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Havelland Alte Rathenower Militärfläche wird Wohngebiet
Lokales Havelland Alte Rathenower Militärfläche wird Wohngebiet
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14:13 23.03.2016
Der Bau der Hans-Joachim-von-Zieten-Straße hat in dieser Woche begonnen. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Wo einst in Rathenow die roten Zieten-Husaren ihre Pferde unterstellten und später die Rote Armee ihre Riesenkanonen parkte, entsteht jetzt ein Wohngebiet. Vor knapp zwei Jahren hatte der Premnitzer Bauunternehmer Josef Rampf an der Schopenhauerstraße die erste Stadtvilla in einem unverwechselbaren, „neuen“ Stil errichten lassen. In knapp zwei Jahren soll dort ein komplett neues Wohngebiet aus dem Boden gewachsen sein, zu dem dann insgesamt 13 Mehrfamilienhäuser gehören werden. Mit Bezug auf die frühere Nutzung und die benachbarten, nun zum Wohnen genutzten Zieten-Kasernen wird das neue Wohngebiet Zieten-Karree genannt und bald durch die Hans-Joachim-von-Zieten-Straße erschlossen sein. Der Bau der Straße hat am Montag begonnen und er soll im Mai dieses Jahres schon abgeschlossen sein.

Der Baustil ist Häusern der „barocken Neustadt“ nachempfunden

Der Baustil der Stadtvillen ist den Häusern nachempfunden, die einst in der „barocken Neustadt“ Rathenows standen, die von 1733 an errichtet wurde. Vor gut drei Jahren hatte Bauunternehmer Josef Rampf auf Wunsch der Rathenower Stadtväter nach einer Abrissmaßnahme an der Bergstraße erstmals vier Stadtvillen in diesem Stil errichten lassen. Dafür waren extra alte Zeichnungen der Originalhäuser zu Rate gezogen worden. Außen zeigen sich diese Villen total barock, ihr Inneres aber ist modern gestaltet. So sind sie zum Beispiel nach dem Standard „Energieeffizienz KfW 70“ gebaut, was bedeutet, dass sie 70 Prozent der Wärme eines vergleichbaren Neubaus nach aktuellem Stand verbrauchen.

Das Zieten-Karree

Mit Karree wird städtebaulich eine rechteckige Anordnung von Häusern bezeichnet, die einen gemeinsamen Innenhof umschließt.

Der Begriff Karree stammt aus dem Französischen und bedeutet Quadrat.

Hans Joachim von Zieten (auch Ziethen), geboren 1699 in Wustrau und gestorben 1786 in Berlin, ist einer der berühmtesten Reitergeneräle der preußischen Geschichte.

Die Rathenower Zieten-Kasernen sind Ende des 19. Jahrhundert gebaut worden.

„Die neuen Stadtvillen, die wir im Zieten-Karree errichten“, teilt Josef Rampf mit, „werden sogar dem KfW-55-Standard entsprechen.“ Sie sehen ähnlich aus wie die neuen Barock-Villen in der Bergstraße, ihr Typ sei aber der Umgebung des Zieten-Karrees angepasst. Mit roter Klinker-Optik zum Beispiel. Spätestens im September wird Baubeginn für die nächsten zwei Villen sein. Der Investor berichtet, dass das Interesse an den Wohnungen sehr groß ist. Sie seien für jüngere und ältere Leute geeignet. Es sei eine Zentrumslage und für nicht wenige, die auswärts arbeiten, sei der Bahnhof nahe bei. Die ersten drei Häuser an der Schopenhauerstraße enthalten Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen, alle sind vermietet. Für die vierte Villa an der Einfahrt zur Havellandhalle haben die Behörden eine Wohnnutzung nicht erlaubt, dort ist der Betreuungsverein Rathenow eingezogen.

Der Denkmalschutz verlangt, dass eine Fläche frei bleiben muss

Viele Jahre lang war für die Fläche eine geschlossene Bebauung in der Art von Reihenhäusern verlangt worden, weil dort früher die Stallungen (später Garagen) ähnliche Reihen gebildet haben sollen. Nach einer Bauvoranfrage des jetzigen Investors sind dann aber die einstmals strengen Vorgaben des Bebauungsplanes deutlich gemindert worden. Übrig geblieben sei jetzt nur noch eine wesentliche Forderung des Denkmalschutzes, berichtet Josef Rampf. Die von der Hans-Joachim-von-Zieten-Straße umschlossene, gut 1200 Quadratmeter große Fläche in der Mitte dürfe nicht bebaut werden, weil dort einst ein Exerzierplatz war. Niemand solle sich also wundern, dass ausgerechnet dieses Grundstück unbebaut bleibt. Auf Wunsch des Denkmalschutzes werde damit an die frühere militärische Nutzung erinnert.

Von Bernd Geske

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