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Alte Falkenseer Kaufhalle verschwindet

Stadtentwicklung Alte Falkenseer Kaufhalle verschwindet

Die Abrissarbeiten an der alten Kaufhalle in der Falkenseer Bahnhofstraße sind in vollem Gange. Voraussichtlich ab Juni entstehen dort dann drei neue Geschäfts- und Wohnhäuser. Für die Gewerbeflächen gibt es nach Angaben des Bauherren bereits die ersten Mietanfragen. Wohnungen sind ab dem vierten Quartal zu haben.

Falkensee, Bahnhofstraße 79/81 52.56067 13.09144
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Ein Bagger trägt die Mauern der alten Kaufhalle in der Bahnhofstraße ab.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Voraussichtlich ab Juni entstehen in der Bahnhofstraße in Falkensee – auf dem Gelände der alten Kaufhalle, zwischen Adolf-Haferland-Weg und dem Gebäude der Berliner Volksbank – drei neue Geschäfts- und Wohnhäuser. „Wir sind voll im Plan“, sagt Tim Bewig von der zuständigen Firma Allancons aus Berlin. Man sei guter Dinge, dass die Baugenehmigung in den nächsten Tagen erteilt wird. Ende 2017 sollen dann die ersten Mieter einziehen können.

Derzeit sind die Abrissarbeiten an der alten Kaufhalle in vollem Gange. Ein Bagger ist im Einsatz, um die Mauern abzutragen, überall liegen Steine und Schutt herum. „Das ist ein relativ unproblematisches Gebäude, da gibt es weitaus Schlimmeres“, meint Bauleiter Mario Melchert. In einer Ecke der Halle haben Bauarbeiter sich aus Steinen und einer Platte einen provisorischen Tisch gebaut, an dem sie zusammen ihre Mittagspause verbringen.

Immer wieder halten Fußgänger und Radfahrer an und beobachten neugierig das Geschehen. Noch informiert kein Schild darüber, was an dieser Stelle in der Falkenseer Mitte einmal entstehen soll; am Bauzaun hängen derzeit bloß Werbeplakate für eine Hundemesse. „Wir arbeiten aber an einer Hinweistafel samt Grafik, damit die Leute wissen, was dort passiert“, beruhigt Tibor Desczyk von Allancons. „In 14 Tagen steht das.“

Die Pläne für das Bauvorhaben sind ohnehin längst bekannt. Gleich drei neue Gebäude sollen entstehen: das Haupthaus an der Bahnhofstraße 79/81 und zwei weitere auf seiner Rückseite mit insgesamt rund 5000 Quadratmetern Wohn- und Gewerbefläche auf je vier Etagen. Das Erdgeschoss ist für Gewerbe und Gastronomie vorgesehen, in das erste Obergeschoss sollen sowohl Unternehmen, als auch Arztpraxen einziehen.

Insgesamt sind 47 Wohnungen vorgesehen, darunter sowohl Ein- bis Zwei-Zimmer-Appartements, als auch familiengerechte Vier-Zimmer-Wohnungen. Die Kaltmiete soll ab 6,50 Euro für Wohnungen und 9,50 Euro pro Quadratmeter für Gewerbeflächen betragen. Geparkt werden kann in der Tiefgarage mit 62 Stellplätzen oder im Innenhof mit weiteren 21 Parkplätzen. Die Kosten für das Projekt liegen im zweistelligen Millionenbereich.

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) hatte sich bereits bei der Vorstellung der Pläne begeistert gezeigt: „In Falkensee schließt sich mit dem Vorhaben eine städtebauliche Lücke und könnte eine Initialzündung für viele weitere Investoren sein.“ Müller damals weiter: „Die Immobilie hat zwei Seiten, die Scharenberg-, Post- und Bahnhofstraße verknüpfen. Dass neben der Belebung der Bahnhofstraße auch die Rückseite des Gebäudes gestärkt wird und der Adolf-Haferland-Weg sein Image als dunkle Gasse verliert, war ein wichtiger Faktor bei den Planungen“

Für die Gewerbeflächen gibt es nach Angaben des Bauherren bereits die ersten Mietanfragen. Die Verträge sollen bis zum Sommer geschlossen sein. „Wir sind angenehm überrascht über das große Interesse, das schon jetzt am Objekt und an den Mietflächen besteht“, sagt Tim Bewig von der Firma Allancons. Der Vermietungsstart für die Wohnungen ist im vierten Quartal 2016, wenn die Einzugstermine verbindlich festgelegt werden können.

Die alte Kaufhalle war um 1980 erbaut worden. Die HO bot dort Waren des täglichen Bedarfs an, von Lebensmitteln über Kohlenanzünder bis hin zu Tabakerzeugnissen. Nach der Wende war dem Flachbau ein Ziegeldach vorgesetzt worden. 2003 hatte der Besitzer der Berliner Filmverleihkette Video-World das Gebäude erworben, sämtliche Umbau- und Nachnutzungspläne scheiterten jedoch. Danach war einige Jahre noch ein Billigartikel-Anbieter in der Halle als Mieter zu finden, der Waren unter anderem aus Schadens-Beständen verkaufte.

Im Hintergrund kam es jedoch zum Streit zwischen dem Eigentümer und den Kreisbehörden, weil für die Wiedereröffnung nach Leerstand kein neuer Bauantrag gestellt worden war. Die Sache ging vor Gericht, wo letztlich die sofortige Schließung verfügt worden war, die vom Oberverwaltungsgericht bestätigt wurde. Seitdem stand das Gebäude leer.

Von Philip Häfner

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