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Falkensee: Bürgermeister-Entscheidung vertagt

Amtsinhaber Müller knapp vorne Falkensee: Bürgermeister-Entscheidung vertagt

Die Bürgermeisterwahl in Falkensee hat am Sonntag das erwartet knappe Ergebnis gebracht. Zwar hat Amtsinhaber Heiko Müller die meisten Stimmen geholt. Am 11. Oktober muss er sich dennoch in einer Stichwahl seiner CDU-Konkurrentin Barbara Richstein stellen.

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In Falkensee sind am Sonntagabend die Stimmen ausgezählt worden.
 

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Die Bürgermeisterwahl in Falkensee geht in die erwartete zweite Runde. Eine Entscheidung darüber, wer Bürgermeister in Falkensee wird, wird daher erst am 11. Oktober fallen. Dann stellen sich Amtsinhaber Heiko Müller (SPD) und CDU-Herausforderin Barbara Richstein erneut zur Wahl. Müller kam auf 38,8 Prozent der Stimmen, Richstein auf 32,6. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 51,9 Prozent.

>>> Die Kandidaten mobilisieren bereits für die Stichwahl.

Dass es am Sonntag keine Entscheidung geben wird, war bereits vor der Wahl erwartet worden. Müller gilt zwar als beliebter Bürgermeister, musste sich aber gegen starke Konkurrenz beweisen. So bildet die CDU im Falkenseer Stadtparlament die stärkste Fraktion. Auch der Grünen-Kandidatin Ursula Nonnemacher wurden Außenseiterchancen eingeräumt.

Nun geht es für die beiden Kandidaten darum, sich Unterstützer zu suchen. Lesen Sie hierzu auch unseren MAZ-Kommentar.

So ist am Sonntag abgestimmt worden

Das vorläufige Endergebnis:

  • Heiko Müller (SPD) - 38,8 Prozent (7028 Stimmen)
  • Barbara Richstein (CDU) -  32,6 Prozent (5911)
  • Ursula Nonnemacher (GRÜNE/B 90) - 13,4 Prozent (2437)
  • Norbert Kunz (DIE LINKE) - 5,7 Prozent (1031)
  • Andreas Breinlich (AfD) - 9,7 Prozent (1725)

Das war der Wahltag in Falkensee

– Kandidatin Richstein läuft Marathon

CDU-Kandidatin Barbara Richstein ist am Sonntag noch in Berlin beim Marathon mitgelaufen und hofft nun auf möglichst viele Stimmen bei der Bürgermeisterwahl. Sie ist eine der aussichtsreicheren Kandidaten für den Chefposten im Rathaus Falkensee. Die CDU ist stärkste Partei im Stadtparlament.

Favorit auf die meisten Stimmen dürfte Amtsinhaber Heiko Müller (SPD) sein. Der Grünen-Kandidaten Ursula Nonnemacher werden ebenfalls gute Chancen eingeräumt. Porträts über alle Kandidaten finden Sie weiter unter im Text.

Wahrscheinlich ist, dass es am Sonntag keine endgültige Entscheidung geben, es dafür aber zu einer Stichwahl am 11. Oktober kommen wird. Die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen ziehen in die Stichwahl ein. Wer das sein wird – die Auszählung hat begonnen.

- Entspannter Wahlleiter rechnet mit schneller Auszählung

Noch ist Wahlleiter Sebastian Pioch tiefenentspannt. „Die Auszählung heute wird relativ schnell vonstatten gehen. Ich rechne damit, dass wir 19.30 Uhr und 20 Uhr mit einem ersten Ergebnis rechnen können.“

Um 16 Uhr beginnen die Wahlhelfer im Falkenseer Rathaus die Briefwahlunterlagen zu sortieren. Noch bis 18 Uhr können Wähler ihre Briefwahlstimmen in die Briefkästen am Falkenseer Bürgeramt und am Rathaus einwerfen. 

– Amtsinhaber Müller gibt Stimme ab

Am Nachmittag hat Amtsinhaber Heiko Müller in der Oberschule Falkensee seine Stimme abgegeben. Die Anspannung war ihm anzumerken. Seine Familie begleitete ihn beim Urnengang.

Wer seine Konkurrenten sind, lesen Sie, wenn Sie ein wenig nach unten scrollen. 

 – Ein Wahlhelfer erzählt, warum er bei der Wahl hilft

Wenn der Vater mit seinen Töchtern: Der Falkenseer Uwe Abel ist Wahlhelfer in der „Kita Sonnenschein“ - gemeinsam mit seinen beiden Töchtern Bianka und Maike. „Es ist mehr wie ein Familienausflug“, lacht Bianka Abel. „An einem Sonntag mal fünf Stunden zu opfern, finde ich nicht schlimm. Ich sehe es eher als meine Pflicht an zu helfen“, so die politikinteressierte Schülerin. „Die Wahlbeteiligung hält sich aber leider in Grenzen“, stellt Vater Uwe Abel fest. Die 68-jährige Barbara Wählmann kann das nicht verstehen: „Man geht wählen, weil es sich so gehört!“ . 

