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Havelland Am Grünefelder Kiessee wird es selten laut
Lokales Havelland Am Grünefelder Kiessee wird es selten laut
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00:28 12.08.2015
Tim Klimmeck angelt gerne am Grünefelder Kiessee. Quelle: Annett Lahn
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Grünefeld

Wer noch nie dort war, findet den kleinen Kiessee in Grünefeld nicht sofort. Durch den schmucken alten Ortskern fahrend, vorbei an alten Bauernhäusern, Kirche, Feuerwehr und Dorfteich, muss der Liebhaber idyllischer Ländlichkeit am Schild „Zur Kiesgrube“ rechts abbiegen. Der unscheinbare Sandweg führt direkt auf einen kleinen unbefestigten Parkplatz zu. Fred Scholz hätte gern, dass alle Badegäste dort parken. Doch die Schranke für die der stellvertretende Ortsvorsteher kämpft, gibt es noch nicht. Man könnte locker mit dem Auto nah ans Ufer fahren. An dem idyllischen Waldsee, der etwa so groß wie ein Fußballfeld ist, gibt es keine Aufpasser, weder Kasse noch Badeaufsicht. Die wenigen Badegäste sind sich selbst überlassen und genießen die unberührte Natur, die bis auf ein Wochenende im Jahr Ruhe und Erholung bietet. Denn beim Musikfestival Nation of Gondwana, das seit Jahrzehnten Tausende Technojünger in das Dorf mit 470 Einwohner lockt, gibt es statt Vögelgezwitscher dröhnende Bässe auf die Ohren

An einem mittelwarmen Sommernachmittag unter der Woche stehen zwei Autos auf dem Parkplatz. Dicht am See, neben einer großen Wiese parken noch mehr Autos und Lastwagen. Wenige Tage nach dem Festival, dass kürzlich zum 21.Mal in Grünefeld stattfand, laufen die Aufräumarbeiten noch auf Hochtouren. Noch liegt vereinzelt Müll rechts und links des Waldweges, der direkt auf den breiten Strand zuläuft.

Fred Scholz erklärt: „Die Veranstalter pachten den See und das Gelände für zwei Wochen.“ Der Grünefelder ist Angler und Partygegner. Er zeigt auf die Scherben im Sand, den Müll und andere Haufen, die noch die Uferregion verschmutzen und sagt: „Hier geht keiner mehr baden.“ Britta Scholz, eine Grünefelderin, die Kinder hat, bestätigt das. „Wir fahren zum Hallenbad nach Hennigsdorf oder nach Bergerdamm-Lager“, sagt die Mutter. Schon zu oft hätte sie gehört, dass sich Kinder geschnitten haben. In dem kleinen Dorf spricht sich das schnell herum. Auch Tim Klimmeck hat schon schlechte Erfahrungen im Wasser gemacht. Der Zwölfjährige berichtet: „In einem Sommer habe ich mir eine Scherbe eingetreten.“ Mit seinem Großvater sitzt der Paarener am linken Ufer. Sie angeln und genießen die Ruhe. Wildenten und Blesshühner schwimmen vorbei. Tim Klimmeck meint: „Seit hier Hunde und Pferde baden, gehe ich nicht mehr ins Wasser.“ Am Wochenende seien aber viele Badegäste im Wasser.

Obwohl die Wassertiefe gering ist und man lange nur kniehoch im kühlen Nass steht, ist die Qualität in Ordnung. Das bestätigte Kurt Hartley, Chef des Ordnungsamtes der Gemeinde Schönwalde. Laut einer Probe vom 9.Juli des Gesundheitsamtes des Landkreises ist der Kiessee zum Baden geeignet. Die Sichttiefe liegt bei zwei Metern. Im Strandbad Schönwalde seien es nur 70 Zentimeter.

Zu den Scherben im Sand sagt Hartley, dass der Veranstalter des Festivals die Pflicht hat aufzuräumen. Mit einem Gerät siebt er den Sand durch. Der macht das zuverlässig.„Nach der Veranstaltung kontrollieren wir. Bislang hat das immer gut geklappt“, so Hartley. Die Schnittverletzungen führt er auf Muscheln zurück. Dieses Jahr soll es deutlich weniger gegeben haben.

Dass der See nach der professionellen Reinigung immer besonders sauber ist, findet Dorit Runge. Die ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin sagt: „Solche netten Vertragspartner gibt es nur einmal auf der Welt.“Sie reinigen die 300 Quadratmeter Sandfläche 25 Zentimeter tief und nehmen auch gleich sämtlichen anderen Dreck mit. Dorit Runge erinnert sich noch an die Zeiten als es im Hochsommer immer rappelvoll war am Kiessee. Sie sagt: „Es war wunderschön früher. Ich kam von der Arbeit und mein Fahrrad stand vor der Tür. Dann ging es gleich los zur Kieskute.“ Die Börnicker Schule hat dort auch ihr Schwimmlager veranstaltet. Dorit Runge wünscht sich: „Ich hoffe, dass diese wunderschöne Naturlandschaft wieder mehr angenommen wird.“ Grünefeld „kuschelt“ sich dort mit dem Rücken an den Wald.

Von Annett Lahn

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