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Havelland Altenheim mitten in Markee
Lokales Havelland Altenheim mitten in Markee
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00:33 01.10.2015
Rolf Kandlberger (l.) und Andreas Götze unterhalten sich auf der Gutshof-Fläche über das Projekt. Quelle: Andreas Kaatz
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Markee

Ein Seniorenstift und eine Rehaklinik sollen demnächst mitten in Markee entstehen. Dafür vorgesehen ist die rund 1,75 Hektar große Fläche des ehemaligen Gutshofes an der Hauptstraße. „Ich habe jetzt die Genehmigung der Stadt Nauen, dass wir einen Bebauungsplan erarbeiten können“, sagt Projektentwickler Rolf Kandlberger, der vom Eigentümer, dem Landwirtschaftsbetrieb Eisel, beauftragt ist.

Geht alles gut, könnte Ende nächsten Jahres Baubeginn sein. Voraussetzung allerdings ist vor allem, dass Kandlberger einen Investor findet, der grundsätzlich mit seinen Vorstellungen konform geht. So ist im hinteren Bereich, wo unter anderem einst das Gutshaus stand, ein u-förniger Baukörper vorgesehen. Maximal dreigeschossig soll er sein und Platz sowohl für das Stift, als auch für die Reha-Einrichtung bieten. Ein lichtdurchfluteter Eingangsbereich mit Rezeption und Restaurant ermöglicht den Zugang zu den 120 Einzelappartements im Stift, aber unter anderem auch zum Wellnessbereich. Die Rehaklinik soll nämlich über einen Saunabereich und ein 20 mal 10 Meter großes Schwimmbecken verfügen, das zu bestimmten Zeiten auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Als einen großen Vorteil des Standortes sieht Kandlberger, „dass er im Einflussbereich des Nauener Krankenhauses liegt. Die Nähe zur Klinik mit ihren vielseitigen Abteilungen bietet die beste ärztliche Versorgung für die Patienten im In- und Ausland“, wirbt der Ingenieur, der sich aber noch mehr auf dem Gelände vorstellen kann. So sieht der Entwurf auch die Errichtung eines Einkaufsmarktes mit 450 Quadratmeter vor. Denn so etwas fehlt in Markee. Aber auch ein kleines Hotel mit zehn bis 15 Zimmern, in dem sich zudem ein Friseur und kleinere Läden befinden, ist vorstellbar.

Beim Eigentümer jedenfalls stoßen die Planungen auf Wohlwollen. „Wir finden die Idee mit dem Seniorenstift gut“, sagt Andreas Götze, Verwalter der Firma Eisel. Die möchte die brachliegende Fläche lieber heute als morgen verwertet sehen. Laut Götze hatte in der Vergangenheit unter anderem auch schon mal ein Maschinenhändler, der eine Werkstatt errichten wollte, Interesse an dem Areal. „Aber die Lärmbelästigungen wären zu hoch gewesen“, sagt Götze. Das Seniorenstift sei hingegen für die Fläche die beste Lösung, meint er.

Der frühere Vierseitenhof war im 19. Jahrhundert errichtet und von der Familie Bredow bewirtschaftet worden. Nach der Wende standen die Gebäude zunehmend leer. Die alte Brennerei produzierte noch bis 2002 Rohalkohol. Und bis zum Jahre 1999 wohnten zudem im Herrenhaus behinderte Menschen der Awo Reha Gut gGmbH, die dann nach Nauen umzogen. Mitte 1999 hatte die damalige Markeer Gemeindevertretung dem vom Eigentümer beantragten Abriss von Gebäuden zugestimmt. Sie waren teils einsturzgefährdet. Ende 2013 wurden die letzten Gebäude abgerissen, darunter auch das marode Herrenhaus. Jetzt steht nur noch eine alte Scheune entlang der Hauptstraße, die im Zuge des neuen Projekts aber auch weichen muss.

Über die Ende der 90er-Jahre erfolgte Entscheidung für den Abriss der Gutshofgebäude war damals nicht jeder im Dorf glücklich. Zuletzt seien die Gebäude aber wegen des baulichen Zustandes nicht mehr zu halten gewesen, sagt Ortsvorsteher Ralph Bluhm. Darum würde es der Markeer Ortsbeirat begrüßen, „wenn hier eine solche Nutzungsart wie das Seniorenstift etabliert wird“, meint er. Allerdings gebe es im Ort auch Bedenken, insbesondere aus dem benachbarten Wohngebiet am Dorfschulzenweg. Dort wünscht man sich einen größeren Abstand zum Baukörper des Seniorenstifts. Außerdem empfinden manche die Dreigeschossigkeit als zu hoch. Aber Ralph Bluhm denkt, dass sich die Probleme lösen lassen. „Im Vordergrund steht, dass das Projekt für Markee ein Gewinn sein wird“, sagt der Ortsvorsteher, der sich noch daran erinnern kann, dass vor zehn Jahren auch mal über einen Freizeitpark auf der Gutshof-Fläche gesprochen wurde.

Von Andreas Kaatz

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