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Havelland Anlaufpunkt für Jugendliche ist wieder da
Lokales Havelland Anlaufpunkt für Jugendliche ist wieder da
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00:19 20.08.2017
Maria Reißig (l.) leitet seit Monatsbeginn den Jugendtreff des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland. Quelle: Danilo Hafer
Nauen

Mehr als einen Monat war der Jugendtreff des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland in der Nauener Karl-Thon-Straße, aufgrund von personellen Engpässen, geschlossen. Seit erstem August können die Jugendlichen nun aber aufatmen. Die Türen des Jugendtreffs sind wieder montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

Um die Jugendlichen kümmert sich ab sofort Maria Reißig, keine Unbekannte in der havelländischen Jugendarbeit. Bis Ende Juli war sie die Straßensozialabreiterin der Stadt Falkensee. Nun richtet sie ihren Blick ganz auf Nauen. „Für mich heißt es jetzt erstmal, Vertrauen zu den Jugendlichen aufzubauen und die Stadt richtig kennenzulernen“, sagt die 34-Jährige.

Derzeit steckt Maria Reißig voll in der Gestaltung des Ferienprogramms. „Wir bieten jeden Tag etwas anderes an, je nach dem, was die Jugendlichen machen möchten“, sagt sie. So haben die Jungen und Mädchen am Dienstag gemeinsam gekocht, in der vergangenen Woche Pizza gebacken und sich bei einer Runde Tischtennis ausgepowert.

Für die kommende Woche hat sich Maria Reißig etwas besonderes einfallen lassen. Gemeinsam mit den Jugendlichen möchte sie die Graffitiwand im Außenbereich des Jugendklubs neu gestalten. „Dazu würde ich mit ihnen gerne auf den Teufelsberg fahren, dort machen wir Skizzen und überlegen uns, wie wir die Wand gestalten können“, sagt sie. Am Freitag soll es dann ans Eingemachte gehen.

Vorher muss die Wand allerdings noch auf ihre neue farbliche Gestaltung vorbereitet werden. „Wir müssen sie zunächst schleifen und mit einer Grundierung streichen, damit das Graffiti gut zur Geltung kommt“, so Reißig. Sie hofft, dass sich möglichst viele an dem Projekt beteiligen.

Hintergrund

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. ist eine kulturelle Weltanschauungsgemeinschaft, konfessionell nicht gebundener Menschen, die sich den freiheitlichen und humanistischen Interessen aller Menschen verpflichtet hat.

Die freie Kinder- und Jugendarbeit gehört dabei den festen Bestandteilen des Engagements des Vereins. Hauptgedanke ist, Jugendlichen zu helfen, zu einem selbstbestimmen und toleranten Leben zu finden, sich ihrer eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Neigungen bewusst zu werde und diese aktiv zu leben.

Seit Bestehen der Vereinigung ab Ende 1989 wurden jährlich zahlreiche Jugendreisen, Treffen, Gesprächsrunden, Bildungs- und Freizeitveranstaltungen, sowie die Jugendtage durchgeführt.

Seit 1996 organisiert der Humanistische Freidenkerbund zudem einen Jugendaustausch zwischen Deutschland und dem befreundeten Atheistischen Zentrum in Südindien

Neben zwei Jugendtreffs in Nauen betreibt der Verein auch Clubs in Brieselang, Berge, Wustermark, Elstal, Falkensee, Bredow und Rathenow. Alle sind fast täglich für alle Jugendliche geöffnet.

Derzeit sei die Zahl der Jugendlichen, die den Klub besuchen noch überschaubar. Das liege aber auch daran, dass gerade Ferienzeit ist, viele Kinder also gar nicht in der Stadt sind und das Wetter an den meisten Tagen zu schön ist. „Ich kann jeden verstehen, der sich bei diesen Temperaturen lieber ans Schwimmbecken im Stadtbad legt, als in den Jugendklub zu kommen“, sagt sie. Ihr sei es wichtig, dass die Jugendlichen das machen, was ihnen auch Spaß macht. „Ich bin die letzte, die ihnen irgend etwas vorschreiben würde“, sagt Maria Reißig.

Viele Jugendliche besuchen den Klub ganz spontan. So auch Dennis Lewerenz und Tim Heinz. Die beiden 18 und 17 Jahre alten Jungen schauten am Dienstag kurz im Club vorbei. „Wir kommen seit ungefähr drei Jahren hierher, aber nur unregelmäßig“, so Dennis Lewerenz. Meist hängen sie rum, quatschen mit den anderen oder spielen eine Runde Tischkicker, so wie am Dienstag. Dann muss auch Maria Reißig ran, wobei sie selbst sich eingesteht, dass das nicht ihre Paradedisziplin ist.

Perspektivisch möchte die neue Jugendklubleiterin ein paar neue Ideen umsetzten. Besonders am Herzen liegt ihr dabei ein Sportraum. „Viele haben nicht die Möglichkeit, in ein Fitnessstudio zu gehen oder woanders Sport zu treiben, aber gerade in der Pubertät ist es wichtig, sich auch mal auszupowern“, weiß Maria Reißig. Gleichzeitig könne Sport auch für ein harmonischeres Miteinander sorgen, indem einige Jugendliche dabei womöglich ihre Aggressionen abbauen.

Ab dem Schulbeginn wird der Jugendklub zudem die Möglichkeit haben, die Sporthalle der Dr-Georg-Graf-von-Arco-Schule zu nutzen. Immer dienstags von 17 bis 19 Uhr können sich die Jugendlichen dann sportlich betätigen. „Das ist aber nur ein Tag in der Woche, an dem wahrscheinlich nicht immer alle Zeit haben, daher finde ich einen eigenen Sportraum unverzichtbar“, so Reißig.

Im ländlichen Raum sei es noch viel wichtiger, ausreichend Angebote für die Jugendlichen zu schaffen. „Alle sagen immer, wir müssen die Jugendlichen von der Straße wegholen, dann müssen wir ihnen aber auch gute Angebote zur Verfügung stellen“, so Reißig. Denn in Gegenden ohne Kino und andre Anlaufpunkte, sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendliche auf der Straße rumhängen, sehr groß.

Der Jugendklub „Miteinander“ ist von Montag bis Freitag jeweils von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Er befindet sich in der Karl-Thon-Straße 42 in Nauen.

Von Danilo Hafer

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