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Alltagsbegleiter nun auch mobil top ausgestattet

Demografieprojekt Havelland Alltagsbegleiter nun auch mobil top ausgestattet

Wenn die Augen schlechter sehen, die Kraft schwindet und die Füße nicht mehr so wollen, dann wird so manches Alltägliche zur Herausforderung. Um das Leben im Alter zu erleichtern hat der Landkreis im Rahmen des Demografieprojekts nun Trolleys angeschafft. Diese sind mit Utensilien vollgepackt, mit denen auch Betagte viele Hürden meistern können.

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Sozialdezernent Wolfgang Gall (3.v.r.) übergibt die Koffer an die Vertreter der Diakonie, des Kreisseniorenrats und des Pflegestützpunkts.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Es gibt im Alltag so manches Hindernis, das vor allem ältere Menschen zur Verzweiflung bringt: Flaschen, die sich nur mit großem Kraftaufwand öffnen lassen, Schuhe, in die man ohne Hilfe kaum noch reinkommt oder Lichtschalter, die im Dunkeln plötzlich unauffindbar sind. Um so älter wir werden, umso mehr Hindernisse schleichen sich in den Alltag ein. Plötzlich fällt es schwer, sich die Schuhe zu zubinden, Dinge, die auf den Boden fallen, sind kaum noch zu erreichen und die Tasten auf dem Telefon sind ohne Sehhilfe nicht mehr zu erkennen. Mit diesen Alltagsfallen muss man aber keineswegs leben, denn längst gibt es verschiedene praktische Hilfen für die zweite Lebenshälfte.

Eine Auswahl befindet sich in den sechs neuen Mustertrolleys, die der Landkreis Havelland im Rahmen des Demografieprojekts angeschafft hat. Am Dienstag überreichte Sozialdezernent Wolfgang Gall (CDU) gemeinsam mit Demografiereferentin des Landkreises, Sabine Kosakow-Kutscher, die Trolleys an Mitarbeiter des Pflegestützpunkts Havelland, dem Kreisseniorenrat und an die Wohnraumberater des Diakonischen Werkes. Wesentlich für den Erfolg der neuen Mustertrolleys, so Gall, sei eine nied­rig­schwel­lig Beratung und die übernahm am Dienstag vor den Augen zahlreicher ehrenamtlicher Alltagsbegleiter Heinz Golze. Der 68-Jährige ist Vorsitzender des Kreisseniorenrates und hat sich mit dem Trolley und dessen Inhalt bereits ausgiebig beschäftigt.

Projekt soll über mögliche Hilfen informieren

„Mit diesem Koffer kommen sie auch voll beladen treppauf und treppab“, erklärte Golze und demonstrierte das ausgeklügelte Rollensystem. Dann fischte er elastische Schnürsenkel und einen verlängerbaren Schuhlöffel aus dem Trolley, um zu zeigen, wie er ohne Bücken lässig in seinen Turnschuh schlüpfen kann. Dank der Schnürsenkel aus Gummi kann man sich nämlich das Auf- und Zubinden ersparen. Eine Lupe mit Beleuchtung erleichtert das Lesen auch bei Schummerlicht und Dank des Multifunktionsöffners lassen sich Flaschen mit Schraubverschluss auch mit wenig Kraft öffnen.

All diese Dinge und noch mehr möchte Golze mit seinen Mitstreitern nun in Pflegeheimen und Seniorentreffs vorstellen. Auch die Wohnraumberater des Diakonischen Werkes und die Mitarbeiter des Pflegestützpunktes werden die Trolleys kostenlos zur Verfügung stellen. Dabei geht es nicht darum, einzelne Produkte zu bewerben oder gar zu verkaufen. Die Vorführung soll lediglich dazu dienen, eine Vorstellung davon zu vermitteln, welche Hilfsmittel es gibt und das Interesse für diese wecken. „Wir stellen dabei nie ein spezielles Produkt vor, sondern lediglich eine Produktkategorie“, machte Christina Höffler, Sozialplanerin des Landkreises deutlich.

Neues Teilprojekt: Barrierearme Musterwohnung

Die praktischen Trolleys sind der erste Schritt hin zur Umsetzung eines weiteren Teilprojekts. Der Landkreis plant die Einrichtung einer technikunterstützten barrierearmen Musterwohnung. Realisiert wird dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Stadt Rathenow und der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow. Wie Sabine Kosakow-Kutscher informierte, soll die Musterwohnung im zweiten Halbjahr im Friedrich-Ebert-Ring entstehen und anschließend drei Jahre lang kostenlos für Besichtigungen zur Verfügung stehen. Ziel ist es, die Menschen praxisnah für technikunterstützte Lösungsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden zu sensibilisieren und zu beraten. Dafür investiert der Landkreis 70 000 Euro.

Das Demografieprojekt

Das Demografieprojekt wurde im Jahr 2010 vom Landkreis und der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen, um Projekte für Senioren zu entwickeln.

Beteiligt sind der Landkreis und die Havelland-Kliniken sowie vier Modellregionen: die Städte Rathenow, Nauen und Falkensee sowie die Ämter Rhinow, Nennhausen und Friesack.

Die Laufzeit war ursprünglich auf die Jahre 2010 bis 2012 angesetzt.

Zweimal wurde das Projekt verlängert. 2014 verabschiedete sich die Robert-Bosch-Stiftung, die insgesamt 180 000 Euro investiert hatte.

Am 1. Juli 2014 startete die zweite Projektphase, die bis Juni 2017 laufen soll.

Zu den Projekten, die im Rahmen des Projekts entstanden, gehören unter anderem die Mieterinsel in Nennhausen, der Rufbus in Nauen oder das Familiencafé in Falkensee.

 

Von Christin Schmidt

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