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28-Jähriger vom Raubvorwurf freigesprochen

Amtsgericht Rathenow 28-Jähriger vom Raubvorwurf freigesprochen

Der 28-jährige Matthias O. ist am Dienstag vom Amtsgericht Rathenow vom Vorwurf freigesprochen worden, einen 53-jährigen Mann beraubt zu haben. Es gab zu viele Zweifel für eine Verurteilung. Das Opfer glaubte, den Täter allein an der Stimme erkannt zu haben. Der Angeklagte hingegen gab an, ein anderer junger Mann habe ihm gegenüber die Tat zugegeben.

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Das Amtsgericht Rathenow.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Das Amtsgericht Rathenow hat am Dienstag den 28-jährigen Matthias O. von der Anklage freigesprochen, in der Nacht zum 17. Februar 2015 den 53-jährigen Klaus W. in Premnitz überfallen und beraubt zu haben. Bei dem Überfall hatte das Opfer durch einen plötzlichen Angriff von hinten einen schweren Oberschenkelbruch erlitten und ist deshalb jetzt zu 40 Prozent körperbehindert. Vermutlich ist der Täter ihn mit großer Wucht angesprungen und hat ihn mit dem Knie nahe der Hüfte getroffen. Am Ende der dreistündigen Hauptverhandlung stellte Richter Robert Ligier allerdings fest, das Gericht sei nicht zur Überzeugung gelangt, dass Matthias O. die Tat begangen hat.

Das Opfer Klaus W. hatte als einziger direkter Zeuge der Tat geschildert, dass er kurz nach drei Uhr in der Nacht nach einem Spielhallenbesuch in Premnitz auf einem dunklen Weg überfallen und beraubt worden war. Das Gesicht des Täters habe er nicht erkennen können. Das einzige Merkmal, an dem an den Angreifer zu erkennen glaubte, war dessen Stimme. „Alter, wo ist die Kohle?“, habe der ihn immer wieder gefragt und durchsucht. Die Beute waren schließlich fünf Euro aus der Geldbörse des Opfers und eine angefangene Schachtel Zigaretten.

Opfer gleichzeitig einziger Zeuge

Der Angeklagte Matthias O. hatte immer bestritten, der Täter zu sein. Er sei zwar auch in der gleichen Nacht zunächst so wie W. in der Spielhalle gewesen. Doch sei er früher gegangen und habe ihn nicht überfallen. Vielmehr benannte der Angeklagte von Anfang an und auch vor Gericht wieder einen anderen jungen Mann B., der ebenfalls in der Spielhalle war, als den tatsächlichen Täter. Dieser habe ihm gegenüber gegen 3.20 Uhr in der Tatnacht sogar zugegeben, das Opfer W. überfallen zu haben.

Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten kamen auf, weil der Geschädigte ihn lediglich an der Stimme erkannt zu haben glaubte. Diese erregte, bösartige Stimme von Matthias O. habe er knapp zwei Wochen vor der Tat in einer Spielhalle genau so zu hören bekommen, gab er an, als er mit diesem eine verbale Auseinandersetzung hatte. Eine Blutprobe des Opfers nach der Tat im Krankenhaus hatte einen Wert von 1,75 Promille ergeben. Der Überfallene gab unumwunden zu, ein „Spiegeltrinker“ zu sein.

Zweifel können nicht ausgeräumt werden

Entlastend für den Angeklagten wirkte zudem, dass von ihm keine DNA-Spur auf der Geldbörse des Opfers gefunden wurde. Der von ihm benannte mutmaßliche wahre Täter B. hatte die Entnahme einer DNA-Probe abgelehnt. B. hatte auch eine junge Frau als sein Alibi für die Tatnacht benannt, was diese jedoch nicht bestätigte. Außerdem erschien B. als geladener Zeuge auch nicht zur Verhandlung. Erst während der Sitzung teilte er telefonisch mit, wegen beruflicher Verpflichtungen nicht erscheinen zu können.

Von Bernd Geske

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