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Angelschnüre bedrohen Schwanenfamilie

Falkensee Angelschnüre bedrohen Schwanenfamilie

Erneut musste die Falkenseer Feuerwehr am vergangenen Sonntag zu einer besonderen Rettungsaktion ausrücken. Ein Schwan hatte sich in einer Angelsehne verheddert. Dies war nicht der erste Einsatz dieser Art. Seit Mai wurden die Kameraden bereits zu vier solcher Einsätze gerufen.

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Während der Rettungsaktion blieb die Schwanenmutter mit ihren Jungen immer in der Nähe.

Quelle: Julian Stähle

Falkensee. Es könnte alles so idyllisch sein für die Schwanenfamilie, die ihr Zuhause rund um den Panzersee in Falkensee hat. Doch rücksichtslose Angler, die Sehnen, Schwimmer und andere Angelutensilien am und im See zurücklassen, sorgen regelmäßig dafür, dass das Leben der Schwäne und anderer Wasservögel, die sich in den Schnüren verheddern, bedroht wird.

Erst am vergangenen Sonntag alarmierten wieder besorgte Passanten die Falkenseer Feuerwehr, weil ein Schwanenvater, der mit seinem Weibchen und den Jungtieren im See lebt, eine Angelschnur samt Schwimmer hinter sich herzog. Für den Schwan sei dies gefährlicher als es zunächst scheint. „Diese Lage kann für den großen Vogel sehr gefährlich werden, da durch die Sehne auf Dauer das Bein abgeschnürt werden könnte“, erklärt Harry Heinicke, Tierschutzverantwortlicher und Stadtjäger in der Stadt Falkensee.

Also rückten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mit einer Rettungsstaffel aus und versuchten, das Tier von einem Boot aus einzufangen, um es von seiner Last zu befreien. Die Rettungsaktion gestaltete sich jedoch schwierig, da der Schwan nicht daran dachte, sich retten zu lassen. Immer wieder schwamm er den Einsatzkräften im letzten Moment davon.

„Wenn man nicht schneller als der Schwan ist, hat man keine Chance“, sagt Stadtbrandmeister Daniel Brose. Am Besten sei es, das Tier mit Netz und Decke einzufangen, denn sobald der Schwan nichts mehr sehe, verhalte er sich absolut ruhig. Doch soweit kam es vergangenen Sonntag erst gar nicht. Die Kameraden gaben schließlich auf.

Eine Angelschnur samt Pose schleppte der Schwan hinter sich her, weil sie die Angelutensilien an seinem Bein verfangen haben

Eine Angelschnur samt Pose schleppte der Schwan hinter sich her, weil sie die Angelutensilien an seinem Bein verfangen haben.

Quelle: Julian Stähle

Für die Einsatzkräfte ist der Schwan indes ein alter Bekannter. Bereits mehrfach war der majestätische Vogel Patient von Feuerwehr und Tierschutzverantwortlichem. „Wir müssen immer wieder wegen der gleichen Schwanenfamilie ausrücken“, so Brose. Zuletzt im Mai, als sich der Schwanenvater unweit seines Nestes in einer Angelsehne verhedderte und nicht mehr vor und zurück konnte. Jugendliche, die in der Nähe feierten, bemerkten die ausweglose Lage des Tieres und alarmierten die Feuerwehr.

„Wir rücken dann in der Regel mit einem Löschfahrzeug mit sechs Mann Besatzung aus“, erklärt Daniel Brose. Wie lange so ein Einsatz dann dauert, könne vorab nur schwer eingeschätzt werden. Seit Mai mussten die Feuerwehrleute bereits viermal zu solchen Rettungsaktionen ausrücken.

Immer häufiger müssen die Kameraden der Falkenseer Feuerwehr Tiere befreien, die sich in Angelschnüren verheddern

Immer häufiger müssen die Kameraden der Falkenseer Feuerwehr Tiere befreien, die sich in Angelschnüren verheddern.

Quelle: Julian Stähle

„Wir behelfen uns bei solchen Einsätzen auch meist mit dem Tierschutzverantwortlichen, der uns unterstützt“, sagt Daniel Brose. Im Mai mussten die Kameraden sogar mit Wathosen in den Uferbereich des Sees, weil der Schwan samt Angelsehne im Schilf festsaß. „Wenn die Angler sorgfältiger mit ihren Sachen umgehen würden, hätten wir dieses Problem nicht“, sagt Benjamin Christ, der den Einsatz am Sonntag leitete.

Auch Stadtjäger Harry Heinicke appelliert an die Angler. „Alle mögen bitte ihre Sachen wieder mitnehmen und nicht einfach wegschmeißen, man sieht ja was dann passiert.“

Von Julian Stähle und Danilo Hafer

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