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Havelland Angst vor der „Wasserpest“ in Ketzin
Lokales Havelland Angst vor der „Wasserpest“ in Ketzin
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10:14 16.03.2018
Auch der Wasser-und Bodenverband Nauen setzt auf Kanälen und Gräben Krautboote ein. Quelle: privat
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Ketzin/Havel

Noch ist es einige Tage hin bis zum Beginn der Badesaison. Trotzdem hat Rentnerin Helke Busche aus Ketzin die warmen Tage offenbar schon wieder vor den Augen. Allerdings hält sich ihre Freude in Grenzen, wenn sie an den vergangenen Sommer zurückdenkt: „Ich bin über Jahre fast jeden Morgen 300 bis 500 Meter in der Havel geschwommen, aber 2017 ging das irgendwann nicht mehr. Ich habe mich im Kraut verfangen und sogar Ausschlag bekommen“, erzählte die 85-Jährige am MAZ-Lesertelefon. Was nütze das schöne Wassergrundstück an der Havel, wenn man nicht ins Wasser kann, beklagt sie und hofft, „dass die Stadt Ketzin/Havel irgendwas unternimmt, dass die kommende Saison möglichst krautfreier wird.

Gespräch im Landesumweltamt

„Wir müssen was tun und wir werden was tun“, sagt Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Dazu sei man sowohl den Ketzinern als auch den Wassertouristen gegenüber verpflichtet. Nur was genau passieren muss, um die im Volksmund genannte „Wasserpest“ einzudämmen, kann der Bürgermeister aber noch nicht sagen. „Es wird Ende März einen Termin beim Landesumweltamt geben, bei dem wir gemeinsam mit Vertretern der Nachbargemeinden wie Groß Kreutz vorsprechen und wissen möchten, wie das Land uns helfen kann“, so Lück.

Eine Variante gegen die Wasserpest, der Fachmann nennt das Gemeines Hornblatt und Tausendblatt, ist der Einsatz eines Mähbootes. Das müsste die Kommune anmieten, so wie sie es in der Vergangenheit, unter anderem im Sommer 2013, schon getan hat. „Aber das verursacht natürlich Kosten“, sagt der Bürgermeister.

Mähboote helfen nur bedingt

Der Wasser- und Bodenverband in Nauen besitzt zwei solcher Mähboote, die er auch vermieten würde. „Natürlich nur in Zeiten, in denen wir diese Boote nicht selbst auf den Kanälen und Gräben einsetzen“, erklärt Geschäftsführer Peter Hacke. Außerdem seien die Mähboote des Verbandes maximal bis zu einer Wassertiefe von 1,50 Metern nutzbar, also für die Havel nicht besonders geeignet, weil die tiefer ist. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ein Mähboot eben das Kraut nur abschneidet, nicht aber an den Wurzeln bekämpft, weiß Bernd Lück. „Das wächst anschließend sehr schnell nach, so dass der Effekt gleich Null ist.“

In der abgelaufenen Saison musste die Slipanlage in der Ketziner Albrechtstraße zwischenzeitlich geschlossen werden, weil die Boote nicht so nah ans Ufer fahren konnten, ohne dass sich das Kraut um die Motoren gewickelt hat. Im Strandbad wucherte das Kraut ebenso. „Nur dank des Einsatzes des Bademeisters, der mit einer Harke das Zeug immer wieder rausgeholt hat, konnten wir den Badebetrieb aufrechthalten“, sagt Bernd Lück. Auch Havelfischer Lutz Schröder hatte mit der grünen Plage zu kämpfen, weil sich die Reusen kaum noch aufnehmen ließen.

Hoher Nähstoffgehalt könnte Ursache sein

Über die genauen Ursache für die zuletzt immer wieder auftretende Wasserpest gibt es mehrere Auffassungen. Der hohe Nährstoffgehalt der Havel im Ketziner Raum, die gute Wasserqualität mit einer Sichttiefe von bis zu 2,50 Metern und hohe Temperaturen lassen die Schlingpflanzen sprießen.

Die sind zwar lästig und unangenehm, würden aber keine Gefahr für die Gesundheit von Badenden darstellen. Jedenfalls kam das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Havelland im Sommer 2013 zu dieser Erkenntnis, nachdem die Ketziner Havel mehrfach beprobt worden war.

Von Jens Wegener

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