 – Ruhe im Wahlbüro

Die Stimmung ist ruhig im Büro des Wahlbezirks 35. Am frühen Mittag haben lediglich rund 300 Leute ihre Stimme abgegeben. Auf 700 Stimmen warten die Wahlhelfer noch bis 18 Uhr. Dann beginnt die Auszählung. Gegen 20 Uhr kündigte Wahlleiter Sebastian Pioch ein erstes Ergebnis an. Die 17-jährige Schülerin Larissa Hammerling wählt in Begleitung ihrer Eltern. Die Stimmung unter den Wahlhelfern ist gut. Sie bleiben mit Hinblick auf die Nachmittagsstunden optimistisch: „Da wird hoffentlich noch einiges kommen.“ Viele ältere Ehepaare, aber auch junge Familien sind auf dem Campus der Lessing Grundschule unterwegs, um die Wahl des nächsten Stadtoberhauptes mitzubestimmen.

Darum ist der Chefposten im Rathaus Falkensee beliebt

Der Chefposten im Rathaus Falkensee gilt als einer der begehrtsten in Brandenburg. Mehr als 35.000 Bewohner können am Sonntag abstimmen. Kaum eine andere Stadt steht so für Wachstum, Zuzug und Speckgürtel-Aufstieg. Falkensee grenzt direkt an Berlin-Spandau und profitiert in den letzten Jahren immer stärker von Berlin-müden Menschen, die die Hauptstadt satt haben, aber weiter in der Nähe wohnen wollen. Und weil der Job im Falkenseer Rathaus so beliebt ist, kämpfen auch drei Polit-Promis um den Bürgermeister-Posten.

Diese Fünf wollen Bürgermeister werden

– Mit Heiko Müller (SPD) tritt der bisherige Amtsinhaber erneut an. Der 56-Jährige Ur-Falkenseer hatte 2007 die Wahl im ersten Wahlgang gewonnen, er löste Jürgen Bigalke ab, der in den Bürgermeister-Ruhestand ging.

– Für die CDU, stärkste Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, tritt Barbara Richstein an. Die Juristin und ehemalige Justizministerin des Landes Brandenburg ist Abgeordnete im Landtag und die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung.

– Bürgermeisterin will auch Ursula Nonnemacher werden. Die Medizinerin ist seit Jahren für die Grünen in der Landes- und Kommunalpolitik unterwegs. Sie führte die Grünen im vergangenen Jahr im Landtagswahlkampf an und ist in Potsdam stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

– Mit Politik kennt sich auch Norbert Kunz gut aus. Er tritt für die Linke an, der Partei gehört er seit mehr als fünf Jahren an. Aus Protest gegen die Bundespolitik der SPD hatte er genau diese damals verlassen. Zuvor hatte er viele Jahre im SPD-Parteivorstand und in der SPD-Bundestagsfraktion gearbeitet, davon sieben Jahre im Büro des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse.

– Eher wenig politische Erfahrung bringt Andreas Breinlich mit. Er ist inzwischen Rentner, hatte in der DDR „Staat und Recht“ studiert und einige Jahre die Lotto GmbH Brandenburg geleitet. In Falkensee kandidiert er für die AfD, wegen eines schweren Unfalls konnte er bisher kaum persönlich in den Wahlkampf eingreifen.

So sind die Chancen der Kandidaten

Es dürfte spannend werden, ob es Amtsinhaber Heiko Müller bei der starken Konkurrenz schafft, weitere acht Jahre im Amt zu bleiben. Müller ist in Falkensee recht beliebt, hat aber vor allem mit Barbara Richstein und Ursula Nonnemacher starke politische Konkurrenz. Norbert Kunz hat höchstens Außenseiter-Chancen. Der AfD-Kandidat Andreas Breinlich dürfte nur wenige Stimmen bekommen.

Wahrscheinlich ist, dass es zu einer Stichwahl kommen wird, weil es keinem der Fünf gelingen wird, im ersten Wahldurchgang die absolute Mehrheit zu erringen. Eine eventuelle Stichwahl ist für den 11. Oktober vorgesehen. Sollte es zu dieser kommen, wird die spannende Frage sein, welche Kandidat zurückzieht und ob eventuelle Empfehlungen ausgesprochen werden.

Wahlplakate im MAZ-Check

Natürlich werben die Kandidaten auch auf großen Plakaten um die Gunst der Wähler. Die MAZ hat sich die Plakate genauer angeschaut und bewertet die Werbekunst der Kandidaten.

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Am Sonntag können mehr als 35.000 Falkenseer entscheiden, wer ihre Stadt die nächsten acht Jahre als Bürgermeister regiert. Fünf Kandidaten kämpfen um die Wählergunst – unter anderem mit hunderten Wahlplakaten.

Zur Bildergalerie

MAZ-Wahlforum

Einen Vorgeschmack, wie spannend es am Sonntag zugehen dürfte, hat bereits ein MAZ-Wahlforum gegeben. Bei diesem haben sich die Kandidaten vorgestellt und den Fragen von MAZ-Redakteuren und Besuchern gestellt. Im Anschluss daran gab es eine Probewahl.

Bei dieser kam Amtsinhaber Heiko Müller auf 32 Prozent, Ursula Nonnemacher und Barbara Richstein jeweils auf 22,6 Prozent.

Von MAZonline und Laura Sander

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