Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Alle Infos zur Landratswahl im Havelland

Acht Kandidaten stehen zur Wahl Alle Infos zur Landratswahl im Havelland

Auf diese Wahl schaut ganz Brandenburg. Am Sonntag sind die Bewohner im Landkreis Havelland dazu aufgerufen, einen neuen Landrat zu wählen. Gesucht wird ein Nachfolger von Burkhard Schröder (SPD).Prognosen sind schwierig. Vor allem auf den AfD-Kandidaten wird geschaut. Wir haben alle wichtigen Informationen zum Wahltag.

Voriger Artikel
Rohrbeck: Ein Dorf der starken Frauen
Nächster Artikel
Mit Blech und Schlagzeug

Diese acht treten am Sonntag bei der Landratswahl im Havelland an.

Quelle: MAZ

Rathenow. Kreiswahlleiter Lothar Marquardt hat am Freitag noch einmal alle wichtigen Vorgaben überprüft. Es ist Landratsdirektwahl im Havelland – die erste seit Bestehen des Kreises überhaupt. Bisher hatte das der Kreistag übernommen. Gesucht wird der Nachfolger von Landrat Burkhard Schröder, er ist seit dem 1. April im Ruhestand. Nun sollen 134.700 Wahlberechtigte im Kreis bestimmen, darunter auch die Erstwähler ab 16 Jahre.

MAZonline berichtet aktuell

Die ersten Ergebnisse werden am Sonntag kurz nach 18 Uhr erwartet. Nach zwei Stunden könnte ein Ergebnis weitgehend vorliegen. Auf MAZonline informieren wir sie aktuell über den Ausgang der Landratswahl.

Das sind die Kandidaten – klicken Sie sich durch die Bildergalerie

4fd46d0c-fca6-11e5-876e-44e769e78a59

Selten war das Gerangel bei einer Landratswahl so groß: Acht Kandidaten bewerben sich um den Chefposten im Havelland. Gewählt wurde am 10. April. Wir stellen die Kandidaten in der Bildergalerie vor.

Zur Bildergalerie

Nun heißt es abwarten auf die Ergebnisse, die von den Wahllokalen gemeldet werden. 211 Wahlbezirke gibt es im Landkreis. Sie sind in 26 Städten , Ämtern und Gemeinden. Insgesamt hat der Kreis 155.000 Einwohner .

Acht Kandidaten befanden sich am Samstag noch im Wahlkampfmodus. Sie verteilten noch einmal Flyer, sprachen Menschen auf der Straße an und warben für sich. Dabei haben sie natürlich das beste Ergebnis für sich im Auge, aber daneben vor allem auch die Wahlbeteiligung.

Kandidaten-Fragerunde

In der MAZ haben wir in den vergangenen Tagen die Kandidaten vorgestellt, sieben von ihnen haben einen Fragebogen beantwortet. Holger Schilling haben wir in einem Porträt vorgestellt.

– Martin Gorholt (SPD) will schnelle S-Bahn-Anbindung

– Roger Lewandowski (CDU) will eine starke Regionalbahn

– Harald Petzold (Linke) will mehr Einfluss bei Bus und Bahn

– Petra Budke (Grüne) setzt auf Chancen der Kreisreform

– Kai Gersch (AfD) will einen Bus in jede Stadt und jedes Dorf

– Raimond Heydt (Piraten) will mehr direkte Demokratie

– Frank Kittler (NPD) will die Bevölkerung über Zuwanderung aufklären

– Holger Schilling (parteilos) will „Volkslandrat“ werden

Wer wird die Wahl gewinnen? Das sind die Favoriten

Dass sich am Sonntag einer der acht Kandidaten durchsetzen und mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen erzielen wird, scheint unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher scheint eine Stichwahl, in die die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen einziehen. Die Stichwahl ist für den 24. April angesetzt.

