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Alles hängt vom Milchpreis ab

Landwirtschaft Alles hängt vom Milchpreis ab

Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) besichtigte am Mittwoch die neue Milchviehanlage der Firma Krabbenborg im Nauener Ortsteil Berge. Drei neue Hallen bieten zukünftig Platz für rund 1200 Kühe. Ob sich die Investition für Landwirt Steffen Krabbenborg lohnt, hänge vor allem von einem Faktor ab.

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Marten Peter (r.) erklärt Jörg Vogelsänger die neue Anlage.

Quelle: Foto: Hafer

Berge. Fünf Millionen Euro investierte Landwirt Steffen Krabbenborg in seinen Milchviehbetrieb in Berge. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) mache dies stolz, vor allem angesichts der immer noch existierenden Milchpreiskrise. Das sagte Vogelsänger am Mittwoch, als er gemeinsam mit Landesbauernpräsident Udo Folgart (SPD) und Vertretern des Kreisbauernverbandes die neue Milchviehanlage von Landwirt Steffen Krabbenborg in Berge besichtigte.. Drei große Hallen, mit Platz für bis zu 1200 Kühen, wurden in eineinhalb Jahren Bauzeit errichtet. Jede der Hallen hat eine Grundfläche von 35 Mal 135 Meter. Seit August letzten Jahres ist die Anlage nun in Betrieb.

5 Millionen Euro hat der Landwirt investiert

Herzstück ist die neue Fischgrätenmelkanlage. 20 Kühe finden auf jeder der beiden Seiten Platz. Das sei etwas Besonderes, betonte Agrarminister Vogelsänger. Denn eigentlich seien 80 bis 90 Prozent der Betriebe mit Rotationsanlagen ausgestattet. Krabbenborg entschied sich für eine Fischgrätenalge, da er schon früher an einer solchen Anlage gemolken hatte, erzählte er. Durch den Neubau würden sich zudem die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessern. „Die neuen Hallen wurden so gebaut, dass viel Licht einfällt, das macht das Arbeiten angenehmer“, sagte Krabbenborg. Ein Clou der neuen Anlage sei außerdem der höhenverstellbare Boden. Kleinere Mitarbeiter könnten diesen hochfahren und so leichter die Melkstände erreichen.

Anzahl der Tiere soll bis Jahresende steigen

Derzeit seien die Hallen nur zu 70 Prozent ausgelastet. Doch schon bis Jahresende möchte Krabbenborg seinen Kuhbestand, durch eigenen Nachwuchs, von jetzt rund 700 Tieren auf 900 bis 1000 Kühe steigern. Vor 15 Jahren hatte Steffen Krabbenborg den Betrieb in Berge übernommen und zunächst die alten Ställe saniert. „Als die Bedingungen dort nicht mehr ausreichend waren, mussten wir uns entscheiden: Aufhören oder weitermachen“, so Steffen Karrenborg. Er habe sich fürs weitermachen entschieden, was ihn, wie er zugibt, einige Nerven gekostet habe.

Vogelsänger: „Milchpreis ist unakzeptabel“

Der Blick auf den Milchpreis beruhigt ihn dabei nur wenig. „Milch ist immer noch einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Landwirtschaft“, sagte Agrarminister Vogelsänger. Der aktuelle Milchpreis sei allerdings unakzeptabel. Doch vor allem Landwirte wie Steffen Krabbenborg sind auf einen steigenden Milchpreis angewiesen. „Wenn die Preise so schlecht bleiben, wie jetzt, können wir nicht überleben“, sagte er. Denn die Investitionssumme müsse erst einmal wieder reingeholt werden. Derzeit sei allerdings noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen, sagte auch Udo Folgart. „Daher ist es wichtig, dass die Betriebe auch in den Energiesektor investieren“, so Vogelsänger. Landwirt Krabbenborg betreibt daher auf seinem Gelände eine Biogasanlage. Denn in der Landwirtschaft zähle jeder Euro.

Von Danilo Hafer

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