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Havelland Kleine Schule kommt groß raus
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21:11 27.02.2014
Das gibt es nur in der Kleinen Grundschule Großwudicke: Die Werkstatt-Arbeit, hier im Kreativ-Bereich, bringt Kinder aus den Klassen 1 bis 4 zusammen. Quelle: B. Geske
Großwudicke

Sehr viel Aufmerksamkeit wird der Kleinen Grundschule von Großwudicke derzeit in der Nachbarregion von Sachsen-Anhalt zuteil. Die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land hat beschlossen, im Sommer die Grundschule in Schollene zu schließen. Viele Eltern aus diesem Bereich fragen deshalb im nicht weit entfernten Großwudicke an, ob ihre Kinder dort zur Schule gehen könnten. Die Schulleiterin Anke Engeleiter weigert sich zwar, konkrete Anmeldezahlen zu nennen. Sie hat sich dann aber immerhin zu dieser Formulierung bekannt: „Mein Telefon läuft heiß.“

Eigentlich müsste sich die Schulleiterin über so viel Interesse freuen. Doch hält sich ihr Vergnügen an der ungewöhnlich großen Nachfrage in Grenzen, denn die Schule ist schon voll. Weil sie den Status „Kleine Grundschule“ hat, dürfte sie mit nur 45 Kindern noch betrieben werden. Derzeit werden aber 95Mädchen und Jungen gezählt – mehr geht einfach nicht. Anke Engeleiter hat darauf hingewiesen, dass es aus ihrer Sicht in erster Linie die inhaltliche Ausgestaltung ist, die ihre Schule zu etwas Besonderem macht. Da sind zuerst die jahrgangsgemischten Klassen. Die Klassenstufen 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 und 6 werden in vielen Fächern gemeinsam unterrichtet, so in Musik, Kunst, Sport, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionsgeschichte (LER), Politische Bildung, Biologie. Möglich ist auch Geografie. In Deutsch, Mathematik und Englisch wird aber jahrgangsweise gelehrt und gelernt.

Im Jahr 1995 war’s, da startete das Land Brandenburg seinen „Modellversuch Kleine Grundschule“, Großwudicke war von Anfang an mit dabei. Um den genau benannten Schulen in dünner besiedelten Gebieten auch bei sinkenden Kinderzahlen den Bestand zu ermöglichen, wurde hier erlaubt, eine jahrgangsgemischte Klasse zu bilden, wenn nur 15 Mädchen und Jungen vorhanden sind. Einen Extremfall habe es schon mal gegeben, hat Anke Engeleiter erzählt. Da wurde eine Klasse gebildet mit nur drei Kindern in Stufe 1 und zwölf in Stufe 2. Zum Profil der Schule gehört auch der Werkstatt-Unterricht. Hier setzen sich die Kinder fächerübergreifend mit einem sachkundlichen Thema auseinander. Es gibt einen Pflichtteil an Aufgaben und differenzierte Wahlteile. Die Kinder arbeiten in Teams.

Es werden häufig Lernpartner zusammengestellt. Alter und Leistungsfähigkeit sollen dabei unterschiedlich sein. Die Partner werden oft getauscht. „Die Kinder verstehen ganz schnell, wie das funktioniert“, sagt Anke Engeleiter, „es klappt sehr gut.“ Der Arbeitsaufwand für die nur sieben Lehrerinnen der Schule sei hoch: Jede Kollegin sei immer auch Klassenleiterin, habe immer auch Vergleichsarbeiten zu betreuen. Doch weil die Tätigkeit sehr motivierend wirke, seien die Lehrerinnen selten krank. Im ersten Halbjahr habe der Unterrichtsausfall bei 0,0 Prozent gelegen. Das sei häufig so, durch Werkstatt-Unterricht lasse sich manches ausgleichen.

Derzeit kommen sieben Kinder aus Sachsen-Anhalt in die Schule von Großwudicke. Weil Kinder aus dem Land Brandenburg Vorrang haben, können mehr nicht aufgenommen werden. Der Sohn von Tino Paul aus Molkenberg geht jetzt in die 6. Klasse, seine Tochter in die 5. Klasse. Wie der Vater erzählt hat, hatten seine Kinder schon zum Halbjahr der 4.Klasse die Schule in Schollene verlassen. Ein Hauptgrund für den Wechsel sei gewesen, dass es im Land Brandenburg die sechsjährige Grundschule gibt.

Darüber hinaus habe das Konzept der Großwudicker Schule den Eltern gefallen. Ein Arbeitsschwerpunkt der Familie sei in Rathenow, erklärte der Vater. Früh fahre von Molkenberg ein Bus hierher. Am Nachmittag gebe es drei Busse zurück. Es gehen auch schon Kinder aus Schollene und Molkenberg in weiterführende Schulen von Rathenow, hat Tino Paul erzählt. Die Entscheidung zum Schulwechsel sei vor allem eine Entscheidung für die Zukunft ihrer Kinder gewesen.

Von Bernd Geske

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