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Angelverein: 40 Jahre „Petri heil“ in Dallgow

Dallgow-Döberitz Angelverein: 40 Jahre „Petri heil“ in Dallgow

Der Angelverein in Dallgow-Döberitz (Havelland) wurde vor 40 Jahren als Betriebsangelgruppe gegründet. Heute zählt er 56 Mitglieder. Vereinschef Bernd Ebel sagt anlässlich des Jubiläums im MAZ-Gespräch, was das Faszinierende am Fischen ist und wie er damals zum Vereinvorsitzenden gewählt wurde.

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Beim regelmäßigen Hegefischen suchen die Vereinsmitglieder die besten in ihren Reihen.

Quelle: Privat

Dallgow-Döberitz. Auch nach 40 Jahren als leidenschaftlicher Angler erlebt Bernd Ebel immer wieder Überraschungen. „Beim letzten Hegefischen gewann ein Angelfreund mit einem Fisch der gerade mal 110 Gramm wog, das gab es noch nie. Üblich sind Gewinnerfische im Bereich zwischen 1100 und 1450 Gramm“, sagt Bernd Ebel. Der 70-Jährige ist Vorsitzender des Dallgower Angelvereins „Guter Fang“, der im November sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Der Verein zählt heute 56 Mitglieder

Gegründet wurde der Verein 1977 als Betriebsangelgruppe der Kfz-Instandhaltung Dallgow. Seit 1993 ist er ein eingetragener Verein. 56 Mitglieder im Alter zwischen neun und 77 Jahren pflegen seither den gemeinschaftlichen Angelsport.

Mehrmals im Jahr treffen sich die Angelfreunde zum Hegefischen und einmal im Monat, immer dienstags, zum Vereinsabend. „Daran hat sich in den 40 Jahren nichts geändert“, so Ebel. Verändert haben sich aber die Fangmethoden, mit denen die Angelfreunde heute auf Beutezug gehen. Ohne moderne Bissanzeiger und Angelruten aus besonders leichtem Material geht heute fast nichts mehr. Auch der Vereinsvorsitzende verfügt über sämtliche Utensilien, verzichtet aber auch gerne auf sie. „Ich brauche dieses ganze Zeug eigentlich gar nicht und angel am liebsten auf die alt bekannte Weise, das führt in der Regel auch zum Ziel“, sagt er.

Die beliebtesten Angelgewässer für ihn und seine Mitglieder sind der Havelkanal, der Sacrow-Paretzer-Kanal oder der Falkenhagener See. Bleie, Plötzen und Barsche sind hier die gängigsten Fischarten. Doch der erfahrene Angler macht seit einiger Zeit einen Fisch aus, der hier eigentlich nicht zu Hause ist. „Die Gründel ist immer weiter auf dem Vormarsch und kommt ursprünglich aus dem schwarzen Meer“, so Ebel.

Ausflüge und großer Fang an der Ostsee

Seinen schwersten Fang holte Bernd Ebel aber fernab der havelländischen Gewässer ein. Vor Warnemünde konnte er einen 11,5 Kilogramm schweren Dorsch rauszeihen. „Der Fisch war knapp einen Meter lang“, erinnert sich Ebel. Über viele Jahre hinweg fuhren die Angelfreunde jedes Jahr zur Ostsee, um dort mit einem eigens angemieteten Kutter rauszufahren und auf hoher See zu fischen. „Irgendwann gingen die Angelquoten aber soweit zurück, dass wir mit leeren Händen wieder nach Hause fahren mussten, dann haben wir uns überlegt damit aufzuhören“, erklärt Bernd Ebel.

Wie viele der Vereinsmitglieder, kam auch Bernd Ebel über seinen Vater zum Angeln. „Von meinem Vater habe da natürlich viel mitgenommen, aber ich mag auch die Ruhe und die Natur, die man beim Angeln erleben kann“, sagt er. Hinzukommt die manchmal nicht ganz so leichte Aufgabe, den Fisch zu überlisten. „Es gibt dafür ja kein Geheimrezept, jeder Tag ist anders, das Wetter und viele andere Faktoren spielen eine entscheidende Rolle und das ist das spannende am Angeln“, so Ebel.

Vereinssitzung am Tag des Mauerfalls

Zum Vorsitzenden des Dalgower Angelvereins wurde Bernd Ebel übrigens am 9. November 1989 gewählt, dem Tag an dem die Mauer fiel. „Kurz zuvor hatte mein Vorgänger das Handtuch geworfen, und wir mussten kurzfristig eine Neuwahl einberufen, es konnte ja niemand ahnen, dass dann an diesem Tag die Mauer aufgeht“, sagt Bernd Ebel. Die Wahl des neuen Vorsitzenden sei dann dementsprechend schnell verlaufen, damit die Mitglieder schnell wieder nach Hause oder zur Grenze fahren konnten. „Ich bin nach Hause zu meiner Frau gefahren, und wir haben das ganze im Fernsehen verfolgt“, erinnert sich Ebel.

Von Danilo Hafer

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