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Alle machen mit: Kinder gestalten Rideplatz-Büro

Rathenow Alle machen mit: Kinder gestalten Rideplatz-Büro

In den Winterferien halfen rund 20 Mädchen und Jungen aus Rathenow, das neue Jugendbüro am Körgraben aufzubauen. Die Jugendlichen waren mit Elan dabei. Wohl auch, weil sie die neue Chill-Ecke ganz nach ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten durften. Eine Idee, die nicht nur bei den Jugendlichen selbst gut ankommt.

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André Neidt (Mitte links) und Enrico Schönefeld (Mitte rechts) haben mit Jugendlichen in den Winterferien im Büro eine Sitzecke eingerichtet.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Die Zerstörungswut einiger Jugendlicher, die mit erschreckender Regelmäßigkeit im Stadtzentrum randalieren, ist derzeit in aller Munde. Dass es in Rathenow auch junge Menschen gibt, die lieber aufbauen statt zu zerstören und sich gern an sozialen Projekten beteiligen, haben in den Winterferien 20 Mädchen und Jungen bewiesen. Gemeinsam haben sie das neue Jugendbüro am Körgaben gestaltet.

Dazu aufgerufen hatte André Neidt, Mitarbeiter der Kreissportjugend Havelland (KSJ). Er begleitete zusammen mit dem selbstständigen Maler Enrico Schönfeld und weiteren ehrenamtlichen Unterstützern von Dienstag bis Freitag den Bau einer Sitzecke. Dabei legte er großen Wer darauf, dass die Umsetzung nach den Vorstellungen und Wünschen der Jugend erfolgt. „Was hier entstanden ist, ist zu einhundert Prozent das Werk der Kids“, betonte Neidt und zeigte stolz auf das Werk, das an einen Miniatur Skatepark erinnert.

Erinnerungen an die alte Rathenower Skaterhalle

Stolz waren auch die jungen Handwerker, als sie am Freitagnachmittag ihr Werk betrachteten. „Enrico hat gesagt, hier kann jeder seinen Senf dazu geben, das hat uns gefallen. Wir durften die Sitzecke so gestalten, wie es uns gefällt“, berichtete die zwölfjährige Celina. Sie kam zwar erst Mitte der Woche mit ihrer Freundin Fiona dazu, brachte sich dann aber ebenfalls mit viel Elan ein. „Wir wussten erst nichts von dem Projekt. Als ich André auf dem Märkischen Platz traf, erzählte er uns davon. Am nächsten Tag sind wir gleich dazu gekommen“, so Celina.

Der 13-Jährige Connor hatte über Facebook von der Aktion erfahren. „Ich war jeden Tag dabei“, erzählt er, während er das letzte Teilstück der Sitzecke schwarz anstreicht. Dass sich die Jugendlichen in dem neuen Büro bereits wie zu Hause fühlen, hat einen guten Grund. „Wir haben hier fast ausschließlich Material aus der alten Skaterhalle verwendet, dass wir auf dem Rideplatz nicht verbauen können“, erklärte Neidt.

Das Büro zum neuen Freizeitplatz

Noch ist das Büro am Körgraben eher eine Baustelle als eine Anlaufstelle. Das soll sich schon bald ändern.

Den Anfang haben die Jugendlichen gemacht, die in den Winterferien die „Chill Lounge“ aufgebaut haben, die zugleich als Besprechungsecke dienen soll.

Auf rund 120 Quadratmetern sollen künftig Jugendarbeiter Platz für Workshops, Projektarbeit und interne Beratungen haben.

Eine offizielle Eröffnung des Büros folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Geplant ist, das Büro zunächst einmal pro Woche zu öffnen.

Künftig sitzen die Nutzer des Büros also auf ausrangierten Rampenteilen, die mit Farbe und Polsterung zu Sitzbänken umfunktioniert wurden. Connor hat sogar sein altes Skateboard als Deko gespendet und auch der Grafitischriftzug vom Halleneingang ziert jetzt die Sitzecke. Das nötige Werkzeug und künstlerisches Know-How steuerte Enrico Schönfeld bei. Er stand den Teilnehmern jeden Tag mit Rat und Tat zur Seite. „Es war wirklich beeindruckend zu sehen, mit wie viel Spaß alle bei der Sache waren“, so Schönfeld.

Das Büro soll laut André Neidt eine Art „eierlegende Wollmilchsau“ werden. Soll heißen, es wird für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Zum einen soll es das zentrale Jugendbüro werden, das die Jugendarbeiter unter anderem für Dienstberatungen, Projektbesprechungen oder Workshops nutzen können. Zugleich soll das Büro als Aufenthaltsort und Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche dienen. Auch Eltern könnten hier in Kontakt mit Jugendarbeitern treten, so Neidt. Ihm ist auch die Außenwirkung des Büros wichtig, das in unmittelbarer Nähe zum Rideplatz liegt.

Vermieter des Büros ist die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR). Deren Geschäftsführer, Hartmut Fellenberg, ist nicht nur ein Befürworter des Rideplatzes, er unterstützt auch das Vorhaben, in dem Wohngebiet ein Jugendbüro zu eröffnen. „Wir sehen einen Handlungsbedarf in diesem Quartier und bringen deshalb diese Gewerbeeinheit als Eigenleistung in das Projekt ein“, erklärt Hartmut Fellenberg. Er sieht darin auch die Möglichkeit, Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die bisher im Innenhof zum Leid einige Mieter für Lärm sorgen.

Von Christin Schmidt

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