Die wohl besten Chancen auf die Stichwahl haben sicherlich Martin Gorholt (SPD) und Roger Lewandowski (CDU). Mit Spannung aber schauen alle auf den Kandidaten der AfD, Kai Gersch. Gelingt es ihm in die Stichwahl zu kommen – im Aufwind der positiven Stimmungslage für seine Partei – wird es spannend. Außenseiterchancen haben Harald Petzold (Linke) und Petra Budke (Grüne). Der parteilose Holger Schilling, der Kandidat der Piraten, Raimond Heydt und der NPD-Kandidat Frank Kittler werden mit dem Wahlausgang wenig zu tun haben.

Burkhard Schröder – 26 Jahre im Amt

Burkhard Schröder ist Anfang April aus seinem Amt verabschiedet worden. Mit einer Dienstzeit von 26 Jahren war der SPD-Politiker dienstältester Landrat in Brandenburg, erst im Altkreis Nauen und danach im Havelland.

Schröder hatte im Oktober 2015 für Aufsehen gesorgt und eine Einladung der AfD-Fraktion im Landtag wahrgenommen. Der Tabubruch löste vor allem bei SPD und Linker Entrüstung aus.

Er hinterlässt im Landkreis keine größeren Baustellen. Der Kreis steht recht gut da. Der Niedergang der optischen Industrie in Rathenow und des einstigen Chemiestandorts Premnitz wurde durch Neuansiedlungen gestoppt. Je 1000 Arbeitsplätze gibt es dort wieder. Das 155.000 Einwohner zählende Havelland hat eine Eisenbahngesellschaft, einen Krankenhauskonzern und 10 000 Beschäftigte in gut 2200 Handwerksbetrieben. Vor allem die berlinnahen Gemeinden boomen. Gemeinden die weniger nah an der Hauptstadt liegen haben hingegen Probleme. Dies und die bevorstehende Kreisreform sind sicherlich zwei große Herausforderungen für Schröders Nachfolger. Eine ausführliche Analyse finden Sie hier.

Das Quorum

Wie bei Landratswahlen üblich, muss der siegreiche Kandidat nicht nur 50 Prozent der Stimmen erzielen. Er muss auch das sogenannte Quorum erfüllen. Das liegt bei dieser Wahl bei 20.206 Stimmen. So viele Stimmen muss ein Kandidat mindestens haben, damit sein Ergebnis gilt. Ergibt dieser Wert dann auch in der Auszählung einen Stimmanteil von mehr als der Hälfte der Wähler, dann wäre der Bewerber zum Landrat gewählt. Damit einer der Kandidaten das Quorum schafft, muss eine Wahlbeteiligung von etwa 35 Prozent zusammenkommen. Für die Stichwahl gilt diese Regelung ebenfalls.

Kommt das Quorum nicht zustande, dann wird der Landrat vom Kreistag gewählt. Die Landratsstelle würde ausgeschrieben, das könnte der Kreistag voraussichtlich am 11. Mai beschließen. Daraufhin kann sich wieder jeder bewerben, auch die Kandidaten aus der Direktwahl. Am 20. Juni könnte der Kreistag den Landrat dann wählen.

Zahlen und Fakten

155.000 Einwohner leben im Landkreis Havelland, er entstand 1993 aus den Altkreisen Nauen und Rathenow.

26 Kommunen, darunter sieben Städte, gehören zum 1727,3 Quadratkilometer großen Kreisgebiet.

42.000 Einwohner zählt Falkensee und ist damit die größte Stadt des Kreises, der Kreissitz Rathenow folgt dahinter mit 24.000 Einwohnern. Nauen auf Platz drei hat 16.700 Bewohner.

56 Sitze hat der Kreistag. 15 entfallen auf die SPD, 15 auf die CDU und zehn auf die Linke. Grüne: fünf, AfD: vier, FDP: drei, NPD: zwei, Familienpartei und Bauern je einen. Der 57. Sitz gehört dem Landrat qua Amt.

Eine Direktwahl der Landräte gibt es in Brandenburg seit 2010. Bislang wurde elf Mal direkt gewählt, sieben Mal wurde das Quorum verfehlt. Deshalb musste nach den Stichwahlen der jeweilige Kreistag den Landrat wählen.

Von Joachim Wilisch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg