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Alle nannten ihn nur „Frieder“

Nachruf Alle nannten ihn nur „Frieder“

Am Mittwoch verstarb Hans-Jürgen „Frieder“ Neumann, eins der bekanntesten Semliner Gesichter, nach langer Krankheit. Das Dorf nimmt Abschied von einem Mann, der sich auf verschiedensten Ebenen in seiner Heimat engagierte, sich in politische Diskussionen einmischte und dessen Herz für die Kultur schlug. Semlin lässt die Glocken läuten für Frieder Neumann.

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Frieder Neumann, ein bekanntes Semliner Gesicht.

Quelle: Martin Keune

Semlin. „Ein kleines, altes Dorf kann ein gottverlassenes Nest sein – oder der liebenswerteste Ort der Welt. Den Unterschied machen nicht die schöne Natur oder die Putzigkeit der Häuser – den Unterschied machen die Menschen. Wie sie miteinander umgehen, was sie aus dem Gegebenen machen – das ist entscheidend. Frieder Neumann (1958 – 2017) hat wie kein anderer dazu beigetragen, aus Semlin einen liebenswerten Ort zu machen.“ Mit diesen Worten würdigt der Wahl-Semliner Martin Keune den in dieser Woche verstorbenen Frieder Neumann.

Der gebürtige Semliner, der tatsächlichen Hans-Jürgen hieß, den aber alle Frieder nannten, gehört zu den bekanntesten Gesichtern des Ortes. Aktiv arbeitete er im Gemeindekirchenrat mit, engagierte sich nach der Wende bis 2003 als Mitglied des Semliner Ortsbeirats für sein Heimatdorf und mischte als Mitglied des SPD-Ortsvereins Rathenow in der Kommunalpolitik mit. Als sein politische Vorbild nannte der gelernte Vermessungstechniker einst Manfred Stolpe.

Kein Sommerfest ohne Frieder Neumann

„Im Dorf unterwegs zu sein, an jedem Haus für einen kurzen Plausch und ein paar freundliche Worte halt zu machen: Das war eine Beschäftigung, die Frieder überaus schätzte und mit der er die Dorfgemeinschaft stetig zusammen- und unterhielt“, schreibt Keune. Und Semlins Ortsvorsteher, Alfred Mantau (SPD), zu dem Frieder Neumann einen engen Kontakt pflegte, erinnert sich an dessen offenes Wesen. „Er war immer freundlich, kontaktfreudig und stets bereit, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen“, sagt Mantau.

Der Ortsbeirat sei Frieder Neumann zu großem Dank verpflichtet für seine Mitarbeit im Festkomitee zur Vorbereitung und Durchführung der Sommerfeste. Dabei habe er sich besonders bei der Gewinnung von Sponsoren verdient gemacht, so Mantau. Als gebürtiger Semliner interessierte sich Frieder Neumann für alles, was im Ort passierte. „Ihm war Semlin wichtiger als alles andere. Er hatte Ideen und Energie, die er ausdauernd und uneigennützig für dieses Dorf einsetzte. Nicht nur als politisch denkender Mensch, der er auch war.“

Am Donnerstag läuteten in Semlin die Glocken für Frieder

Als Sohn einer Künstlerin schlug sein Herz vor allem für die Kultur. Zahlreiche Konzerte in der kleinen Semliner Dorfkirche hatte er in den letzten Jahrzehnten initiiert, vorbereitet und durchgeführt. „Das auf die Beine zu stellen, war eine Berufung, die Frieder Neumann zeitlebens immer wieder suchte und fand“, so Keune. Am Mittwoch erlag Frieder Neumann nach langem Kampf einem Krebsleiden. Am Donnerstag läuteten für ihn in Semlin die Glocken. „Ein letztes Konzert für einen Mann, dem dieses Dorf viel verdankt und den Semlin nicht vergessen wird, wann immer in unserer Kirche Menschen für ein Konzert zusammenkommen.“

Von Christin Schmidt

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