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Havelland Dreiseitenhof soll Sportboothafen werden
Lokales Havelland Dreiseitenhof soll Sportboothafen werden
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00:18 13.05.2016
Heike Brett auf Spurensuche in Albertsheim. Im Hintergrund der Dreiseitenhof, den ein Investor zur Besucherattraktion umbauen will. Auf dem freien Feld davor standen einst Ziegeleien. Quelle: Markus Kniebeler
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Albertsheim

Die Pläne, den alten Dreiseitenhof in Albertsheim zu einem touristischen Anziehungspunkt mit Sportboothafen zu entwickeln, wurden jüngst im Rathenower Bauausschuss vorgestellt. Die wenigsten wissen, dass an dem Ort im 19. Jahrhundert drei große Ziegeleien standen. Wer genau hinschaut, kann die Spuren nicht übersehen.

So genau hinschauen muss man noch nicht einmal. Denn schon von weitem sticht das markante Rot der Ziegel ins Auge, mit denen die Hofgebäude errichtet wurden. Und wenn man sich Stein für Stein anschaut, entdeckt man schon bald die typischen Prägungen. „F. Schulze. Rathenow“ steht dort. Ein Hinweis auf die Ziegelei, in der die Steine gefertigt wurden. „Die war nur ein paar Schritte vom Gehöft entfernt“, sagt Heike Brett, Ortschronistin aus Semlin, die sich seit Jahren mit der Geschichte der Ziegeleien beschäftigt. Auf dem freien Gelände hin zur Havel habe Friedrich Schulze seit 1845 eine Ziegelei betrieben, die dann von seinem Sohn Albert weitergeführt worden sei. Auf diesen Albert Schulze gehe übrigens der Name Albertsheim zurück, erklärt Brett.

Fünf Jahre zuvor war nur ein paar hundert Meter weiter, im so genannten Nordend, die erste Ziegelei gegründet worden. Ein gewisser Wilhelm Schuwardt jun. hatte den mächtigen Komplex erbauen lassen. Beim Rundgang macht Heike Brett auf Gebäude aufmerksam, die einst zur Ziegelei gehörten. Das Wohnhaus der Schuwardts steht noch sowie andere Gebäudeteile, von denen die meisten dem Verfall preisgegeben sind.

Mit Steinen der Ziegelei F. Schulze wurde der Dreiseitenhof erbaut. Quelle: Markus Kniebeler

Zwischen diesen beiden Ziegeleien entstand im Jahr 1871 sogar noch eine dritte. Die Witwe Schuwardts namens Wilhelmine hatte den Antrag auf Bau einer modernen Ziegelei mit einem mächtigen Ringofen gestellt: Über 25 Meter Durchmesser mit einem 36 Meter hohen Schornstein. Von der gesamten Anlage ist kaum noch was erhalten. Nur ein runder, dicht bewachsener Kreis in der Feldflur markiert die Stelle, an der einst der Ringofen stand.

„Wie an einer Perlenkette aufgezogen lagen die drei Ziegeleien hier am Havelufer“, sagt Heike Brett. Nur in Bützer habe es auf engem Raum eine ähnliche Konzentration von Ziegeleien gegeben. Dass die Betriebe unmittelbar in Flussnähe errichtet wurden, hatte seinen Grund. So konnten die Materialien zum Herstellen der Ziegel – vor allem Tonerde – per Schiff herangebracht werden. Und auch der Abtransport der fertigen Steine, die vor allem in der Hauptstadt Berlin reißenden Absatz fanden, konnte bequem über den Fluss erfolgen.

Grabstein von Albert Schulze auf dem Weinbergfriedhof. Albertsheim wurde ihm benannt. Quelle: Markus Kniebeler

So glanzvoll die Zeiten der Ziegelindustrie im 19. Jahrhundert waren, so schnell erfolgte ihr Niedergang. Bis Ende des 1. Weltkrieges waren alle drei Ziegeleien in Albertsheim stillgelegt und zum Teil schon abgerissen. Allerdings kann man die Steine, die hier produziert worden, noch überall finden. Nicht nur im benachbarten Dreiseitenhof, sondern auch vielerorts in Berlin, wo die roten Ziegel aus Rathenow in Massen verbaut wurden.

„Es wäre schön, wenn der Investor ein Gefühl für die Geschichte des Ortes entwickeln würde“, sagt Heike Brett. „Etwa durch das Aufstellen von Schautafeln, mit denen die auf die bedeutende Rolle der Ziegelindustrie im 19. Jahrhundert hingewiesen wird.“ Sie und die „Freunde der Ziegeleigeschichte“ – ein loser Zusammenschluss von Geschichtsinteressierten, würden auch das nötige Informations- und Anschauungsmaterial beisteuern.

Von Markus Kniebeler

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