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Alexander Groh will die Außenseiterchance nutzen

Bürgermeisterwahlkampf Wustermark Alexander Groh will die Außenseiterchance nutzen

Sechs Kandidaten treten am 25. Februar bei der Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Wustermark (Havelland) an. Unter ihnen ist der Priorter Alexander Groh (parteilos). Die MAZ widmet sich dem 33-jährigen Kandidaten in einem Porträt.

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Alexander Grohs Interesse an der Kommunalpolitik ist geweckt.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Es sei plötzlich und ganz spontan gekommen, sagt Alexander Groh. Er habe als Wahlhelfer bei der letzten Bundestagswahl im Priorter Wahllokal gesessen und sich die Frage gestellt: „Warum engagierst du dich eigentlich nicht politisch?“ Dann beschloss der 33-Jährige, zunächst ohne mit seiner Lebensgefährtin Ulrike Ihde darüber zu sprechen, als Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Wustermark anzutreten. „Später hat dann die komplette Familie meine Entscheidung für gut befunden“, so der Priorter.

Alexander Groh war der erste der sechs Kandidaten, der sich öffentlich bekannte. Jetzt steckt er mitten im Wahlkampf – etwas komplett Neues für ihn. Er sagt: „Ich bin ein politisches Greenhorn, aber motiviert für eine neue Aufgabe in der Gemeinde“. Dafür würde er seinen Beamtenstatus aufgeben beziehungsweise ruhen lassen. Presse, Fotos, Flyer, Wahlprogramm sind das Eine, das Andere sind die Inhalte, für die er stehen will. Den ersten Anstoß, sich für die Kommunalpolitik zu interessieren, bekam er, als er einen Kita-Platz für seinen jetzt gut fünf Monate alten Sohn Fin in seinem Heimtort Priort „buchen“ wollte. „Es gibt eine Warteliste und wenig Platz, hieß es. Darüber habe ich mich geärgert“, sagt er.

Nicht nur, weil es ihn und seine Familie betreffe. „Wir sollten doch froh sein, wenn die Leute Arbeit haben und nach einer Babypause wieder in den Job kommen. Das kann doch nicht daran scheitern, dass das Kind nicht betreut werden kann.“ Man hätte viel früher darauf drängen müssen, ausreichend Fachpersonal zu bekommen. „Wenn ich Bürgermeister werde, werde ich mich dafür einsetzen, dass Eltern möglichst auch ortsnah einen Kita-Platz erhalten.“

Ebenso unverständlich ist für den parteilosen Priorter, wie man es zulassen kann, dass an speziellen Verkaufstagen im Outletcenter die Bürger von Elstal, Wustermark und Priort die Auswirkungen zu spüren bekommen. „Man kann an solchen Tagen mit dem Auto in Richtung Elstal unter Zeitdruck nicht fahren, weil man nie weiß, wann man ankommt.“ Eine Verkehrslösung müsse schnell her, denn das könne man den Einheimischen nicht länger zumuten.

Die Meinung der Bürger vor geplanten Investitionen abzufragen, hält Alexander Groh für äußerst wichtig. Das Beispiel des Straßenausbaus in seinem Ortsteil Priort zeige, dass nicht immer Verwaltung, Ortsbeirat und Anwohner einer Meinung sind, man aber bedenken müsse, dass die Bürger am Ende die Kosten zu tragen hätten. Er spielt auf das Gebiet „An der Haarlake“ an, wo eine Straßenseite bebaut ist, die andere nun folgen soll, damit dann die Erschließung mit Abwasser für alle erfolgen kann.

Groh ist Polizist, hat an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg studiert, war danach bei der Bereitschaftspolizei in Potsdam und ist seit einigen Jahren bei der Polizeiinspektion Havelland. Er arbeitet seit vielen Jahren im Schichtdienst und hatte, wie er sagt, deshalb kaum Zeit, sich in Priort oder gar ich der Gemeinde Wustermark um kommunale Dinge zu kümmern. Hinzu kam noch der Anbau an das Wohnhaus der Familie. Er weiß, dass sich das bei der Wahl negativ auswirken könnte, „weil mich außerhalb von Priort keiner kennt. Aber ich versuche es trotzdem und setzte auf die Chance des Außenseiters. Ich habe nichts zu verlieren. Es ist wie im Sport. Erstmal geht alles bei Null los.“

Die Verwaltungsarbeit im Wustermarker Rathaus zu bewältigen, darin sieht er keine Bedenken. „Von der Ausbildung her, bin ich eine Art Verwaltungswirt. Wichtig ist doch, dass man gut mit den Menschen umgehen und sich auf seine Leute verlassen kann.“

Von Jens Wegener

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