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Vom Aufschwung einer Badestelle

Am Rathenower Wolzensee ist ein Kleinod entstanden Vom Aufschwung einer Badestelle

Im Jahr 2004 erwarb die Rathenower Wärmeversorgung die heruntergekommene Badestelle am Wolzensee. Seitdem arbeitet das städtische Unternehmen mit Erfolg daran, die Attraktivität des einst beliebten Ausflugsortes zu erhöhen. Einer der letzten Schritte war die Beseitigung der Uferbefestigung aus Beton und rostigem Stahl.

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Günter Rall, Chef der Rathenower Wärmeversorgung, am von Beton und Stahl befreiten Ufer des Wolzensees.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Keine Frage, einen idyllischeren Ort wird man in Rathenow kaum finden. Die Badestelle am Wolzensee mit dem Restaurant, der großen Liegewiese, dem Strand und der sie umgebenden Waldesstille ist eine Attraktion. Selbst im Winter nutzen Spaziergänger das gepflegte Gelände als Ausgangspunkt für ihre Touren. Und sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen, bevölkern Sonnenhungrige, Wasserratten und Freunde gepflegter Entspannung das Nordufer des Gewässers.

Das war nicht immer so. Nach der Wende erlebte das Areal einen rasanten Niedergang. Vor allem, nachdem die Stadt 1996 das Grundstück an einen windigen Investor aus Wustermark verkauft hatte, dessen Spaßbad-Pläne das Papier nicht wert waren, auf dem sie standen, ging es bergab. Dem Haus am See, zu DDR-Zeiten Mittelpunkt des sommerlichen Treibens, konnte man beim Verfall zusehen. Das Gelände ringsum verwahrloste ebenso schnell.

Wärmeversorgung brachte die Wende

Die Wende kam 2004, als die Rathenower Wärmeversorgung dem längst insolventen Investor das Areal abkaufte. Noch im selben Jahr begann der Abriss der Restaurant-Ruine, Strand und Wiesen wurden in einem wahren Kraftakt hergerichtet, und als vier Jahre später das Blockhaus am Wolzensee eröffnet wurde, hatte der Ort viel von seinem früheren Glanz zurückgewonnen.

Doch die Bemühungen der Wärmeversorgung GmbH um das Gelände waren damit nicht zu Ende. Ein Kinderspielplatz entstand, ein Beachvolleballplatz wurde angelegt, die Außenterrasse des Blockhauses vergrößert. Und nur, weil das Areal seitdem konsequent gsäubert und gepflegt wird, kann der Qualitätsstandard gehalten werden.

Bagger bei der Beräumung des Ufers

Bagger bei der Beräumung des Ufers.

Quelle: Wärmeversorgung GmbH

Ein Makel aber trübte ab trotz all dieser erfolgreichen Verschönerungsbemühungen das Bild. Die alten Uferbefestigungen aus Beton und rostigem Stahl sahen nicht nur unschön aus, sie waren auch ein Verletzungsrisiko für die Erholungssuchenden. Und auch die rostigen Überreste ehemaliger Steganlagen- und die Fundamenten eines Sprungturms im Wasser stellten für Schwimmer ein erhebliches Risiko dar.

Das ist nun Geschichte. „Wir haben in einem Kraftakt die Uferbefestigungen abgerissen und auch die Altlasten aus dem See geholt“, sagt Günter Rall, Geschäftsführer der Rathenower Wärmeversorgung GmbH. Von sage und schreibe 51 Kubikmetern Beton habe man das Ufer befreit. Und der rostige Stahl sei auch entsorgt worden. Rund 20000 Euro habe man in diese dringend notwendige Aktion investiert, so Rall.

Nun sind der See und das Ufer endliche von den Altlasten befreit. Bevor die Badesaison beginnt, werden Strand und Wiese einer gründlichen Säuberung unterzogen. An den schäbigen Zustand von vor über 20 Jahren erinnert jetzt gar nichts mehr.

Badestelle mit Geschichte

Das Areal am Wolzensee wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts vom Militär als Badestelle genutzt. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erhielten auch Zivilisten Zugang zum Strand. In dieser Zeit wurde das alte Haus am See errichtet. Bis nach der Wende war es ein beliebter Badeort.

Die Stadt Rathenow verkaufte das Grundstück mit dem Haus am See 1996 Gebäude an einen Investor aus Wustermark, der das Gelände zu einem modernen Frei- und Spaßbad entwickeln wollte. Aus den hochfliegenden Plänen wurde nichts, das Areal verfiel.

Die Rathenower Wärmeversorgung GmbH kaufte dem Eigentümer im Jahr 2004 das Gelände ab. 2005 erfolgte der Abriss der Ruine am See. Im Jahr 2008 wurde das neu errichtete Restaurant „Blockhaus am Wolzensee“ eröffnet.

 

Von Markus Kniebeler

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