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Albertsheim: Dreiseitenhof soll Touristen locken

Große Pläne Albertsheim: Dreiseitenhof soll Touristen locken

Seit Jahrzehnten ist ein alter Dreiseitenhof am Ortseingang von Albertsheim (Rathenow) dem Verfall preisgegeben. Doch nun will der Eigentümer der Brache unweit der Havel Leben einhauchen. Das Ensemble soll zum touristischen Anziehungspunkt umgebaut werden – mit Hofladen, Restaurant, Ferienwohnungen und einem Sportboothafen.

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Blick auf den Dreiseitenhof von der B 102. In das Gebäude mit Schornstein könnte ein Hofladen mit Gastronomie einziehen.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Wer öfter auf der B 102 von Rathenow in Richtung Rhinow unterwegs ist, der wird das Gelände gleich hinter dem Ortseingang von Albertsheim kennen. Zwischen Bundesstraße und der Havel steht ein mächtiges Backsteinensemble, das dem Verfall preisgegeben schien. Doch seit einigen Monaten ist auf dem Gelände Bewegung. Auf dem rund 4,5 Hektar großen Areal wurde mächtig aufgeräumt: Wildwuchs und Gestrüpp wurden beseitigt, außerdem ließ der Eigentümer jede Menge Müll und Schutt entsorgen.Der alte Dreiseitenhof mit seinen Nebengebäuden macht jetzt einen ordentlichen Eindruck, der aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass etliche der Bauten marode sind.

Mit dem Aufräumen ist es freilich nicht getan. Das Gelände soll nach Willen des Eigentümers zu einem touristischen Anziehungsort entwickelt werden. Am Montagabend stellten die Planer Hagen Roßmann und Robert Mittelbach die Pläne im Rathenower Bauaussschuss vor. Kern des Vorhabens wird der alte Dreiseitenhof bleiben. Das prägende Gebäude mit dem Schornstein soll zu einem Hofladen mit angeschlossener Gastronomie umgebaut werden. In einem Seitentrakt könnten Ferienwohnungen untergebracht werden. In einem anderen Teil des Ensembles könnte nach Idee der Planer eine Wohngemeinschaft für Senioren angesiedelt werden.

Marina mit Anbindung an die Havel

Damit nicht genug. Teile der Freifläche zwischen dem Hof und der Havel sollen in einen Sportboothafen mit direkter Anbindung an den Fluss verwandelt werden. Neben Anliegeplätzen für Sport- und Hausboote ist ein eigener Anlegebereich für Paddler vorgesehen. „Eine Brache wacht auf“ – unter dieses Motto hatten die Planer ihre Präsentation gestellt, die bei den Abgeordneten auf Zustimmung stieß.

Blick ins Innerer des Dreiseitenhofs

Blick ins Innerer des Dreiseitenhofs.

Quelle: Markus Kniebeler

Allerdings sind noch einige Hürden zu nehmen, bevor die Pläne tatsächlich umgesetzt werden können. Zum einen bedarf es einer grundsätzlichen Zustimmung der Kommune, die für ein Projekt dieser Größenordnung die baurechtlichen Weichen stellen muss. Zum anderen ist auch das Land zu beteiligen. Denn Chancen auf Genehmigung und Förderung eines Tourismusvorhabens dieser Größenordnung hat der Investor nur, wenn er den Bedarf glaubhaft darzustellen weiß. Mit einer Aufnahme in den Wassersportentwicklungsplan des Landes wären nach Auskunft von Hagen Roßmann die Weichen in Richtung Genehmigung gestellt. Dazu muss den Verantwortlichen in Potsdam das Vorhaben – mit konkreten Zahlen und Statistiken untersetzt – überzeugend erläutert werden. Das solle möglichst bald geschehen, so der Planer.

Bei der Frage nach dem finanziellen Umfang der Investition hielten sich die Verantwortlichen bedeckt. Nur so viel verrieten sie: Ohne eine Förderung durch Dritte sei das Projekt nicht zu stemmen. Karl-Reinhold Granzow (Linke) lobte das Engagement des Investors und vertrat die Ansicht, man solle diesem bei der Umsetzung jede mögliche Unterstützung zukommen lassen. Die große Mehrheit der Bauausschussmitglieder sah das ähnlich.

4,5 Hektar im Außenbereich

Das Gelände mit dem Dreiseitenhof und diversen, ehemals landwirtschaftlich genutzten Nebengebäuden, liegt am Ortseingang von Albertsheim westlich der B 102 unweit der Havel.

Das Grundstück ist rund 4,5 Hektar groß. Es befindet sich außerhalb des Landschaftsschutzgebietes, was die Genehmigungslage vereinfacht.

Allerdings handelt es sich um ein Areal im Außenbereich der Kommune. Diese Außenbereiche sind für eine wohnliche Nutzung nicht vorgesehen. Um eine solche zu ermöglichen, müsste ein B-Plan aufgestellt werden. Außerdem ist für eine Genehmigung die Aufnahme des Projekts in den Wassersportentwicklungsplan des Landes unverzichtbar.

Von Markus Kniebeler

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