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Havelland Ankunft und Abspaltung
Lokales Havelland Ankunft und Abspaltung
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10:00 03.01.2015
Die Buga-Brücke in Rathenow dürfte auch 2015 gut besucht sein. Quelle: Archiv
Havelland

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass irgendwie alles mit allem zusammenhängt, dann wurde er 2014 im Havelland erbracht. Die Bürgerkriege in Syrien und Somalia mögen weit weg scheinen, doch die große Weltpolitik ist auch im Kleinen spürbar. Mehr und mehr Flüchtlinge aus diesen und anderen Ländern strömten 2014 in die Region, so dass die Kreisverwaltung sich neben dem überfüllten Heim in Rathenow nach neuen Unterkünften umsehen musste.

Fündig wurde sie in Premnitz in einer ehemaligen Förderschule, im Internat des Oberstufenszentrums in Friesack und in Falkensee auf einem Areal nahe dem Friedhof und dem Familien- und Jugendhilfezentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB).

Proteste gegen das neue Asylbewerberheim in Falkensee. Quelle: Archiv

Das ging nicht ohne Proteste vonstatten. In Falkensee wurden in der Nachbarschaft Transparente aufgehängt („Hier ist der falsche Standort“), später gründete sich eine Bürgerinitiative namens „Pro Asyl Falkensee“, die einen anderen Standort forderte – was aber abgelehnt wurde. Das Heim wird an der Kremmener/Ecke Bergstraße gebaut und soll im Frühjahr bezugsfertig sein. Wie zuvor schon in Friesack,  hat sich inzwischen auch in Falkensee eine Willkommens-Gruppe für die Neuankömmlinge formiert.

Anna Lena Bublitz (r.) bei der Krönung zur Erntekönigin des Kreises. Quelle: Archiv

Ein weiteres Thema, das die Schlagzeilen 2014 beherrschte, war die Teilung von Havelbus. Die Landkreise Havelland und Potsdam-Mittelmark gehen im öffentlichen Nahverkehr künftig getrennte Wege. Bislang war die Havelbus Verkehrsgesellschaft (HVG) ein gemeinsames Unternehmen gewesen, doch zum 1. Januar 2015 haben sich der mittelmärkische Firmenteil und die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG) abgespalten. Der Landkreis Havelland wird seinen Teil von Havelbus nun allein weiterführen. Der neue Sitz des Unternehmens ist Nauen.

Havelbus wird aufgeteilt, der neue Firmensitz ist in Nauen. Quelle: Archiv

Ihre Schatten voraus warf die Bundesgartenschau 2015, die im vergangenen Jahr vor allem im Westen des Kreises, aber auch im Osthavelland, fleißig vorbereitet wurde. Schließlich sollen die Besucher vom 18. April an auch die Schönheiten des östlichen Kreisteils besuchen: das Landgut A. Borsig in Groß Behnitz – ein Referenzstandort der Buga –, die Gärten in Senzke und Wagenitz, die vielen Kirchen und das Schloss Ribbeck. Dieses bekam 2014 eine neue Schlossherrin: Bettina Götze soll als Geschäftsführerin der Schloss Ribbeck GmbH das Haus wieder auf Vordermann bringen. Sie ersetzte Robert Cardeneo.

Bettina Götze hat seit diesem Jahr auf Schloss Ribbeck das Sagen. Quelle: Archiv

Zahlen, Themen, Sensationen

24 Jahre nach der letzten Diätenerhöhung haben sich die Kreistagsabgeordneten in diesem Jahr das Sitzungsgeld erhöht. Wenn sie an einer Sitzung teilnehmen, kostet das den Landkreis jetzt 20 Euro pro Kopf – 7 Euro mehr als vorher.

300 Millionen Euro beträgt der Haushalt des Landkreises für das Jahr 2015. Das sind rund 18 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

422 Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge lebten Ende November im Landkreis Havelland. Tendenz steigend.
676 Schüler bekamen wegen Unterrichtsausfalls im ersten Halbjahr 2013/14 in einem oder mehreren Fächern keine Zeugnisnoten. Nach Veröffentlichung dieser Zahlen im April wurde Bildung zum Wahlkampfthema Nummer eins. häf

Ein anderer „Herrscher“ bleibt dem Havelland hingegen treu: Landrat Burkhard Schröder betonte nach den Landtagswahlen, er strebe derzeit kein Amt in der Landespolitik an. Seine Partei , die SPD, blieb bei den Wahlen im September die stärkste Kraft auf Kreisebene, verlor allerdings drei Prozent und zwei Mandatsträger. Insgesamt sitzen nun sieben Havelländer im Landtag, zwei von ihnen gehören der Landesregierung an: Christian Görke (Linke) als Finanzminister und Diana Golze (ebenfalls Linke) als Ministerin für Arbeit und Soziales.

Zwei Politiker der Linken aus dem Havelland gehören der neuen brandenburgischen Landesregierung an: Christian Görke und Diana Golze. Quelle: Archiv

Die Landtagswahl war nicht der einzige Urnengang 2014. Im Mai war bereits der havelländische Kreistag neu gewählt worden. SPD und CDU sind dort jetzt mit je 15 Abgeordneten vertreten; zusammen mit der gemeinsamen Fraktion aus FDP, Bauern und Familienpartei (5 Sitze) bilden sie eine Zählgemeinschaft, die über eine stabile Mehrheit verfügt.

Erstmals angetreten war die Alternative für Deutschland (AfD), die aus dem Stand 6,5 Prozent holte und mit vier Vertretern in Kreisparlament sitzt. Auch bei der zeitgleich ausgetragenen Europawahl schnitt die Alternative für Deutschland stark ab.

Von Philip Häfner

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