Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Alter Wegweiser soll saniert werden
Lokales Havelland Alter Wegweiser soll saniert werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 12.10.2017
An der B 5 kurz vor dem Abzweig zum Outletcenter steht der Elstaler Meilenstein. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

„30 Kilometer von Berlin“ – so lautet die Inschrift des Meilensteines, der unmittelbar neben der B 5 in Höhe von Elstal hinter der Leitplanke steht. „Er hat sich zuletzt um etwa 5 Grad geneigt, aber das ist nicht gefährlich und müsste nicht verändert werden“, sagt Rolf Zimmermann. Der gebürtige Sachse ist Mitglied des Vereins „Forschungsgruppe Meilensteine“ und kümmert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um diese „Wegweiser vergangener Tage“, wie er sagt. Jetzt hatte der Verein Historia Elstal den Experten eingeladen, um etwas mehr über den Elstaler und die anderen Meilensteine an der B 5 im Osthavelland zu erfahren.

Insgesamt 80 dieser Meilensteine wurden 1832 an der „Neuen Hamburger Chaussee“ auf preußischem Gebiet bis Groß Warnow gesetzt: 20 Ganzmeilensteine (Sandsteinobelisken), 20 Halbmeilensteine (Granitwürfel mit Sockel) und 40 Viertelmeilensteinen (Granitwürfel). Sinn und Zweck dieser Säulen bestand darin, die Gebühren für die Reisenden mit den Postkutschen und die Nutzer der Post genau berechnen zu können.

Elstal ist dritter Meilenstein von Berlin kommend

„Steinmetz Trippel fertigte die Ganzmeilensteine 1831 zum Stückpreis von 68 Talern an“, erzählte Rolf Zimmermann den zwölf Gästen in der Elstaler Begegnungsstätte. Damals waren die Entfernungsangaben noch in Preußischen Meilen (eine Meile entspricht 7,5324 Kilometern) enthalten. Das änderte sich erst 1875 mit der Einführung des Meters und Kilometers in Deutschland. „In der Folge wurden alle Ganzmeilensteine im Abstand von zehn Kilometern vom Nullpunkt aus neu versetzt. Nullpunkt war ab 1845 der Kandelaber am Berliner Stadtschloss, so Zimmermann.

Die verschiedenen Säulen, die in Berlin, Schönwalde und Elstal an Straßen stehen, im Modell. Quelle: Jens Wegener

„Noch heute sind die Ganzmeiler an diesen Standorten zu finden, wenn sie nicht von irgend jemandem gestohlen oder zerstört wurden“, weiß der Experte. Von Berlin kommend ist Elstal der dritte Meilenstein, es folgen im Osthavelland weitere an den Ortseingängen in Nauen, Ribbeck, Wagenitz und in Friesack. Innerhalb von Berlin steht der erste Stein am Spandauer Damm, Höhe Ruhwaldschlöschen, der zweite am Nennhauser Damm in Staaken. Bei einigen sind die Entfernungsangaben in Kilometer und Meilen zu lesen. Auf allen Säulen aus Sandstein gab es zunächst auch den preußischen Adler mit Krone, der allerdings 1961 entfernt werden musste“, so Zimmermann. 1999/2000 seien alle Ganzmeilensteine restauriert worden.

Reinigung zum 100. Ortsgeburtstag

Was die Mitglieder des Vereins Historia Elstal vor allem bewegt, brachte Schatzmeisterin Gisela Wegener auf den Punkt: „Wem gehören die Steine und was würde es kosten, den Elstaler Meilenstein aufzuhübschen?“ Zum 100. Geburtstag des Wustermarker Ortsteils Elstal im nächsten Jahr soll der Stein an der B 5 gereinigt und vielleicht die Inschrift nachgearbeitet werden. Dafür müsse der Verein etwa 500 Euro einplanen, ließ Rolf Zimmermann wissen. „Wir werden eine Spendenaktion starten und sind zuversichtlich, dieses Geld zusammen zu bekommen“, so Vereinsmitglied Tobias Bank. Eigentümer aller Meilensteine ist das Land Brandenburg.

Der Forschungsgruppe Meilensteine liegt es am Herzen, wenigstens einige der verloren gegangenen Steine an ihren ursprünglichen Standort an der B 5 zurück zu bringen. „Wir haben zur Zeit keine Informationen über den Verbleib von drei Ganzmeilensteinen, 15 Halbmeilensteinen und 34 Viertelmeilensteinen vor. Wer dazu Hinweise hat, kann sich beim Verein melden“, sagte Zimmermann.

Von Jens Wegener

Bessarabien heißt ein Landstrich am Schwarzen Meer, der einst von Deutschen besiedelt wurde. Später wurden sie von dort vertrieben, viele wohnen nun im Havelland. Die Erinnerung an die alte Heimat, an Sitten und Gebräuche werden bei Regionaltreffen gepflegt, die einmal im Jahr stattfinden.

12.10.2017

25 Mädchen und Jungen der Duncker-Oberschule Rathenow nehmen teil am Projekt „Dancing to Connect Refugees“, das die Heinrich-Böll-Stiftung aufgelegt hat. Zur Hälfe sind es Einheimsche und zur anderen Hälfte Flüchtlingskinder. Angeleitet von erfahrenen Trainern, sollen sie Erfahrung von Flucht und Ankommen mit tänzerischen Mitteln darstellen.

12.10.2017

Der Turm der Kirche Hohennauen hat seit Samstag eine neue Spitze. Im Rahmen eines Festakts wurde das vergoldete Kreuz installiert. Finanziert wurde das Turmkreuz mit Hilfe einer Spendenaktion. Rund 15 000 Euro haben Einwohner und Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten gegeben und damit die neue Bekrönung ermöglicht.

08.10.2017