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Amtsgericht verurteilt Jugendliche zu Gefängnis

Rathenow Amtsgericht verurteilt Jugendliche zu Gefängnis

Dank einer lückenlosen Indizienkette konnten die mehrfach vorbestraften Täter Florian W. und Julian F. aus Rathenow am Donnerstag vor dem Rathenower Amtsgericht überführt werden. Beide begingen während einer laufenden Bewährungsstrafe erneut Straftaten. Richter Axel Teckemeyer verurteilte beide zu einer Gefängnisstrafe.

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Am Donnerstag verhandelte das Amtsgericht gut vier Stunden. Vor Gericht standen Florian W. und Julian F. aus Rathenow.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Am Donnerstag endete vor dem Rathenower Amtsgericht der Prozess gegen zwei junge Männer aus Rathenow, beide müssen wegen mehrerer Taten nun den Gang ins Gefängnis antreten. Der 19-jährige Florian W. – sechsfach vorbestraft – musste sich insgesamt für vier Taten verantworten. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, gemeinsam mit dem ebenfalls Angeklagten Julian F. und einem Dritten in der Dr.-Salvador-Allende-Straße in Rathenow mutwillig parkende Autos beschädigt zu haben.

Während W. die Aussage zu sämtlichen Anklagepunkten verweigerte, äußerte sich der 20-jährige F. vor Gericht. Er bestätigte, an dem besagten Abend im Januar mit seinen Freunden gefeiert zu haben und von der Tankstelle in der Berliner Straße zum Bruno-Baum-Ring gelaufen zu sein, um seinen Kumpel W. nach Hause zu bringen. Mit der Tat hätten sie aber nichts zu tun.

Spuren im Schnee verrieten die Täter

Um den Tathergang aufzuklären, hatte das Gericht den Zeugen K. geladen. Dieser berichtete, in jener Nacht laute Geräusche gehört zu haben. Beim Blick aus dem Fenster entdeckte er dann drei dunkel gekleidete Jugendliche, die unentwegt gegen Autos traten. Einzelne Personen konnte er aber nicht erkennen, er rief aber die Polizei. Die Beamten erklärten vor Gericht, dass sie wenige Minuten nach dem Anruf am Tatort eintrafen. Dort hätten sie an den beschädigten Autos im Schnee Spuren von drei Personen entdeckt, denen sie bis zu einem Hauseingang im Bruno-Baum-Ring folgten. Im Hausflur trafen sie die beiden Angeklagten und den ursprünglich mitangeklagten R. an.

Für das Gericht ergab sich anhand der Zeugenaussagen eine lückenlose Indizienkette, die keine Zweifel an der Täterschaft von Julian F. und Florian W. offen ließ. Richter Axel Teckemeyer folgte der Forderung der Staatsanwältin und verurteilte F. zu einem Jahr und sechs Monaten Jugendstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Florian W. schlug mit Quarzhandschuhen zu

Ausschlaggebend für das Strafmaß war zum einen die von der Bewährungshelferin bescheinigte negative Sozialprognose sowie die Tatsache, dass sich der vierfach vorbestrafte F. zum Tatzeitpunkt auf Bewährung befand. Der 20-Jährige lebe auf Kosten seiner Mutter in den Tag hinein und habe immer wieder den Kontakt mit der Bewährungshelferin abgebrochen.

Negativ fiel auch die Sozialprognose für Florian W. aus. Er beging ebenfalls alle Taten im Bewährungszeitraum, scheint zudem ein Alkohol- und Drogenproblem zu haben. Auch in seinem Fall folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte ihn zu zwei Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung. Anhand von Zeugenaussagen konnte das Gericht beweisen, dass W. im April zwei Jugendliche auf der Rathenower Weinbergbrücke mit Quarzhandschuhen ins Gesicht schlug und verletzte, sowie im Vollrausch auf einer Party in Schönefeld im Februar auf einen Bekannten einprügelte. Richter Teckemeyer hofft, dass die Strafe auf die beiden erzieherisch wirke.

Die Tatvorwürfe im Detail

Das Gericht sieht es als bewiesen an, dass Florian W. und Julian F. am
8. Januar mit einem weiteren Freund zwei Autos in der Dr.-Salvador-Allende-
Straße demoliert haben.

Der Schaden beläuft sich auf insgesamt knapp 5000 Euro.

Weiterhin wurde Florian W. nachgewiesen, dass er am 15. Februar auf einer Party in Schönefeld einem Freund betrunken ins Gesicht schlug.

Am 17. April attackierte er zudem zwei Jugendliche auf der Weinbergbrücke und verletzte sie ebenfalls im Gesicht.

Am 26. April beschädigte er außerdem eine Haustür im Bruno-Baum-Ring. Sein Vater erstattete Anzeige, verweigerte jedoch vor Gericht die Aussage.

Von Christin Schmidt

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