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Angriff auf Fotografen endet mit Schadenersatz

Rathenow Angriff auf Fotografen endet mit Schadenersatz

Im November 2015 kam es im Zuge eines Trauermarsches zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Fotografen und einem Demonstranten. Weil er die Ausrüstung des Fotografen beschädigt hatte, musste sich der 62-Jährige Angeklagte am Dienstag vor dem Amtsgericht Rathenow wegen Sachbeschädigung verantworten.

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Im Rathenower Amtsgericht fand die öffentliche Verhandlung statt.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Die Auseinandersetzung zwischen einem Fotografen und dem Teilnehmer eines Trauermarsches, zu dem das Bürgerbündnis Havelland im November 2015 aufgerufen hatte, endete am Dienstagnachmittag vor dem Rathenower Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß Hans T., der sich wegen Sachbeschädigung verantworten musste.

Wie der 62-jährige vor Gericht erklärte, habe er sich vom Blitzlichtgewitter des Fotografen provoziert gefühlt. „Ich habe ihm gesagt: Lass das, sonst nehme ich dir dein Spielzeug weg. Daraufhin hat er mich noch mal frontal fotografiert.“ Wie T. erklärte, kam es dann zu einer Auseinandersetzung, dabei habe er den Fotografen am Schlafittchen gepackt und versucht nach der Kamera zu greifen. „Irgendwann hatte ich das Blitzlicht in der Hand und habe es fallen gelassen.“

Richter Ralf Weller hörte sich die Aussagen des Angeklagten an und unterbreitete T. einen Vorschlag: „Sie sind nicht vorbelastet, zudem handelt es sich um einen relativ geringen Schaden. Eine Verfahrenseinstellung wäre in diesem Fall denkbar, diese hätte aber einen Preis: Sie zahlen den Schadensersatz in Höhe von 239 Euro.“ Dem stimmte auch der Staatsanwalt zu. „Das ist eine Sache, in der es nicht zu einer Verhandlung kommen muss. Nehmen Sie das Angebot nicht an, müssen Sie aber damit rechnen, dass Sie verurteilt werden und Strafe zahlen müssen.“

Hans T. zeigte sich zunächst wenig begeistert von dem Vorschlag. Nachdem Richter Weller ihm noch einmal klar machte, welche Konsequenzen ein Verfahren für T. haben könnte, willigte er schließlich ein, den Schadensersatz in monatlichen Raten an den Fotografen zu zahlen. „Es grummelt in meinem Bauch, aber sie haben recht. Ich mache es.“

Üblicherweise darf jeder selbst bestimmen, ob er fotografiert wird und ob die Aufnahmen veröffentlicht werden dürfen. So sieht es das „Recht am eigenen Bild“ vor. Doch es gibt Ausnahmen. Dazu gehören Bilder von öffentlichen Versammlungen wie die seit Ende 2015 14-tägig stattfinden Versammlungen des Bürgerbündnisses Havelland. Dabei kam es mehrfach zu lautstarken Auseinandersetzungen, weil sich Demonstranten von Fotografen provoziert fühlten. Doch auch hier darf fotografiert werden, ohne dass die auf den Bildern abgebildeten Personen um Erlaubnis gefragt werden müssen. Wichtig ist, dass die Veranstaltung selbst im Vordergrund steht. Nicht erlaubt ist es, einzelne Teilnehmer bewusst herauszuheben. So schreibt es das Kunsturhebergesetz vor.

Von Christin Schmidt

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