogramm der Landesregierung zur Grünlandextensivierung, aber die Gelder dafür werden nicht pünktlich ausgezahlt. „Die Landesregierung redet sich mit Software-Problemen raus. Aber bei uns laufen die Kosten weiter.“ Balmer hofft, dass der Landesbauernverband hilft, die Interessen der Landwirte noch nachdrücklicher durchzusetzen.

Gar nicht gefällt dem Geschäftsführer die derzeitige Diskussion über die Landwirtschaft. Er vermisse die Wertschätzung für die Arbeit der Bauern. Die gesellschaftliche Akzeptanz könne sich nur in den Preisen an der Ladentheke zeigen. „Die gegenwärtigen Erlöse spiegeln aber nicht den Aufwand der Landwirte wider“, so Balmer. Zu Preisen von weniger als drei Euro für ein Kilogramm Schweinekamm könne kein Landwirt hochwertige Produkte herstellen. Er habe aber keinerlei Einfluss darauf. In Zachow allerdings doch. Hier hat die Agro GmbH vor zwölf Jahren mit wenig Fördermitteln einen kleinen Hofladen eröffnet. Es sollte ein kleines Zusatzgeschäft sein, vor allem aber die Verbraucher rundum mit frischen Agrarprodukten überwiegend aus eigener Produktion versorgen.

Mitwochs wird geschlachtet

Aus der Sicht der Kunden war die Idee gut. Jeden Freitag heißt es zeitweilig anstehen. Frischer geht es nicht. Mittwochs werden drei Schweine zum Schlachten gebracht, donnerstags wird das Fleisch verarbeitet und einen Tag später liegt alles appetitlich und im besten Sinne nach Frische duftend in der Ladentheke.

Kritisch blickt der gelernte Diplomagraringenieur aber nicht nur auf die große Agrarpolitik. Es gibt auch noch manches kleine örtliche Ärgernis. Sven Balmer meint die Unterhaltung der Wege und das Freischneiden der Wegränder im Raum Zachow. „Das hat früher schon besser geklappt.“ Die Stadtverwaltung Ketzin/Havel müsse in dem Punkt aktiver werden.

Von Wolfgang Balzer

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