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Havelland Altes Rathaus ist jetzt ein Denkmal
Lokales Havelland Altes Rathaus ist jetzt ein Denkmal
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00:18 11.04.2016
Seit Mitte März ein Denkmal: Das ehemalige Rathaus und einstige Finanzamt in der Jahnstraße 34. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Das ist der Albtraum jedes Bauherren: Die Pläne sind fertig, die Aufträge erteilt, und dann kommt der Denkmalschutz und erklärt, dass das alles so nicht geht. Diese unangenehme Erfahrung bleibt der Stadt Rathenow bei einem der umfangreichsten Bauvorhaben der nahen Zukunft erspart. Das ehemalige Rathaus in der Jahnstraße 34 soll zum Hort für die Jahnschule umgebaut werden. Die Tatsache, dass das Landesamt für Denkmalpflege das Gebäude nach einer Begutachtung Mitte März auf die Denkmalliste gesetzt hat, ändert daran nichts.

Allerdings waren die Mitarbeiter des Rathenower Bauamtes schon überrascht, als sie die entsprechende Mitteilung der in Wünsdorf ansässigen Behörde erhielten. Schließlich existiert das Gebäude schon rund 90 Jahre – bislang ohne Schutzstatus. Es seien noch längst nicht alle Bauwerke in Brandenburg geprüft worden, erklärt Marie-Luise Buchinger, leitende Mitarbeiterin im Landesamt. Oft werde ein Gebäude wie im Rathenower Fall erst genauer unter die Lupe genommen, wenn größere Veränderungen geplant seien.

Anfang des Jahres besichtigten Denkmalschützer die Immobilie, in der bis 1995 das Rathenower Rathaus untergebracht war. Und sie waren so angetan, dass sie das Gebäude für schutzwürdig erklärten. Anders ausgedrückt: Bei dem Haus Jahnstraße 34 handelt es sich seit dem 15. März ganz offiziell um ein Denkmal. Jede bauliche Veränderung bedarf fortan der Genehmigung durch den Denkmalschutz.

Mitte der 1920er Jahre als Finanzamt errichtet

Errichtet wurde das Gebäude Buchinger zufolge Mitte der 1920er Jahre – und zwar nicht als Rathaus, sondern als Finanzamt. 1925 sei Rathenow kreisfreie Stadt geworden. Der Neubau sei notwendig geworden, um die zusätzlichen Aufgaben zu bewältigen. Gleichzeitig spiegele sich in dem stattlichen Bau der Bedeutungszuwachs und das gewachsene Repräsentationsbedürfnis der kreisfreien Stadt.

Der Bau ist laut Buchinger ein typisches Beispiel für die Architektur der damaligen Zeit. Sehr solide, sehr traditionsbewusst, mit Anleihen an Barock und Klassizismus. Andererseits seien Stilelemente der Moderne unverkennbar. Das flache Dach mit den expressionistisch anmutenden dreieckigen Gaube etwa oder das prägnante Traufgesims.

Weil der Umbau zum Hort vor allem das Innere betrifft, das im Lauf der Jahrzehnte mehrfach verändert wurde, sind vom Denkmalschutz keine nennenswerten Einwände zu erwarten, sagt Bauamtsleiter Matthias Remus. Das hätten die Denkmalschützer bereits signalisiert. Die Versetzung von Innenwänden und die Veränderung der Sanitärbereiche werden also wie geplant erfolgen. Der Austausch der stilbildenden Doppelkastenfenster, die noch original erhalten sind, wird allerdings nicht gestattet. „Da können wir mit leben“, sagt Remus. Marie-Luise Buchinger weis darauf hin, dass die Fenster aus extrem hochwertigem Holz gefertigt seien. „Sonst hätten sie nicht so lange gehalten.“ Und was das Raumklima angehe, gebe es keine bessere Lösung als Fenster dieser Bauart.

Von Markus Kniebeler

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