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Am Bahnhof sollen 54 Wohnungen entstehen

Falkensee Am Bahnhof sollen 54 Wohnungen entstehen

Das ehemalige Hotel „Bayerischer Hof“ an der Potsdamer Straße in Falkensee (Havelland) soll abgerissen werden. Ein Berliner Investor hat das Grundstück bereits vor einem Jahr gekauft und will dort ein fünfstöckiges Wohn- und Geschäftshaus errichten.

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Das ehemalige Hotel „Bayerischer Hof“ an der Potsdamer Straße wird abgerissen. Neue Wohnungen entstehen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Was ist wichtiger: der Erhalt eines schönen alten Baumes oder der Bau von 20 neuen Stellplätzen für Autos?! Bewahren oder Erneuern?! Um diese beiden Pole kreiste am Montagabend die emotionale Diskussion im Falkenseer Wirtschaftsausschuss. Marco Bauer von der Firma „Bechtolsheim Real Estate“ hatte den Ausschussmitgliedern die Pläne für ein großes Wohn- und Geschäftshaus an der Kreuzung Potsdamer Straße/Schwartzkopffstraße vorgestellt. Gegen zusätzlichen Wohnraum in der wachsenden Stadt wird wohl kaum jemand etwas einzuwenden haben. Auch gegen zusätzliche Stellplätze zur Entlastung der chronisch zugeparkten Straßen nicht.

Aber für den geplanten Neubau müssen das ehemalige Hotel „Bayerischer Hof“ und ein paar stattliche Bäume weichen. Das macht die Angelegenheit schwieriger und emotionaler: Der „Bayerische Hof“ ist eines der markantesten Gebäude im Stadtgebiet. Viele Falkenseer haben dort früher wahrscheinlich schon mal Gäste untergebracht, im Restaurant gespeist oder auf der Kegelbahn gekegelt. Wenn ein solcher Erinnerungsort zu verschwinden droht, hält sich die Begeisterung erst einmal in Grenzen. So war es auch im Wirtschaftsausschuss.

Aber zunächst zu den konkreten Plänen: Auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein vier- bis fünfstöckiges Haus entstehen, mit 54 Wohnungen und 9 Gewerbeeinheiten. In der Tiefgarage ist Platz für 57 Autos. „Alle Wohnungen werden barrierefrei sein und einen Balkon oder eine Loggia haben“, erläuterte Architektin Kristina Göllner. Etwa 60 Prozent der Wohnungen sind 3-Zimmer-Wohnungen (70 Quadratmeter groß), 30 Prozent 2-Zimmer-Wohnungen (50 Quadratmeter) und 10 Prozent 4-Zimmer-Wohnungen (95 Quadratmeter). In die Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss sollen keine Büros einziehen, sondern kleine Geschäfte und nach Möglichkeit – im ruhigen Innenhofbereich – ein Café.

Die Fragen der Ausschussmitglieder drehten sich fast ausschließlich darum, was vom derzeitigen Bestand erhalten bleiben könnte: Was passiert mit der großen Linde und der schönen Rotbuche auf dem Grundstück? Könnten nicht Teile der Fassade des Bayerischen Hofs in den Neubau integriert werden – oder sogar das gesamte ehemalige Hotel?

„Um die Rotbuche an der Schwartzkopffstraße haben wir extra so herumgeplant, dass sie stehen bleiben kann. Die Linde müsste leider gefällt werden“, sagt Bauer. Der Baum steht direkt über der geplanten Tiefgarage. Um ihn zu erhalten, müsste auf 20 der geplanten Stellplätze in der Tiefgarage verzichtet werden. Auch die Sanierung des ehemaligen Hotels hält Marco Bauer für unrealistisch: „Das Haus ist in einem sehr schlechten Zustand. Barrierefreie Wohnungen können dort auch nicht gebaut werden. Aus unserer Sicht ist eine Sanierung des Bayerischen Hofs nicht wirtschaftlich.“ Bauer verspricht aber, die Anregungen der Ausschussmitglieder aufzunehmen, die Fassade zum Beispiel so zu gestalten, dass sie an den Bayerischen Hof erinnert.

Der Investor hat das Grundstück vor rund einem Jahr gekauft. Da stand der „Bayerische Hof“ schon eine Weile leer. Ein Interessent, der das Hotel sanieren und weiterbetreiben wollte, hatte sich vorher nicht gefunden. In dem noch bestehenden Bebauungsplan für das Grundstück kann der Investor seine Pläne nicht umsetzten. Die Stadtverordneten haben allerdings bereits 2014 eine Überarbeitung des B-Plans auf den Weg gebracht. Grundsätzlich würde damit die Bebauung eines größeren Teils des Grundstücks möglich – so, wie sie auch vom Investor geplant ist. Über den überarbeiteten Bebauungsplan wird die SVV wahrscheinlich im kommenden Jahr abstimmen.

Von Ralf Stork

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