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Altar der Dorfkirche ist restauriert

Kirchensanierung in Börnicke Altar der Dorfkirche ist restauriert

Mit einem Festgottesdienst und einem Konzert feiern die Börnicker und ihre Gäste am Sonntag den vorläufigen Abschluss der Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten an ihrer Dorfkirche. Dazu gehört auch, dass der kulturhistorisch wertvolle Altar aus dem 16. Jahrhundert aufgefrischt worden ist.

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Jörg Schütt am fast restaurierten Altar.

Quelle: Andreas Kaatz

Börnicke. Nur noch wenige Tage, dann ist die Restaurierung des Altars der Börnicker Dorfkirche abgeschlossen. Mit einem Festgottesdienst soll dies am Sonntag gefeiert werden. Pfarrerin Katherina Plume ist beeindruckt davon, was die Börnicker in der Vergangenheit auf die Beine gestellt haben. „Es ist ein Gottesgeschenk, dass so viele Menschen mitgemacht haben und dass ein so kleiner Ort dies hinbekommen hat“, sagt sie. Der Altar aus dem 16. Jahrhundert sei in ihrem Zuständigkeitsbereich der einzige historische, der die Stürme der Zeit ohne große Veränderungen überstanden hat.

Viele Spender haben an der Restaurierung ihren Anteil – neben vielen Börnickern unter anderem auch die Friede-Springer-Stiftung. Für das letzte Teil am Altar spendete Einwohnerin Elisabeth Wendlandt sogar Gold – Blattgold –, das sie noch übrig hatte. „Das ist ja für einen guten Zweck“, begründete sie ihre besondere Spende. Nun wird Restauratorin Annett Schulz dieses Blattgold bis zum Wochenende auf das noch weiße Schleierbrett in der Altarmitte „aufschießen“, wie der Fachmann sagt. Ganz auf die traditionelle Art: Erst der Kreidegrund, dann Tonerde und darauf das Gold.

Die Restaurierung des Altars an sich ist ein Gemeinschaftswerk. Annett Schulz hat es zusammen mit der Nauener Tischlerfirma Winkler und den Holzbildhauerinnen Christin Dahmen und Luise Harfmann vollbracht. So wurden fehlende Holzteile ersetzt wie Steinböcke, zudem erhielt der heilige Matthäus seine Hand zurück. Die Vorlage dafür bildete eine Fotografie von 1932. Insgesamt hat die Altarrestaurierung 18 000 Euro gekostet. „Das war schon eine tolle Sache“, sagt die Restauratorin, die bis Sonntag auch noch ein aufgefrischtes Bild der Kreuzigung fertiggestellt und an seinen alten Platz gehängt haben wird.

Glücklich über den restaurierten Altar ist auch Jörg Schütt, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Börnicke-Kienberg. „Wir sind froh, dass wir es geschafft haben“, sagt er. Und meint damit nicht nur den Altar. Denn seit 2012 wurde noch viel mehr an und in der Kirche gemacht. Aufsehenerregend war zweifelllos die Bekämpfung des Holzwurmes, der über die Jahrhunderte der Orgel, den Bänken, dem Altar und der Kanzel stark zugesetzt hat. Mitte 2013 war dazu die Kirche in schwarz-rot-gelbe Planen gehüllt worden – luftdicht abgeschlossen. Anschließend wurde ein Gas eingeleitet, das den Plagegeistern den Gar ausmachte. Dies war die Grundlage dafür, dass mit der Restaurierung der Holzteile begonnen werden konnte.

Des Weiteren wurde im Zuge der Kirchensanierung auch der Vorbau auf der Südseite des Schiffes erneuert. „Als der Putz runter war, zeigten sich teils solche Risse“, sagt Schütt und deutet mit den Händen einen Abstand von mehreren Zentimetern an. So wurden Anker eingezogen, um das Bauwerk zu stabilisieren, und alles neu verputzt. Die helle Farbgebung wurde mit den Denkmalpflegern abgestimmt wie auch viele andere Dinge, die an der Kirche geschahen. Der Tischler hat die im unteren Bereich verfaulte Eingangstür wiederhergestellt. Auf der Westseite indes musste die Tür komplett erneuert werden.

Aber Schütt weiß auch, dass noch einiges zu tun ist. „Es ist noch genug Arbeit da. Wir müssen in der Kirche einen Farbanstrich vornehmen und suchen nach Kronleuchtern, die den Originalen zumindest nahe kommen. Die sind wohl im Zweiten Weltkrieg oder kurz danach verschwunden“, sagt der Vorsitzende. Aber damit nicht genug. Nach dem Altar muss nun dringend die Kanzel restauriert werden. Dies wird erneut 15 000 bis 20 000 Euro kosten. Dazu müssen wieder eifrig Spenden gesammelt werden. Auch wenn die Gesamtsumme noch nicht zusammen ist: „Wir haben den Auftrag bereits ausgelöst.“ Noch in diesem Jahr soll es losgehen mit ersten Arbeiten. „Und wir müssen uns Gedanken um die Ofenheizung machen“, sagt Schütt. Er befürchtet, dass austretender Qualm den geplanten Farbanstrich im Inneren der Kirche sonst beeinträchtigen könnte.

Wenn es darum geht, anlässlich des Festes am Sonntag jemandem zu danken, fällt Jörg Schütt auf jeden Fall Heidrun Held ein. „Sie hat die ganze Baumaßnahme gemanagt und das fast alles ehrenamtlich.“ Die Ingenieurin holte Angebote ein, hielt die Verbindung zu Firmen und Behörden. „Sie hat uns viel abgenommen.“

Wer am Sonntag ab 14 Uhr etwas über die Restaurierung und Geschichte des Altars wissen möchte, kann einem Vortrag von Annett Schulz lauschen. Denn wie die Restauratorin sagte, „ist an dem Altar brandenburgische Kunstgeschichte ablesbar“. Zu keiner Zeit sei der Altar komplett übermalt oder vollständig neugestaltet worden. Zwei der Figuren stammen sogar aus dem Mittelalter.

Von Andreas Kaatz

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