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Am Sonntag fährt kein Bus

Öffentlicher Nahverkehr Am Sonntag fährt kein Bus

Aus der MAZ-Umfrage vom Sonnabend ging hervor, dass die Wustermarker beim Thema Öffentlicher Personennahverkehr unterschiedlicher Meinung sind. Das hängt wohl in erster Linie davon ab, wo man genau wohnt und ob man am Wochenende oder werktags öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchte.

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Vom Elstaler Bahnhof kommt man leicht nach Berlin.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Gemeinde Wustermark ist ein Thema, bei dem die Meinungen der Einwohner auseinandergehen. Darauf deuteten zumindest die Ergebnisse der am Sonnabend veröffentlichen MAZ-Umfrage hin, die wir im Rahmen unserer neuen Serie „ MAZ zu Hause in...“ durchgeführt hatten. Aus der Umfrage ging hervor, dass 42 Prozent der Befragten der Meinung waren, der ÖPNV in der Gemeinde Wustermark müsse verbessert werden. Aber fast genauso viele, nämlich 35 Prozent, sagten: „Ich komme überall gut hin.“

Diese unterschiedliche Wahrnehmung hat wohl in erster Linie etwas mit dem jeweiligen Wohnort zu tun. Denn auch, wenn die einzelnen Ortsteile der Gemeinde von fünf Buslinien durchzogen werden, sind die Ortsteile Wustermark und Elstal verkehrstechnisch besser versorgt. „Der Ortsteil Wustermark ist aufgrund des Verkehrsknotenpunktes Bahn und Bus am Bahnhof überdurchschnittlich gut angebunden“, teilte die Havelbus Verkehrsgesellschaft auf Anfrage der MAZ mit. Von den beiden Bahnhöfen in Wustermark und Elstal ist es auch nicht mehr weit bis nach Berlin.

„Grundsätzlich steht den Fahrgästen ein der Nachfrage entsprechend gutes Angebot zur Verfügung“, sagt auch Elke Krokowski, Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Unter der Woche fährt von den Bahnhöfen in Wustermark und Elstal halbstündig ein Zug nach Berlin. Mit dem Regionalexpress 4 und der Regionalbahn 13 ist man in knapp 20 Minuten im Berliner Zentrum. Am Wochenende gibt es ein Grundangebot im Stundentakt, da der RB 13 dann nicht verkehrt. Neben diesen beiden Linien fährt die Regionalbahn 21 wochentags stündlich vom Bahnhof Wustermark über Priort nach Potsdam. Am Wochenende und in den Randzeiten im Zweistundentakt. Bis einschließlich 10. April ist die Linie aufgrund von Bauarbeiten im Bereich Golm jedoch unterbrochen. Stattdessen fahren aber Ersatzbusse. Signifikante Beschwerden, über ein nicht ausreichendes Wochenendangebot, hätten den VBB bislang nicht erreicht, sagte Sprecherin Elke Krokowski.

Für Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) sind die Zugverbindungen ein klarer Pluspunkt, der für die Gemeinde spricht. „Gerade aufgrund der hervorragenden Anbindung mit der Regionalbahn ins Zentrum von Berlin, sowie die vierspurige Bundesstraße 5, wählen immer mehr neue Einwohner unsere Gemeinde als Wohnort“, so Schreiber. Doch die Menschen müssen auch die Möglichkeit haben, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem der Bahnhöfe zu gelangen.

In Buchow-Karpzow, Elstal und Hoppenrade könnte das schwer werden. Denn diese Ortsteile seien sehr auf den Schul-und Berufsverkehr ausgelegt. Dementsprechend sei die Bedienung dort nicht so komfortabel wie in Wustermark, teilt Havelbus mit. Noch entscheidender: Keine der fünf Buslinien wird am Sonntag bedient. Man muss also immer jemanden finden, der einen zum Bahnhof bringt. Vor allem für ältere Menschen, ist das ein Problem. „Sonntags kommt man nicht ohne Hilfe zum Zug. Aber wir möchten auch mal am Wochenende nach Berlin oder woanders hin“, steht auf einem Fragebogen aus Elstal geschrieben. Auch eine direkte Busverbindung nach Berlin oder Falkensee sei für die Gemeinde und die Havelbus Verkehrsgesellschaft zurzeit nicht kostendeckend möglich, so Bürgermeister Holger Schreiber. Die Gemeinde gebe schon 70 000 Euro im Jahr für die Businfrastruktur aus. „Ich persönlich bin der Meinung, dass wir mit Ausnahme der Wochenenden eine sehr gute Ortsteilvernetzung haben“, sagt er. Doch alle Wünsche könne die Gemeinde auch nicht erfüllen, da dies immer auch mit mehr Ausgaben verbunden sei.

Von Danilo Hafer

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