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Havelland Altpapier-Meister kommen aus dem Havelland
Lokales Havelland Altpapier-Meister kommen aus dem Havelland
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00:16 09.05.2017
Alexander (9), Alexander (8) und Anton (5) sammeln fleißig Zeitungen und Journale, um ihre Klassenkasse aufzubessern. Quelle: Laura Sander
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Schönwalde-Glien

In kleineren Bündeln und dicken Packen landen ausgelesene Zeitungen, Journale, Werbezuschriften und ausgediente Kunstwerke der lieben Kleinen in den großen Papiertonnen hinter der Schönwalder Grundschule „Menschenskinder“. Wäschekörbeweise schleppen Eltern ihr gesammeltes Papier der letzten Wochen und Monate zu den Tonnen, die insgesamt 350 bis 400 Kilo fassen können. „Davon kriegen wir pro Woche etwa sechs bis acht Tonnen voll“, sagt Kathrin Neuse, die gemeinsam mit ihren beiden Kindern sammelt.

Jede Klasse bekommt ihr Kilos

Das Papier wird akribisch gewogen und die Kilos dann der Klasse des eigenen Kindes zugeordnet – darauf achtet Neuses Tochter Clara mit Argusaugen. Ihre Klasse, die 3a, zählt an diesem Nachmittag zu den Papierspitzenreitern. „Und wir sammeln ja nicht nur unseren eigenen Papiermüll, sondern fragen auch so manchen Nachbarn, ob er noch etwas übrig hat“, so Kathrin Neuse. Auch die Falkenseer MAZ-Redaktion liegt regelmäßig auf ihrer Sammelroute.

Clara hat die Sammelaktion im Auge. Quelle: Laura Sander

„Einmal in der Woche werden die Container von der Recyclingfirma Bartscherer aus Berlin geleert und gewogen. 2015 haben wir 99 Tonnen abgegeben und uns damit ein Preisgeld von 7323 Euro nur mit Papier verdient“, sagt Kathrin Neuse. Damit landete die Schönwalder Grundschule im ersten Halbjahr mit 54 580 Kilo auf dem ersten und im zweiten Halbjahr mit 44 490 Kilo knapp auf dem zweiten Platz von rund 120 Berliner und Brandenburger Schulen. „Unser ständiger Konkurrent, eine Grundschule aus Reinickendorf, kann aber auch nur mit uns mithalten, weil die Kilomenge pro Kopf berechnet wird. Wir müssen etwa drei Mal so viel sammeln, wie sie“, erklärt Jörg Hering, der das Projekt von Anfang an begleitet.

2004 angefangen

„Wir haben 2004 mit der Aktion angefangen, die damals von einer Lehrerin und einem Vater initiiert wurde. Wir waren die erste Schule aus Brandenburg, die die Firma Bartscherer nach einiger Überredungskunst angefahren hat“, erinnert sich der erste Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule. Doch schon bald mauserten sich die Schönwalder zum Tabellenführer, belegten seit 2005 abwechseln den ersten und zweiten Platz und die Firma nahm den etwas weiteren Weg gern in Kauf. „Dass wir es geschafft haben, über Jahre hinweg immer wieder Eltern und Schüler für das Projekt zu begeistern, ist der Wahnsinn“, so Hering, dessen Kinder schon lange aus dem Grundschulalter heraus sind.

Drei Abgabetermine

„Die Hälfte des Preisgeldes geht in die Klassenkassen, die andere Hälfte bekommt der Förderverein, der damit wieder verschiedene Projekte für die Schule finanzieren kann“, so Kathrin Neuse. Die Papierannahme findet immer dienstags und donnerstags zwischen 7.30 und 8.30 Uhr sowie jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr statt. Die Eltern decken die Annahme ab - jede Woche ist eine andere Klasse an der Reihe. Unterstütz werden sie dabei tatkräftig von Hausmeister Uwe Natzkowski. „Jeder Schönwalder kann natürlich mithelfen und sein Papier zu uns bringen. Pappe oder durchgefärbtes Papier – wie zum Beispiel die Gelben Seiten – sind jedoch nicht erlaubt“, sagt Kathrin Neuse.

Sammelwettbewerb der Firma Bartscherer

Das Reinickendorfer Unternehmen Bartscherer & Co. Recycling GmbH rief den Altpapiersammelwettbewerb 1999 ins Leben, um den Schülern als heutigen und zukünftigen Abfallerzeugern die Vorteile einer aktiven Kreislaufwirtschaft aufzeigen. Denn bereits heute werden viele Papiersorten unter Einsatz von Altpapier hergestellt. Die Altpapiereinsatzquoten betragen teilweise bis zu 100 Prozent.

Über die Jahre wuchs die Anzahl der teilnehmenden Schulen immer weiter, auch über Berliner Grenzen hinaus. Die Sammelcontainer werden von der Firma gestellt, die das Papier je nach Bedarf regelmäßig abholt.

Auch Susanne Goerlich hat den Kofferraum an diesem Nachmittag voll – natürlich nur mit den erlaubten Zeitungen und Zeitschriften. „Zunächst einmal machen wir das der Umwelt zuliebe, auf der anderen Seite bessern wir so die Klassenkassen unserer Kinder auf. Im letzten Jahr floss der Gewinn beispielsweise in die Klassenfahrt – ein toller Nebeneffekt“, so Goehrlich.

Von Laura Sander

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