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Alte Mauer vor dem Fall

Stallwand der Zietenhusaren Alte Mauer vor dem Fall

Seit Jahren steht auf dem Zietengelände in Rathenow eine alte Stallwand aus der Zeit der Zietenhusaren nutzlos in der Gegend herum. Weil die Mauer unter Denkmalschutz stand, durfte sie nicht abgerissen werden. Doch mittlerweile hat sich die Lage geändert: Die Tage der Mauer sind gezählt.

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Lange wird sie wohl nicht mehr stehen, die Wand eines Reitstalls aus der Zeit der Zietenhusaren.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Seit ein paar Wochen ist Bewegung auf dem Zietengelände in der Bahnhofstraße. Die rund 7000 Quadratmeter große Brachfläche wird für die Bebauung vorbereitet. Im Sommer soll mit dem Bau von neun Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 36 Wohnungen begonnen werden (MAZ berichtete).

Weil die Fläche jetzt freigeräumt ist, fällt ein Bauwerk ins Auge, das dort seit Ende des 19. Jahrhunderts steht aber wegen der versteckten Lage kaum beachtet wurde. Wobei Bauwerk zu viel gesagt ist. Es handelt sich um eine Mauer, die einst die Rückwand eines Pferdestalls war. Dieser Stall war Teil des riesigen Kasernenkomplexes war, in dem die Zietenhusaren mit ihren Pferden lebten und arbeiteten. Von dem Komplex übrig sind die Kasernen an der Bahnhofstraße, die zu Wohnungen umgebaut wurden. Und der alte Pferdestall hinter der Havellandhalle, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Und weil auch die besagte Mauer Zeugnis einer längst vergangenen Epoche ist, stand sie bis vor einigen Jahren unter Denkmalschutz.

Allerdings konnte dadurch nicht verhindert werden, dass immer wieder Ziegelsteine aus dem Bauwerk verschwanden. Offenbar erfreuten sich die ehrwürdigen Ziegel als Baumaterial großer Beliebtheit. Irgendwann fehlte ein ganzes Mauerstück. Als Anlieger dann noch die Befürchtung äußerten, die ehemalige Stallwand könne zusammenbrechen und zu Schäden an Mensch und Material führen, wurde die ursprünglich rund vier Meter hohe Mauer mit Zustimmung der Denkmalschützer um rund zwei Meter gekappt.

Und die Tage dieser Überreste sind auch gezählt. Jens Hubald, Sachgebietsleiter Stadtentwicklung im Rathenower Bauaumt, sagt, dass die künftigen Bewohner jener drei Häuser, deren Garten von der Mauer begrenzt wird, keine Schwierigkeiten haben werden, die Mauer abzureißen. „Die Denkmalschutzbehörde des Kreises hat signalisiert, sich einem Abriss nicht entgegenzustellen“, sagt Hubald. Der Mauerfall steht also bevor. Aber voraussichtlich wird – von den unmittelbaren Anliegern abgesehen – kaum jemand etwas davon mitbekommen.

Von Markus Kniebeler

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