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Havelland Anfangs kostete es Überwindung
Lokales Havelland Anfangs kostete es Überwindung
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07:10 05.12.2015
Marina Trojan (r.), ehrenamtliche Mitarbeiterin der Kleiderkammer, berät Kristina Meier. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Seit gut drei Jahren kommt Kristina Meier* regelmäßig in die Nauener Tafel. „Wenn ich die Möglichkeit habe, bin ich einmal in der Woche hier“, sagt die 33-Jährige. Dann nimmt sie Brot und Brötchen mit, ein Teil wird eingefroren. Großen Wert legt sie auf den großen Beutel mit Obst und Gemüse, den ihr die Frauen der Tafel zusammenstellen. „Der ist für mich sehr wichtig, damit ich für meine beiden Kinder Max* und Lucy* auch etwas Frisches kochen kann“, sagt die Mutter, die von Fastfood nichts hält. Aber auch Joghurt, Käse und Wurst und manchmal Nudeln oder Fisch, aber auch ein Fruchtzwerg für die Kinder sind in der Tasche, wenn die Nauenerin nach Hause fährt.

„Man bekommt für wenig Geld viele Dinge zum Essen.“ Dabei hatte sie sich vor einiger Zeit noch nicht vorstellen können, dass sie mal zu den Stammkunden der Lebensmittelausgabestelle gehören könnte. Die Arbeit, die sie damals im Handel hatte, machte ihr Spaß. Sie konnte kreativ sein, genau wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Doch die Fahrt dorthin und zurück dauerte jeweils eine Stunde – das alles für nur fünf Stunden Arbeitszeit. Da blieb vom Lohn nicht viel übrig. Und auch wenn ihr Lebenspartner einen Job hatte – das Geld reichte vorn und hinten nicht.

Dann nahm der Schimmel in dem Laden, in dem sie arbeitete, immer mehr zu. Für die Frau mit der Schimmelallergie ein Horror. Der Arbeitgeber tat nichts dagegen und sie wollte ihren Job nicht verlieren, so ging’s noch eine Weile. „Als ich dann aber mit meinem Sohn beim Kinderarzt war, meinte er, dass ich sehr schlecht aussehe“, sagt sie und vertraute sich ihm an. Er schrieb sie krank, und letztlich blieb ihr nichts anderes übrig, als 2013 – kurz vor Weihnachten – aus gesundheitlichen Gründen zu kündigen.

Arbeitsgeld sah sie aber erst einmal nicht, weil ihre frühere Chefin die Anfragen der Arbeitsagentur nicht beantwortete. „Ich hing zwei Monate in der Luft“, sagt die sympathische Frau. Noch heute ist sie glücklich darüber, dass es in der Zeit für sie Hilfe gab. „Wäre die Tafel nicht gewesen, wäre es wirklich schlecht gewesen. Ich bin total dankbar, dass es weiterging“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. So gelang es ihr, auch diese Tiefphase, für die sie nichts konnte, zu überstehen.

Doch auch heute geht es ohne die Unterstützung der Tafel nicht. Etwas mehr als 500 Euro bekommt sie an Hartz IV. Nicht allzu viel, wenn davon auch die Kita-Kosten abgehen müssen, das Essengeld für die Kinder, der Strom... Da hilft es ihr schon sehr, dass sie bei der Tafel etwas Geld sparen kann. „Mit den Euros, die ich dadurch behalte, kann ich dann beispielsweise meinem Sohn ermöglichen, dass er mit zum Theater fahren kann“, sagt sie.

Eine gewisse Überwindung kostete es sie damals schon, als sie das erste Mal zur Tafel kam. „Das war schon komisch und auch unangenehm. Da geht einem immer im Kopf herum, was andere von einem denken könnten, auch die Mitarbeiter. Aber hier wird man sehr herzlich aufgenommen, keiner guckt einen schief an“, sagt Kristina Meier erleichtert. „Somit kann ich auch der Familie ein gutes Leben ermöglichen.“
Ab und zu schaut sie in der Kleiderkammer vorbei, die im gleichen Hause ist. Bei ihrem jüngsten Besuch wurde sie auch wieder fündig. „Ich habe einen wunderschönen Skianzug für die Kleine gefunden. Den werde ich gleich für Weihnachten zurücklegen“, sagt sie erfreut. Überhaupt sind der fünfjährige Max und die acht Monate alte Lucy ihr ein und alles. „Es ist mir sehr wichtig, dass ich Ihnen alles ermöglichen kann“, sagt sie leise – und bekommt feuchte Augen.

Wer spenden möchte, kann das Geld auf folgendes Konto überweisen: Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), Konto-Nr. 38 10 01 08 97, Bankleitzahl: 1605 0000, Kennwort: Tiefkühltruhe.

(*)

Von Andreas Kaatz

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