Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Alternative zur Massentierhaltung

Wildtierhaltung und Jagd in Pausin Alternative zur Massentierhaltung

Damwild hält der Pausiner Sven Kraatz im Gehege am Waldrand. Als Jäger ist er im Revier rund um sein Heimatdorf unterwegs. Der Wildexperte weiß, warum das aromatische Fleisch von Wildschwein und Co eine echte Alternative zum Fleisch aus der Massentierhaltung ist. Er kocht selbst und verrät Tipps für den leckeren Braten.

Voriger Artikel
Wege zu mehr Gelassenheit
Nächster Artikel
Mutter und Sohn auf dem Thron

Sven Kraatz in seinem Element.

Quelle: Annett Lahn

Pausin. An der kurvigen Chaussee zwischen Alt-Brieselang und Pausin kommen Tierbeobachter auf ihre Kosten, Autofahrer hingegen dürfen sich nicht ablenken lassen. Denn der Blick schweift unweigerlich nach rechts. Dort wo der Wald in eine weite Feldflur übergeht, steht eine ansehnliche Herde Damwild.

Die hellen, hübsch gefleckten Tiere strahlen Frieden aus und bilden einen wunderbaren Kontrast zu den dunklen Tannen, die am Rande des Geheges wachsen. Die 20 scheuen Wildtiere sowie das zweieinhalb Hektar große Gehege gehören den Brüdern Sven und Sascha Kraatz, die direkt am Pausiner Dorfanger einen Damwild-Hof betreiben. Sie verkaufen Wildfleisch und frische Hühnereier. Ein Schlachtraum für das Damwild befindet sich gerade im Bau.

Sven Kraatz ist zudem stellvertretener Ortsvorsteher, gelernter Landwirt und begeisterter Hobbyjäger. Mit sieben weiteren Waidmännern, die zur Pausiner Jagdgenossenschaft gehören, geht er in dem 1000 Hektar großen Revier rund um sein Heimatdorf auf die Jagd. Frei lebendes Damwild treibt sich selten dort herum. „Neben Füchsen wird hier vorwiegend Schwarzwild geschossen“, erklärt Sven Kraatz. Um das durch die vielen Unfälle der vergangenen Monate, angeschlagene Jägerimage aufzupolieren, fügt der 39-Jährige hinzu, was oft vergessen wird: „Gejagt wird, um die Populationen der Wildtiere zu minimieren und die Wildschäden so gering wie möglich zu halten.“

Was Wildschweine anrichten können, zeigt sich auf einer Ackerfläche des Bauers Franke. Großflächig haben die Tiere die satte grüne Roggensaat zerstört. „Auf der Suche nach Schnecken und Würmern durchgraben sie den Boden“, erklärt Kraatz. Die letzte Sau lief ihm vor fünf Wochen vor die Flinte. Den speziellen Reiz an der Jagd beschreibt er so: „Die Spannung steigt, wenn man am Waldrand sitzt und das Knacken und Knistern des Wildschweins hört.“ Das selbst geschossene Wildfleisch dürfen die Jäger selbst verkaufen. Gerade jetzt, im Herbst, steht es hoch im Kurs und gilt als Alternative zur Massentierhaltung.

Daten und Kontakt

Das Damwild-Gehege befindet sich südlich des Angerdörfchens Pausin an der Brieselanger Straße. Die Chaussee verbindet Alt-Brieselang und Pausin.

Den Damwild-Hof, den Sven und Sascha Kraatz 2013 von ihren Großeltern übernommen haben, findet man mitten in Pausin, Am Anger 12.

Jedes Jahr veranstalten sie dort ein Hoffest im Rahmen der Brandenburger Landpartie.

Verkauft werden die Strecken der Pausiner Jagdgenossenschaft, Damwild auf Anfrage sowie frische Eier. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.damwildhof-kraatz.de.

Als Hobbykoch schätzt Kraatz die Qualität des Wildfleisches. Er sagt: „Wildfleisch ist von edlem Geschmack, kurzfaserig, fettarm und besonders eiweißreich.“ Gulasch, Rippchen oder Wildschweinbraten bereitet er in der Regel selbst zu. Damit der Braten gelingt, legt er das Fleisch in Buttermilch oder Rotwein (je nach Geschmack) ein. Zudem rät Kraatz: „Damit das Fleisch saftig bleibt, sollte man es lange, aber nicht zu heiß braten und dabei auf keinen Fall mit der Gabel hinein pieken, sonst läuft der Saft raus.“ Eine weiterer Tipp vom Wildexperten lautet: „Ich lasse den Knochen beim Braten dran, denn er bringt Kraft und Würze ins Gericht.“

Um künftig auch das gezüchtete Damwild aus seinem Gehege selbst zu schlachten und direkt zu vermarkten, baut Kraatz auf seinem Hof gerade einen Schlachtraum. Er kündigt an: „In Zukunft ist der Um- und Ausbau unseres Hofgebäudes zum Schlachtbetrieb, der den EU-Normen entspricht, geplant.“ Neben dem Damwild leben auch Hühner und Kaninchen auf dem 1903 entstandenen Hof.

Auch der Anbau von Spargel sowie Erdbeeren zum selber pflücken sind Ziele, die sich die Brüder Kraatz für die nächsten Jahre gesetzt haben, um ihr ländliches Domizil weiter zu entwickeln.

Von Annett Lahn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg