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Alles Wichtige zum Terroranschlag in Istanbul

Am Tag nach dem Anschlag Alles Wichtige zum Terroranschlag in Istanbul

Zehn Menschen sind bei dem verheerenden Terroranschlag ums Leben gekommen, darunter zwei Brandenburger aus Falkensee im Havelland. Am Mittwoch waren Entsetzen und Trauer in Berlin und Brandenburg groß. An Rathäusern wehen die Fahnen auf Halbmast. Unterdessen gibt es erste Festnahmen. Alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

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Menschen legen am Ort des Terrors im Herzen von Istanbul Blumen nieder.

Quelle: EPA

Potsdam, Berlin. Nach dem Terroranschlag in Istanbul hat sich die Zahl der getöteten deutschen Staatsbürger auf zehn erhöht, darunter zwei Brandenburger aus Falkensee (Havelland) und ein Berliner. Zwei Deutsche erlagen inzwischen ihren schweren Verletzungen, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit.

Schock in Falkensee

Noch sieben weitere Deutsche seien nach dem Attentat vom Dienstag in Krankenhäusern in Istanbul, fünf von ihnen auf der Intensivstation. Außerdem gebe es drei Leichtverletzte, die noch am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen werden sollten.

Bei den Todesopfern aus Brandenburg handelt es sich um ein Ehepaar (71 und 73 Jahre) aus Falkensee (Havelland). Das sagte der Potsdamer Regierungssprecher Andreas Beese am Dienstagabend.

In Falkensee ist der Schock nach dem Bekanntwerden, wer die Terror-Opfer sind, groß. Die MAZ hat sich in Falkensee umgehört.

Falkensee und Brandenburg trauern

In Falkensee steht die Fahne vor dem Rathaus auf Halbmast. Bürgermeister Heiko Müller und die Einwohner der Stadt sind erschüttert. „Wie grausam die Welt geworden“, schreibt jemand auf Facebook. Auch Berlin hat Trauerbeflaggung angeordnet.

Falkensee trauert um die Terror-Opfer >

Auf diesem Platz im Stadtteil Sultanahmet, – zwischen Blauer Moschee (im Hintergrund) und Hagia Sophia – gab es am Dienstag den Terroranschlag

Auf diesem Platz im Stadtteil Sultanahmet, – zwischen Blauer Moschee (im Hintergrund) und Hagia Sophia – gab es am Dienstag den Terroranschlag.

Quelle: dpa

Das sind die Opfer

Der 1988 geborene Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt. Dabei wurden zehn Menschen sofort getötet und 15 weitere zum Teil schwer verletzt. Unter den Schwerverletzten sind nach Aussage von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) keine Brandenburger.

Zeichen der Anteilnahme und Trauer

Zeichen der Anteilnahme und Trauer: Menschen legen in Istanbul rote Nelken nieder.

Quelle: dpa

Unter den Todesopfern sind neben dem Ehepaar aus Brandenburg:

– ein Mann aus Berlin
– drei Menschen aus Rheinland-Pfalz: ein Ehepaar aus Mainz (61 und 59) und ein Mann aus Bad Kreuznach (73). Dessen Ehefrau überlebte schwer verletzt
– ein Mann (67) aus Hessen. Seine 50-jährige Ehefrau ist verletzt worden
– drei Menschen aus Sachsen: eine 70-Jährige aus Leipzig, zwei Männer (51 und 75) aus Dresden

Rückführung der Toten

Über den Zeitpunkt und die Modalitäten für eine Rückführung der Toten und Verletzten nach Deutschland ist noch nicht entschieden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sei die Bundeswehr dazu „bereit und in der Lage“. Auch Schwerverletzte könnten mit einem Medevac-Airbus ausgeflogen werden. Die Entscheidung treffe der Krisenstab des Auswärtigen Amts.

Anteilnahme in Brandenburg

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich zutiefst erschüttert von ihrem Tod. „Hier wurden Unschuldige Opfer sinnlosen Terrors“, sagte Woidke nach Angaben Beeses. Der Ministerpräsident ist derzeit auf einer Konferenz in Wroclaw.

„Wir stehen in dieser Stunde zusammen, um Trost denen zu spenden, die jetzt um ihre Lieben trauern. Ich wünsche den Angehörigen aufrichtig viel Kraft, das Untragbare zu tragen“, sagte Brandenburgs Innenminster Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwochnachmittag.

Festnahmen in der Türkei

In der Türkei sind inzwischen drei russische Staatsbürger festgenommen worden. Sie sind Moskauer Sicherheitskreisen wegen ihrer Kontakte zu Terrorgruppen bekannt. Es gebe Informationen, dass sie Verbindung zu ausländischen terroristischen Gruppierungen gehabt hätten oder sogar Mitglied gewesen seien. Das sagte ein Behördenvertreter am Mittwoch der Agentur Interfax in Moskau. Einer der Männer werde mit russischem und internationalem Haftbefehl gesucht. Die zwei anderen hätten Russland vor Jahren verlassen, um sich in Nahost als Terroristen ausbilden zu lassen. Nach dem Anschlag von Istanbul hatte die türkische Polizei bei Anti-Terror-Einsätzen die drei Russen am Mittwoch im Badeort Antalya festgenommen. Die türkische Regierung hatte am Dienstag die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Thomas de Maizière in Istanbul

Thomas de Maizière in Istanbul.

Quelle: dpa

Thomas de Maizière wollte am Mittwoch eigentlich in Potsdam sein zu einem Redaktionsbesuch bei der MAZ und zur Teilnahme an einer Podiumsdiskussion an der Universität Potsdam.

Nach Terror: De Maizière sagt Potsdam-Besuch ab

Urlauber waren auf Drei-Länder-Erlebnisreise

Die Opfer des Anschlags in Istanbul waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Ein Teil dieser Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Auf dieser Tour lag auch der Anschlagsort in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Andere Urlauber hätten ein individuelles Programm absolviert. Wie viele Reisende an der Gruppenveranstaltung teilgenommen hätten, sei noch nicht klar, sagte Leßmann.

Die Drei-Länderreise umfasse Istanbul, Dubai und Abu Dhabi. „Die Reisegruppe sollte von Istanbul über Dubai nach Abu Dhabi reisen“, sagte Leßmann. In der türkischen Metropole seien die Urlauber am Montag angekommen. Die Weiterreise nach Dubai sei für den Mittwoch geplant gewesen.

„Im Herzen bei Euch“ titelt einen Tag nach dem Terroranschlag von Istanbul eine türkische Zeitung

„Im Herzen bei Euch“ titelt einen Tag nach dem Terroranschlag von Istanbul eine türkische Zeitung.

Quelle: Screenshot

Türkische Zeitung: „Im Herzen bei Euch“

Nach dem Terroranschlag von Istanbul mit mindestens acht getöteten Deutschen sind zwei türkische Zeitungen mit deutschen Schlagzeilen erschienen. «Im Herzen bei Euch» stand am Mittwoch auf der Titelseite der Zeitung «Habertürk». Die Zeitung «Meydan» erschien mit einer ebenfalls auf deutsch gehaltenen Schlagzeile. Dort stand in weißen Versalien auf schwarzem Grund: «Wir trauern».

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Von MAZonline

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