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Anneliese Preuß hilft im Seniorenheim

Premnitz Anneliese Preuß hilft im Seniorenheim

Im Seniorenpflegezentrum Premnitz kümmern sich acht ehrenamtliche Betreuer um die Bewohner. Am längsten dabei ist die 71-jährige Anneliese Preuß. Sie fährt ältere Leute im Rollstuhl spazieren, liest kleineren Gruppen vor und spielt mit ihnen auch „Mensch ärgere Dich nicht“ oder Memory.

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Anneliese Preuß beginnt ihren allwöchentlichen Spaziergang mit der auf den Rollstuhl angewiesenen Gertraud Mittmann vor dem Seniorenpflegezentrum in Premnitz.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Die alljährliche Seniorenwoche im Land Brandenburg, die diesmal vom 11. bis zum 18. Juni veranstaltet wird, soll aufmerksam machen auf die manchmal nicht ganz einfachen Lebensumstände von älteren Menschen. Mehr und mehr gibt es allerdings auch Seniorinnen und Senioren, die sich ehrenamtlich für ältere Leute engagieren. Eine Vertreterin von ihnen ist Anneliese Preuß (71 Jahre) aus Premnitz, die sich als ehreamtliche Betreuerin um die Bewohner des Seniorenpflegezentrums in ihrer Heimatstadt Premnitz kümmert.

„Seit März 2006 kommt Frau Preuß jetzt schon regelmäßig zu uns“, berichtet Ines Fahrendorff, die Leiterin des Hauses, das eine Einrichtung des Wohn- und Pflegezentrums (WPZ) Havelland ist. Sie habe damals zunächst über das Kompetenzzentrum Havelland, auch bekannt als Agentur für bürgerschaftliches Engagement, einen Lehrgang zum Erwerb eines Senior-Trainerscheins absolviert als Grundlage für ihre ehrenamtliche Arbeit.

Anneliese Preuß hat den ehrenamtlichen Besuchsdienst mit aufgebaut

Anneliese Preuß habe den ehrenamtlichen Besuchsdienst für das Premnitzer Seniorenpflegezentrum mit aufgebaut, erklärt Ines Fahrendorff: „Wir sind Frau Preuß sehr dankbar, denn der Besuchsdienst ist für viele unserer Bewohner sehr wichtig.“ Sie sei seit langer Zeit tätig in der Gruppen- und auch in der Einzelbetreuung. Was ganz wesentlich sei: Man könne sich absolut darauf erlassen, dass sie ihre geplanten Besuchstermine auch wahrnehmen werde. Habe sie wirklich einmal keine Zeit, was selten genug vorkomme, dann sage sie ihr Erscheinen langfristig ab.

Im Rahmen des Besuchsdienstes sind gegenwärtig acht Ehrenamtliche im Pflegenzentrum Premnitz tätig. Sie werden regelmäßig zu Veranstaltungen im Heim mit eingeladen, wie etwa zu Weihnachten oder Ostern, und werden meist auch beim Heimbeirat und Mitarbeiterveranstaltungen mit hinzugezogen. Als nächster Höhepunkt steht nun die große sommerliche Rollstuhlausfahrt bevor.

Anneliese Preuß kommt an jedem Mittwoch ins Seniorenpflegezentrum. Mit kleineren Gruppen spielt sie Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“, Bingo oder Memory. Da manche Heimbewohner ihre Spielfiguren nicht mehr selbst setzen bzw. die Karten halten oder umdrehen können, erledigt Anneliese Preuß das natürlich für sie.

Im Berufsleben ist sie als Hortnerin mit Lehrbefähigung tätig gewesen

Sie liest auch Gruppen vor, singt mit ihnen und hat dabei festgestellt, dass die Melodien und Texte der alten Volkslieder oft noch ziemlich vollständig abrufbar sind. Anneliese Preuß führt auch Gespräche am Bett mit Heimbewohnern, die nicht mehr aufstehen können. Zuletzt hat sie das mit einer demenzkranken Frau aus Ostpreußen gemacht. Nicht zuletzt unternimmt sie Spaziergänge mit Senioren, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Anneliese Preuß ist in ihrem Berufsleben als Hortnerin mit Lehrbefähigung tätig gewesen, zuerst in der POS Wilhelm Pieck und später in der Grundschule Geschwister Scholl. Schon während ihrer letzten Dienstjahre habe sie sich überlegt, was sie als Rentnerin ehrenamtlich machen könnte. „Ich habe ja auch noch einige andere Hobbys“, teilt sie mit, „aber den Mittwoch im Seniorenpflegezentrum möchte ich mir aus meinem Leben nicht mehr wegdenken.“ Wenn sie die frohen Augen der Heimbewohner sehe, dann erfreue das ihr Herz.

Natürlich sehe und erlebe sie hier manchmal auch bewegende oder traurige Dinge, berichtet sie. Aber wie sie festgestellt habe, belaste sie das nicht so sehr, dass sie den Besuchsdienst aufgeben müsste. Mit Gertraud Mittmann, die auf den Rollstuhl angewiesen ist und kürzlich aus Halle ins Premnitzer Pflegezentrum kam, dreht Anneliese Preuß an jedem Mittwoch eine Runde durch die nähere Umgebung. 43 Jahre lang habe sie immer gearbeitet, erzählt Gertraud Mittmann, und jetzt plötzlich könne sie fast gar nichts mehr eigenständig machen. Selbst beim „Mensch ärgere Dich nicht“ könne sie die Figuren nicht mehr halten und die Augen seien zu schwach zum Lesen.

Da freue sie sich natürlich besonders, teilt die Seniorin mit, wenn Anneliese Preuß mit ihr an der frischen Luft einen Spaziergang macht. Das gesamte Personal im Pflegezentrum gebe sich viel Mühe, ergänzt Gertraud Mittmann. Sie fühle sich hier sehr gut aufgehoben.

Von Bernd Geske

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